1 Monat Treppentraining – eine Zwischenbilanz (und ein bisschen Theater)

31. Januar 2014

Nun ist der erste Monat des Treppentrainings geschafft und ich muss sagen: Es läuft besser (oder besser gesagt: konstanter), als ich gedacht hätte. Ich habe es in jeder Woche mindestens 1 mal geschafft, mich ums Geländer zu schleichen und da Mitte Januar in einer Woche wirklich mal keine Zeit für 2 Trainings war, habe ich die „verlorene Stunde“ einfach eine Woche später nachgeholt, sodass die Gesamtbilanz wieder stimmig ist. Sozusagen auf der Suche nach der verlorenen Zeit 🙂

Und was ich am allererstaunlichsten finde: Heute hat es mal richtig Spaß gemacht! Sonst ist das Treppensteigen ja schon irgendwie monoton-anstrengend. Es ist nicht wie beim Laufen, dass man dabei meditieren oder abschalten kann, da man eigentlich bei jedem Schritt aufpassen muss, wo man den Fuß hinsetzt. Das könnte auch noch ein relativ großes Problem in Radebeul werden: Wenn wir so 16, 18 Stunden auf den Beinen sind: Wie sieht es dann noch mit der Konzentration aus. Von der Motivation mal ganz zu schweigen….

Aber Radebeul ist weit weg und noch bin ich ja im Aufbautraining. Am Sonntag geht es dann zum ersten Mal „offiziell“ zwei Stunden lang die Treppen rauf und runter und für das nächste Wochenende (8. oder 9. Februar) habe ich die erste „lange Tour“ (> 3 Stunden) eingeplant. Und wie ein jüdisches Sprichwort so schön sagt: Wenn du Gott zum Lachen bringen willst, mach dir einen Plan.

Apropos Plan: Heute war ich komplett verplant! Eigentlich will ich am 28.2. zu der Theatertruppe „Girl to guerilla“ gehen (eine Lauffreundin von mir spielt da mit) – aber da heute irgendetwas mit „Theater“ im Kalender stand, war ich felsenfest überzeugt, dass es doch heute schon ist. Also habe ich mich aufgemacht in die Ackerstraße, habe den „Ackerstadtpalast“ auch flink gefunden – und bin jetzt in einem völlig anderen Theaterstück 🙂
Mal schauen, wie es wird, „Die Heirat“ (nach Gogol)

Verplante Grüße

Stefan

P.S.: Der Kalendereintrag, den ich gesehen habe, stammt aus dem Kalender von meinem Neffen Wieland, der heute anscheinend im „Hans-Otto-Theater“ verabredet war.

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Neues Jahr – weiteres Team

29. Dezember 2013

Vor einigen Jahrzehnten gab es mal eine Plakatwerbung, die für Sport im Verein Reklame machte. Der – tatsächlich plakative – Aufhänger war der Spruch: „Wo sind Vorbilder auch Freunde? – Sport, im Verein am schönsten“

Und obwohl ich mich sonst eigentlich nicht als starker Vereinsmensch ansehe, bin ich im Laufe meiner Zeit als Läufer doch in mehr und mehr Vereinen „gelandet“: deg-Renner, Team Hanka, 100 Marathon Club, LG Mauerweg – und es kommt ein weiterer Verein hinzu! Am Freitag, beim Treffen mit Sascha, Grit, Silke und Jörg im Augustiner, wurde mir – für mich ziemlich überraschend – die Mitgliedschaft im LG Nord Ultra Team angeboten. In jenem legendären Team, in dem meine Vorbilder Silke Stutzke, Grit Seidel, Daniela Dilling, Heike Pawzik, Simone Stegmeier, Jörg Stutzke, Michael Vanicek, Jan Prochaska, Sascha Pantel, Hajo Palm und Ecky Broy laufen, um nur ein paar der Großen zu nennen. Mehrfache deutsche Meister, Teilnehmer an Weltmeisterschaften, ja sogar ein Weltmeister (Michael Vanicek) ist dabei – ich fühle mich wirklich so, als ob ich diese Ehre nicht verdient habe. Zumal die LG Nord eigentlich explizit Läufer sucht, die auch ein gewisses Niveau haben – und nicht nur im Unterhaltungsbereich im hinteren Drittel des Läuferfeldes.

Kurz gesagt: Nachdem ich mich noch geziert habe und meinte, ich müsste mir diese Berufung erst mit einem guten Laufjahr verdienen, reichten auf der anderen Seite auch zwei Edelstoff und ich sagte zu, der LG Nord beizutreten. Natürlich bleibt mein Herz im Team Hanka – aber die Beine gehören nun dem Ultra Team 🙂

Mal sehen, ob ich dem Ruf mit irgendeiner Leistung mal gerecht werden kann – aber Sascha hat mich schon etwas beruhigt, als er sagte: „Wir suchen nicht in erster Linie gute Läufer für unser Team – sondern vor allem Typen!“

Die nächsten Monate: „My preps for the steps“

22. Dezember 2013

Ich gebe zu, ich war seit Oslo wieder etwas säumig, aber es kommt ja auch ein neues Jahr und damit wieder allerhand neue Vorsätze. Zu diesen zählt u.a., dass ich im nächsten Jahr endlich den „Sächsischen Mount Everest“ bezwingen will: den Treppenlauf in Radebeul.
Bei diesem Lauf legen die Teilnehmer insgesamt 84 Kilometer und 8.848 Höhenmeter zurück – eben einmal vom Meeresniveau auf den größten Berg der Erde. Und ich habe Läufer gesehen, die das geschafft haben; nicht immer ein schöner Anblick – aber auf jeden Fall einer, der mir ganz schön Respekt abgenötigt hat.

Für dieses Vorhaben bedarf es eines Plans und da mein Guide Mirko so gut planen kann, hat er für uns beide geplant. Und da Mirko zudem weiß, wie schwer ich mich an (Trainings-) Pläne halten kann, hat er ihn schön einfach gemacht: „Im Januar 1h Treppenlauf, im Februar 2h, im März 3h – im April sind wir in Radebeul. Das ganze natürlich zwei Mal die Woche.“
Klingt gut, klingt machbar – und ich gebe mir alle Mühe ihn zu verwirklichen. So habe ich zur Motivation u.a. diese Tabelle ins Leben gerufen. Heute war das erste Training, ich bin fix und fertig von einer Stunde Treppensteigen – und freue mich schon auf das nächste Mal 😉
Ganz nach Emil Oesch: Zum Erfolg gibt es keinen Lift. Man muss die Treppe benutzen!

Stefan

P.S.: Den Bericht, wie es denn nun in Oslo beim Marathon lief, gibt es natürlich auch. Ihr findet ihn hier.

Oslo – im Hafen

20. September 2013

Nun sind wir also schon in unserer Zielstadt angekommen, sitzen am Wasser, sehen Schiffe und Touristen und lassen uns die Sonne auf die Platte scheinen. Die Startnummern haben wir inzwischen abgeholt – bloß die von Lars, unserem kleinen Eisbär – fehlt leider noch, weil die Norweger sie verbichert haben. Ich weiß gar nicht, ob es schon einen norwegischen Wortstamm für dieses Verb gibt; aber wir sind ja auch quasi erst am Anfang unserer Verbreitung des Wortes in der Welt. Vielleicht wird es im Norwegischen „verbiggern“ – das fände ich auch nett.
Auffällig am Rathausplatz hier ist auf jeden Fall, dass viele nackte Frauen herumstehen. Keine echten, sondern überlebensgroße Statuen, aber alle recht freizügig. Ich bin mir nicht ganz sicher, was uns die Osloer damit sagen wollen, aber vielleicht wollen sie einfach zeigen, dass sie ein offenherziges und -hemdiges Volk sind. Warum sie dafür allerdings nur Frauen, und keine Männer, verwenden, das ist mir nicht so recht klar.

Heute Nachmittag gibt es dann noch ein Individualprogramm. Ich möchte in die Stadt schlendern, vielleicht ein paar Geschenke einkaufen; Hanka macht eine Tour durch die Fjorde und Larse, Matze und der Guru wollen zum Holmenkollen. Heute Abend dann die letzten Vorbereitungen auf den Marathon und morgen wollen wir uns dann (hoffentlich) einen weiteren Länderpunkt sichern.

Mal schauen, ob es klappt 🙂

Stefan

Oslo – der Start

20. September 2013

Da ich erst hier wieder Internet-Zugang habe, musste ich auf dem Schiff und im Hafen schon mal unsere Reisenotizen vorschreiben. Viel Spaß beim Lesen 🙂

Wir sind keine 4 Stunden „auf See“ und schon finde ich, dass sich die Reise sehr gelohnt hat. Nicht nur, dass wir eine wunderbare Ausfahrt aus dem überlaufenden Hafenbecken hatten – ab 15:00 Uhr hatten wir auch noch einen Vortrag eines Gedächtnis-Trainers an Bord. Was für mich gemäß Programmpunkt eher wie „Beschäftigungstherapie für festgehaltene Läufer“ klang, entpuppte sich als ein spannender Ausflug in die Welt der Zahlen, Fakten, Merk-würdigkeiten und unseres Gehirns. Locker ging es von Barock und Renessaince zu Frau Lange und Frau Kolke und irgendwie auch wieder zu PI und zurück. Das Buch vom Trainer habe ich mir schon mal vorsorglich zugelegt und wenn mich mein RCI (Innerer Schweinehund auf Latein) nicht zu sehr hindert, werde ich auch mal versuchen, beim Laufen mein Gedächtnis zu verbessern. Anfangen wollen Mirko und ich mit den Hauptstädten und Ländern dieser Erde. Na dann!

Jetzt, gegen 18:00 Uhr haben wir hier am Heck backbord die untergehende Sonne, kreuzen gleich die „Große-Belt-Brücke“ und – ja – lassen es uns einfach gut gehen. So kann die Reise weitergehen 🙂

Als Helfer in Bernau

11. September 2013

Ich bin nicht religiös und dank Richard Dawkins (und im speziellem seinem Buch „Der Gotteswahn“) bin ich sogar ein sehr überzeugter Atheist. Und wenn ich auch nur ein halbes Leben mehr Zeit hätte, würde ich mich sehr gern in einer ‚aufklärerischen‘ Bewegung wie bei den http://de.wikipedia.org/wiki/Brights zu engagieren. Da ich die Zeit aber nicht habe, reicht es nur für ein paar kurze Worte im Hausblog 🙂

Ich komme darauf, weil ich eigentlich darüber schreiben wollte, was ich am Wochenende so getrieben habe. Ich habe bei den 24-h-von-Bernau geholfen und obwohl ich seit ca. 5 Jahren sehr viel laufe (und auch ab und zu schon mal Helfer war), war dies der erste ‚große‘ Helferdienst, den ich bisher absolviert habe. Viele haben mich gefragt, warum ich denn nicht mitlaufe und die einfachste und zutreffendste Antwort ist: Ich mag die Strecke nicht! Die Veranstaltung ist wunderbar, die Organisation nahezu perfekt – aber der Stadtpark von Bernau zermanscht mir einfach jedes mal die Knochen – und ich bewundere jeden, der sich das antut.

So hatte ich also Gelegenheit auch mal auf der anderen Seite zu stehen (oder besser gesagt: überhaupt mal beim Lauf zu stehen) und ich muss sagen, dass es wunderbar war! Es war zwar sehr anstrengend (viel härter, als ich gedacht hätte), weil ich zum einen buchstäblich zwei mal 8 Stunden ‚auf den Beinen war‘ und weil zum andern wirklich an den Stellen, wo ich war, die Arbeit im Akkord-Betrieb verrichtet werden musste (erst Einzelläufer-VP mit den 6-h- und 24-h-Läufern, am Morgen dann noch mal die Staffeln).  Es war aber auch wunderbar, denn ich habe gemerkt, wie viel Dankbarkeit ich zurückbekomme. Ich konnte erleben, wie viele der 24er ihre persönlichen Krisen während des Laufs überwunden hatten und am Morgen – nach einer schwierigen Nacht – wieder strahlten und rannten. Ich konnte kleine Dramen (5 km fehlten zum eigenen Ziel) und große Erfolge (und dennoch persönlicher Rekord) miterleben – und das bei ein und derselben Person.

Kurz, und deshalb auch die (vielleicht) etwas pathetische Einleitung: Ich habe viel mehr zurückbekommen, als ich gegeben habe. Und genau das ist es, worauf ich mit diesem Blog-Artikel hinaus möchte: Wenn man aus vollem Herzen gibt, dann kann man gar nicht genug geben. Es kommt zu einem zurück, doppelt und dreifach: Manchmal sofort und schnell, wie bei mir in Bernau – und manchmal erst nach Jahren oder Jahrzehnten.
Aber ich möchte nicht geben, weil ich eine solche moralische, gesellschaftliche oder soziale ‚Belohnung‘ (den Dank der Läufer, das Strahlen bei den Staffelläufern, wenn sie ihre Runde geschafft haben, die Gesangseinlage von Allegro – die eigentlich schon einen Extra-Blogeintrag wert ist – und so vieles mehr….) erwarte, sondern ich möchte „geben, wie ein Kind, dass einem Hündchen Wasser gibt. Einfach, weil es sich freut, dem anderen etwas gutes tun zu können.“ (frei nach Marshall B. Rosenberg aus seinem Vortrag „The basic of non violant communication“).

Und für dieses Dogma brauche ich keine Religion. 

Endlch wieder!

6. September 2013

Ich gebe es zu: Ich war säumig! Mea culpa.

Aber nachdem ich heute ultimativ ‚bedroht‘ wurde, dass mir ein Fan abspringt (Namen von promovierten Kollegen werden natürlich nicht genannt), muss ich doch schnell mal wieder ein bisschen Inhalt auf diese Seiten bringen. Und wo ich gerade lese, dass der letzte Eintrag mein Jahr ohne Lift betrifft, muss ich gleich ein Geständnis machen: Ich habe es nicht geschafft.

Der Geist war willig, doch das Fleisch war schwach, im wahrsten Sinne des Wortes. Zum einen habe ich ab und zu einen Aufzug benutzt, wenn ein schwerer Koffer zu tragen war (dies kommt des Öfteren Freitags auf Arbeit vor) und zum anderen musste ich in den letzten 2 Wochen den Aufzug aus Rekonvaleszensgründen verwenden. Ursache war hier eine OP (keine Angst: nix schlimmes und es ist auch schon alles wieder heil), die zur Folge hatte, dass ich mich nicht zu sehr anstrengen sollte. Also kein Laufen, kein anderer Sport, kein „mit dem Rad zur Arbeit)“ und eben auch kein Treppensteigen (zumindest habe ich es für mich so interpretiert). 

Auch ansonsten ist den in den letzten 4 Monaten viel passiert (genau so lange ist der letzte Blog-Eintrag her): Unter anderem habe ich eine Baby-Decke fertiggestrickt (https://plus.google.com/109716790720652427111/posts/NhzVkABXMd2), die nächste angefangen (https://plus.google.com/109716790720652427111/posts/Jwy1Zwz4nch) und bin zwischendurch 100 Meilen gelaufen (mein persönliches „Lauf-Jahres-Highlight“ – es war wirklich gigantisch!)

Ich hoffe, ich komme noch dazu, dass eine oder andere hier zu erzählen – und dass ich bis zum nächsten Eintrag nicht wieder 4 Monate brauche.

Euer Stefan

(M)ein Jahr ohne Lift

6. Mai 2013

Es gibt viele Läufer, die auf das Tempotraining schwören. Nicht umsonst hat die LG Mauerweg seit ein paar Wochen extra eine Trainingsgruppe für Interessierte dafür eingerichtet und auch ich war kurzzeitig (herrje!, sehr kurz) dieser Trainings-Methode verfallen, indem ich versucht habe, mich über 1 Meile mit wöchentlichen Tempotrainings auf eine persönliche Rekordzeit zu steigern. Ja, ja, die guten Vorsätze….

Mittlerweile habe ich aber festgestellt, dass das Tempotraining nix für mich ist und es somit stillschweigend beerdigt. Allerdings habe ich eine andere Trainingsform für mich entdeckt: Das Langzeittraining.
Nachdem ich gemerkt habe, dass ich wirklich grottig für den diesjährigen Radebeuler Treppenmarathon vorbereitet war (und ihn letztendlich auch deshalb abgesagt habe), habe ich mir vorgenommen, mein Training langfristig in den Alltag einzubauen. Für den Treppenmarathon bedeutet dies: Bis zum kommenden Frühjahr, dem Zeitpunkt des 10. Sächsischen Mount-Everest, an dem Mirko und ich als Einzelstarter teilnehmen wollen, werde ich keinen Aufzug benutzen. Dies bedeutet nicht nur, dass ich an jedem Arbeitstag mindestens 2 mal die 5 Etagen zum Büro hochgehe (langsam habe ich mich auch daran gewöhnt), sondern auch, dass ich sonst alle Fahrstühle meide, die mir so über den Weg laufen und – wo es geht – Treppen benutze. Vielleicht gewöhnen sich die Beine ja durch die ‚permanente‘, aber leichte Belastung an diese Art der Fortbewegung – schaden kann es auf keinen Fall.
Dass zudem noch zusätzliches – ernsthaftes – Training für „Die Treppe“ ansteht, ist klar und wird auch gemacht. Schließlich habe ich meinem Guide versprochen, dass ich im nächsten Jahr vorbereitet sein werde auf den Start und an ein Versprochen fühle ich mich gebunden – im Gegensatz zu einem guten Vorsatz 🙂
Über den Fortschritt werde ich natürlich an dieser Stelle berichten – besonders über den Muskelkater.

Ungeliftete Grüße

Stefan

RBB, NDR, ….

6. Mai 2013

…. langsam kann ich von den Dritten Provision verlangen 🙂

http://www.ndr.de/fernsehen/shmag21575.html

I did OEM my way

2. Mai 2013

„Yes, there were times, I’m sure you knew
When I bit off more than I could chew“

An diese Zeilen des hochweisen Frank Sinatra muss ich denken, wenn ich an den OEM zurückdenke. Letztendlich waren es „nur“ 3 Minuten, um die ich mein Zeitläufer-Ziel von 4:15 h im negativen Sinn verpasst habe (nun ist es gleich zu Beginn von der Seele!), aber dennoch bin ich schon ein bissi enttäuscht. Aber es hat dennoch Spaß gemacht, war eine tolle Erfahrung und ich hoffe, dass ich ein paar Läufer auf den richtigen Kurs gebracht habe – denn immerhin waren wir bis Kilometer 35 (trotz 2-minütiger Bicher-Pause bei Kilometer 27) auf 4:15 h-Kurs. Dass ich auf den letzten 7 Kilometern auf den Elbwiesen eingebrochen bin, lag am fehlenden Training – und wird mir hoffentlich vom Veranstalter verziehen.

Aber wollen wir beim Start beginnen: Dort war es ein bisschen hektisch und voll, sodass ich – mit Vorher-Foto und Toilettengang – ganz verpasst hatte, mir den grünen Luftballon für den Pacemaker-Job abzuholen. Aber ich hatte das Shirt stolz auf der Brust und freute mich insgeheim über den ersparten Windwiderstand. 

 

Bild

Auf den ersten Kilometern gesellte sich auch gleich ein ganz sympathisches Grüppchen um mich. Trotz Nieselregens und 5 Gräder hatten alle gute Laune und waren zuversichtlich, dass wir das Ziel in Dresden gut erreichen würden. Es ging mit einem Laufpärchen aus Annaberg-Buchholz (= Erzgebirge und bei meiner Heimat um die Ecke) und Silke, die ihren ersten Marathon absolvieren wollte, und den anderen immer schön auf und ab an der Elbe.
Vorbei an der Felsenbühne in Rathen, Stadt Wehlen und dann natürlich kurz vor dem Halbmarathon wieder nach Pirna hinein. Ich hatte das Gefühl, dass die Runde durch Pirna diesmal verwinkelter war, aber die Stimmung war so gut wie in den vergangenen Jahren – auch wenn das Wetter nicht ganz so südländisch war, wie sonst.

Aus Pirna heraus, ungefähr zur Halbmarathonmarke, löste sich unser Grüppchen langsam auf. Die meisten sputeten sich und wollten wohl eine Zeit kurz über 4 Stunden erreichen, so kamen die Annaberger (die ich im Ziel noch mal getroffen habe) nach 4:10 h ins Ziel. Zusammen mit Silke huschte ich noch ein bisschen gemeinsam die Elbe stromabwärts. Sie wollte bei ihrem Debut eine Zeit von 5 Stunden erreichen – und hielt bis Kilometer 27 ganz locker mit meiner 4:15-Pace mit. Letztendlich kam sie mit einer Nettozeit von 4:28:27 h ins Ziel.

Da ich zwischen den Kilometern 27 und 30 auf Grund meines Bicherpunktes (bei einer leicht genervten Gastwirtin) etwas Gas geben musste, bildete sich im Dresdener Stadtgebiet eine neues „Grüppchen“ aus 2 Herren und mir. Trotz des angenehmeren Wetters überholten wir auch hier wieder einige Läufer, die sich das Ziel noch mehr herbeisehnten als wir. Das Bier bei Kilometer 37 war zwar entweder ausverkauft oder dieses Jahr gar nicht vorhanden (Schande!), aber wir bissen dennoch die Zähne zusammen.

Aber so sehr ich auch biss und Fratzen zog – die Kilometerzeiten wurden schlechter und schlechter und bei Kilometer 39 kamen noch leichte Kniebeschwerden hinzu (die sich zum Glück als sehr temporär herausstellten). So zogen meine beiden Begleiter davon, ich schleppte mich noch zum Heinz-Steyer-Stadion und konnte dort – entkräftet, aber glücklich, es geschafft zu haben – meine Mama und Hanka begrüßen.
Noch schnell Nudeln und das obligatorische Langos und dann ging es schon wieder zurück nach Berlin.

Als Fazit bleibt: Das Zeitläuferdasein ist stressiger als gedacht (besonders der ständige Check, ob man noch in der Zeit liegt), macht aber dennoch jede Menge Gaudi. Als Lokomotive stampft man die Strecke entlang und zieht die Kolonne hinter sich her – und wer genug hat, koppelt sich einfach ab und kommt vielleicht später wieder.
Und der OEM ist sowieso immer eine Reise wert – ich denke, ich bin auch bei der 17. Auflage wieder mit dabei.

Und immerhin kann ich sagen:
„The record shows
I took the blows
and did it my way!“