Riga im Regen

Während ich die Zeilen für den Blog schreibe, (Sonntag, früher Abend), herrscht in Riga blauer Himmel und Sonnenschein vor. Traumwetter – was wir am Vormittag, beim Marathon, nicht unbedingt hatten.

Los ging es heute morgen, als Mirko und ich um 8 Uhr vom „Hotel Kolonna“, im Zentrum Rigas, zum Start aufbrachen. Ganz im Bicher-Sinne sind wir erst mal in die komplett falsche Richtung gelaufen (wir sind ja auch erst zwei Tage hier – kaum Zeit, um sich schon ausreichend zu orientieren ;-)), haben dann aber nach 10 Minuten Fußweg doch noch den Treffpunkt am ehemaligen Schloss mit den anderen 100-MC´lern gefunden. Schnell Gruppenbild, ein bisschen quatschen und dann ging es schon in die Startaufstellung.

Wir mussten uns ein windgeschütztes Plätzchen suchen, weil es wirklich pfiff. Temperaturen um die 6 Grad und ein Himmel, der nichts gutes vermuten ließ, taten ihr übriges hinzu. Aber von ein bisschen Wetterkapriolen lassen wir uns ja nicht abschrecken und so ging es Punkt 8:30 Uhr mit dem Startschuss auf dem Weg durch die lettische Hauptstadt. Diese hatte auf den ersten 14 Kilometern so allerhand zu bieten: Wir kamen über die Vanšu-Brücke, durch die historische Altstadt (sehr sehenswert!) und auch ein bisschen über den lettischen Highway. Alles recht spannend und abwechslungsreich – bloß danach wurde es ein bisschen öde. „Einfach 4 Kilometer da hinunter, am Wendepunkt umdrehen und dann wieder zurück traben“. Die Kilometer 14 bis 22 waren nun wirklich nicht der Hit, was die Aussicht anging.

So hatten wir aber umso mehr Zeit, die Spezialität bei diesem Marathon zu genießen: Orangenschnitze. Quasi an jedem VP (von denen es alle 2-4 km einen gab), lagen aufgeschnittene Orangenteile und wir haben uns so reich daran bedient, dass ich echt schon Sorgen hatte, wir könnten eine akute Orangenhaut davontragen. Ist aber nix passiert – zum Glück!

Zurück in der Stadt verabschiedeten wir die Starter mit den grünen Nummern (Halbmarathon) von der Strecke und begaben uns auf die zweite Runde. Diese führte uns wiederum auf ein paar endlos erscheinenden Abschnitten in das äußere Zentrum von Riga, was im Gegensatz zur sehr malerischen Altstadt eher hässlich ist. Da es mittlerweile seit Kilometer 16 regnete und stellenweise ein eisiger Wind pfiff, sehnten wir uns mehr und mehr nach dem Ziel. Aber vor die heiße Dusche haben die Götter nun mal den Schweiß gesetzt und so mühten wir uns auch die Ausfallstraßen entlang, kamen am Ende wieder auf die schönen Abschnitte der ersten Runde und futterten noch mehr von den Orangenschnitzen. Als ich zwischendurch mal einen Stand ausgelassen hatte, meinte Mirko schon: „Nanu, hast du dich überfuttert mit Orangen?“ – dabei war mir bloß der Weg zu weit, weil ich gerade auf der anderen Straßenseite lief 🙂

Noch mal über die Brücke, kurzer Knick nach rechts, Wende, wieder über die Brücke und kurz vor dem Ende noch mal Abklatschen mit den Anfeuerern in traditioneller Kluft am Platz mit dem Freiheitsdenkmal. Ein letztes Mal am folkloristischen Chor vorbei (ca. 50 Mitglieder – und eine wirklich tolle Performance) und dann waren wir schon im Ziel. Nass, kalt – aber glücklich.

Fazit: Riga ist sehenswert, die einheimischen Orangen sind lecker und lassen einen durchaus den Marathon gut überstehen. Und das nächste Mal hätte ich gern wieder 30 Grad und Sonnenschein – mal sehen, was Mirko beim Borderland-Ultra am 6.6. organisieren kann 🙂

Brother Stephen

P.S.: Bilder folgen, sobald ich sie dem Guide aus der Kamera geleiert habe.

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