Zügig begeistert

Gerade, auf der Rückfahrt von einer Dienstreise nach Kiel, lese ich im Zug ein Buch von Richard Dawkins. Ein Autor, den ich nicht nur gern, sondern voller Begeisterung lese. Er scheint mir wie der mutige Mensch im „Höhlengleichnis“ Platon, der Licht in das Dunkel des Lebens der Menschen bringen will und sich gegen zunehmende Verdunkelung oder „Verdummung“ vehement und tapfer wehrt.
Natürlich ist es ein schwieriger Kampf! Zu viele Menschen profitieren von der „Dummheit“ oder „Beschränktheit“ von anderen Menschen. Sei es in Religionen, (Wirtschafts-) Betrieben oder sonstigen (sozialen) Gemeinschaften: Die Dummheit lässt sich immer missbrauchen und ausnutzen und leichtgläubige (oder leicht-gläubige) Menschen lassen sich wesentlich besser kontrollieren, manipulieren und leiten als solche, die nachfragen, die kritisch sind oder zweifeln.
Aber Richard Dawkins führt diesen Kampf und er kämpft ihn mit jedem Buch, das er veröffentlicht, weiter.  In jenem, dass ich gerade lese („Der entzauberte Regenbogen“), geht es darum, dass Wissenschaft angeblich nicht die „Poesie“ für den Menschen ersetzen könne. Wissenschaftler seien „trocken“ und „langweilig“ aber Dawkins belegt an so vielen schönen, bezaubernden Beispielen der Natur (nicht umsonst heißt es ja: Naturwissenschaft), dass Wissenschaft nicht nur spannend, sondern auch wunderschön ist. Das Blühen einer Blüte, das Wunder des Lebens, Unvorstellbare Zeiträume, die ein Trilobit in der Erde schlummerte, bis er von einem Archäologen als Fossil entdeckt wurde, das Strahlen von Sternen, in denen in jeder Sekunde Milliarden Explosionen stattfinden. Überall um uns herum sind die Wunder und oft sind wir einfach zu beschäftigt, um sie zu bemerken.
Und ein Wunder – so der Appell von Dawkins – ist nicht deswegen weniger wunderbar, weil wir versuchen es zu verstehen. Im Gegenteil: Eine Antwort, die die Wissenschaft liefert, wirft meist weitere, noch wunderbarere Fragen auf. Und ich finde es eine tröstliche und schöne Vorstellung, dass wir alle aus Sternenstaub entstanden sind und unsere Existenz einem wunderbaren, verrückten Zufall mit einer irrwitzigen Wahrscheinlichkeit verdanken.
Von den Schultern der Riesen grüßt
Stefan
P.S.: Ich kam eigentlich nur darauf, den Blog-Eintrag zu verfassen, weil ich so begeistert war, dass selbst ein anerkannter und wohlinformierter Wissenschaftler wir Richard Dawkins zugibt: „Ich muss selbst regelmäßig nachschlagen [ob blaues oder rotes Licht die längere Wellenlänge hat]“
Wissenschaftler sind sich eben gerade nicht zu schade oder zu fein dafür, Unwissenheit zuzugeben – sie ist ihr Antrieb.
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