Tagebuch einer Pilgerreise – Teil 2

Kaum bin ich wieder in Deutschland zurück, beginnt wohl die Berichte-Zeit. Das liegt zum einen daran, dass ich so schnell vergesse (jedenfalls die Fakten) und deshalb auch alles schnell aufschreiben muss – aber auch daran, dass ich jetzt – auf dem Heimweg vom Flughafen – genügend Zeit und Muße dazu habe.
Ich kann – zusammenfassend – schon mal sagen, dass es sehr schön und erlebnisreich war, aber das wird wohl niemanden verwundern. Besonders spannend war es, die Strecke – die wir an einem Tag hin- und am anderen Tag zurückliefen – auf zwei so unterschiedliche Arten zu sehen. Aber dazu später mehr, denn es gebietet sich natürlich, dass ich chronologisch berichte und da ist nun einmal zuerst der Freitag dran.

Da ich eine Stunde vor Bernd in London Heathrow gelandet bin, hatte ich noch genügend Zeit, mir einen Eiskaffee zu holen und ganz gemütlich auf ihn zu warten. Er trudelte dann auch recht pünktlich ein und so hatten wir noch 90 Minuten, bis unser Bus in Richtung Victoria Station aufbrach. Diese verbrachten wir – ganz englisch – in einem Café mit schwarzem Tee, Zucker und Milch.
Das Reisen mit den Überlandbussen vom National Express ist zum einen spannend, weil man tatsächlich „das Land“ sieht und es sich quasi vor einem ausbreitet und zum anderen waren unsere Busse so leer, dass wir des öfteren ziemlich weit vorne sitzen und quasi dem Busfahrer über die Schulter schauen konnten. Wenn dieser dann noch die Stationen wie „Victoria Station“ oder „Aldershot“ in tief-englischem Akzent ankündigte, war das Touristengefühl endgültig bedient.

Gegen halb Acht kamen wir dann in Farnham – einer Kleinstadt im Südwesten Londons – an und fanden recht schnell einen „Sainsbury“ zum Einkaufen und Nachfragen, wo eigentlich diese „West Street“ sei, in der unser Hotel („The Bishobs Table“) lag. Es war glücklicherweise keine 10 Minuten Fußweg entfernt und so waren wir ruckzuck beim Einchecken und konnten unser gemütliches Zimmer begutachten. Da an diesem Tag noch gestreakt werden „musste“ (obwohl ich das Streaken inzwischen nicht mehr so ernst nehme und zum Beispiel nicht aus reinem Pflichtgefühl laufen gehe), machten wir uns gegen 20 Uhr noch mal zusammen auf den Weg. Bernd, ganz wagemutig, in den Sommerklamotten vom Team Hanka (wagemutig wegen der Kürze der Sachen bei 0 Grad und wegen der Farbe) – ich dezent gedeckt in langen Sachen.

Am Friedhof vorbei, eine Runde am Fluß gedreht, ein bisschen die Orientierung verloren und dann per Himmelsrichtungskontrolle zurück zum Bishops Table. So kamen ca. 3 Kilometer zusammen und obwohl wir nach dem Laufen eigentlich noch in den nebenan gelegenen Pub gehen wollten (schließlich waren wir in England!), sind wir letztendlich im Hotelzimmer bei „Million Pound Drop“ („Rette die Million!“ im deutschen Fernsehen) versackt. Bei den Quizfragen sind wir zwar erbärmlich gescheitert, aber wir hatten dennoch einen sehr gemütlichen Abend und schlummerten gegen 22 Uhr friedlich ein.

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