Balaton – Tag 4

Wie immer vergingen die schönen Tage viel zu schnell (also von der Zeit her – natürlich nicht aus Sicht unserer Laufgeschwindigkeit gesehen ;-)) und so waren wir ruck-zuck am Finaltag angekommen. Ralf hatte den Marathon am 3. Tag wegen Rückenproblemen ausgelassen („Pille-Palle? Nix für Ralle!“) und wollte heute wieder mitlaufen, um auch in Siofok einzulaufen.

Es war – wie die letzten Tage – wunderbares Wetter, Marianne, Mirkos Frau, die sich wirklich in jeder Sekunde um Mirko und mich während des Laufs geradezu rührend kümmerte, begleitete uns wieder auf dem Fahrrad und wir ließen die Beine einfach laufen. Wir genossen es durch die Landschaft zu fegen und Mirko genoss es sogar so sehr (und schnell), dass ich nach meiner obligatorischen Toilettenpause (diesemal: Kilometer 10) geschlagene 10 Kilometer brauchte, bis er wieder in Sicht kam. Und selbst dann musste ich noch auf einen Anstieg warten, damit ich halbwegs mithalten konnte. Als Mirko dann aber die „magischen Worte“ sagte, flogen auch bei mir nur so die Beine und mir schienen Flügel zu wachsen. Diese magischen Worte waren ganz einfach: „Morgen müssen wir nicht noch mal laufen – kein Grund, sich etwas aufzusparen!“

Ich stimmte Celine Dion an („My heart will go on“), ein anderer Läufer (mir völlig unbekannt) stimmte ein und ich konnte spüren, wie mich das Runner´s High durchflutete. In dem Moment konnte kommen was wollte –  mir würde nix geschehen. Oder wie Farin Urlaub es sagt: http://www.youtube.com/watch?v=HejJ5QQf_fw#t=1m17s

Der Rest ist schnell erzählt: Wir hatten am letzten Tag unsere beste Durchschnittszeit pro Kilometer (7:18 min/km) – auch die letzten mit Gegenwind, Crossboden und einer scheinbar endlos langen Zielgeraden konnten uns nichts anhaben. Im Ziel – nach 195 Kilometern – fielen wir Hanka um den Hals, machten die obligatorischen After-Show-Fotos und ich muss sagen, dass ich einfach nur die Stimmung genoss.Ich schaute über den Balaton, diese große Wasserfläche, die wir umrundet hatten, dachte an all die Anstrengungen und Vergnügen der letzten 4 Tage zurück und war irgendwie ziemlich stolz auf uns, dass wir uns durchgebissen haben. Es war ein schöner Lauf, den wir bestimmt noch mal machen werden – wenn es auch nicht gleich im nächsten Jahr sein muss.

Und damit, liebe Leser, bin ich hoffentlich meiner Pflicht als Chronist nachgekommen, decke das Kapitel Ungarn mit schönen Erinnerungen zu und freue mich auf weitere schöne, lange und erlebnisreiche Läufe. Hier oder anderswo.

Euer Stefan.

Advertisements

Eine Antwort to “Balaton – Tag 4”

  1. Mirko Says:

    Hallo mein Ultrarecke; danke für den schönen Rückblick – genau so war es…Viele Erfolg beim OEM wünscht Dir Mirko!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s