20.000 Meter unter den Sternen

Der Name klang für mich immer geheimnisvoll, fast sagenumwoben. „Die Arkenberge“. Selbst jetzt, wo ich das erste mal bewusst da war und sie in der Stille der Nacht in den Himmel ragen gesehen habe, erscheinen sie mir noch fremd und düster. „Die Arkenberge“ ist eine kleine Hügelkette im Norden von Berlin und da ich in Vorbereitung auf den UTMB auch Berge trainieren will, muss ich da wohl öfters hin. Nicht lachen – man muss halt nehmen, was man bekommen kann 🙂

Oder wie Marianne es ausdrückt:

„Rede, was wahr ist. Trinke, was klar ist. (*Piep*), was da ist.“

So machte ich mich heute also – angeregt von Ralf – zu den Arkenbergen auf und es war ein schöner, abendlicher Ausflug. Ich bin erst relativ spät losgekommen – gegen 20:30 Uhr war ich auf der Strecke -, aber dafür war die Nacht schön klar, nach dem heftigen Regen am Tag wirkte die Luft frisch und herbstlich und auch die Autos schienen sich schon zur Ruhe gelegt zu haben. Nur ein paar vereinzelte Busse (Linie 107 – die ist Ralle auch schon gefahren), fuhren leer durch die Gegend.
Zunächst ging es immer in Richtung Norden nach Blankenfelde, entlang der B96a und plötzlich rechts rum, bevor es wieder eine ganze Weile geradeaus ging. Auf dieser zweiten Straße (mehr Abbiegungen waren nicht zu verzeichnen), war es so ruhig, dass mir in der gesamten Stunde, die ich auf ihr gelaufen bin (Hin- und Rückweg) nicht ein einziges Fahrzeug begegnet ist. Es war so dunkel wie in einem Bärenarsch, aber ich hätte auch mitten auf der Straße laufen können und mir wäre nix passiert. So lief ich aber – aus Vorsicht und mit Rücksicht auf meine Gesundheit – auf dem kleinen Fußweg neben der Straße und verließ mich fast ausschließlich auf ein einziges Sinnesorgan: Die Nacht war dunkel, ich hatte Musik auf den Ohren (bunt gemischt von Farin Urlaub bis Glenn Gould), ein bisschen Schnupfen und zu schmecken gab es auch nichts. So blieb mir nur der Tastsinn übrig – interessanterweise jedoch nicht, wie üblich, mit den Händen, sondern eher mit den Füßen. Sie fühlten, durch die Straße hindurch, den Asphalt des Fußwegs, warnten, wenn ich zu sehr links oder rechts trottete und leiteten mich so unsichtbar, aber sicher, durch das Unbekannte.
Bald geht es wohl wieder zu den Arkenbergen (und dann auch auf sie hinauf – denn heute war es nur eine „Schnuppertour“ und noch keine Bergetappe) – dann aber hoffentlich auch mal im Hellen.

Verdunkelte Grüße

Stefan

P.S.: Ein netter Spruch fällt mir gerade noch ein, den ich neulich auf einer Postkarte (ich glaube in einer Bar) gesehen habe. Die Überschrift auf der Karte lautet „Satzzeichen retten Leben!“ und der zugehörige Text lautete:

„Komm wir essen Opa“

Makaber – aber ich find´s lustig.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s