Marathon-Wochenende 3. Teil

Die ersten beiden Marathons lagen hinter uns und jetzt gab es sozusagen „nur“ noch die Kür. Wobei das Schwierigste an dieser Kür das Aufstehen war!

Die alten Knochen wollten nicht so recht und ich habe wirklich einen kleinen Augenblick überlegt, ob es eine gute Idee war, 3 Marathons an einem Wochenende zu laufen. Aber wer den Run2Kill laufen will, der sollte bei so etwas nicht rumjammern, sondern frisch aus den Federn springen.
Ganz so war es natürlich nicht – aber dank unserer Begleiterinnen, war es nicht nur ein angenehmes Aufstehen, sondern auch ein sehr schönes Frühstücken. Denn Hanka und Nicole begleiteten uns zum zweiten Hallenlauf – obwohl sie durchaus noch hätten 2-3 Stunden schlafen können. Das verlangt Respekt ab!
 
Die ersten Runden auf der Tartanbahn (diesmal mit Socken und Schuhen) waren wie das Aufstehen: Gewöhnungsbedürftig. Müde, kaputt, eine ewig lange Strecke vor Augen – man kennt das ja als Ultraläufer 🙂
Am allerschlimmsten war aber nicht der Anfang, sondern das Mittelstück. Zwischen Kilometer 20 und 30 dachte ich, ich müsste auf allen Vieren über die Bahn kriechen. Aber mal wieder merkte ich, wie sehr das Ausdauerlaufen doch Kopfsache ist: Denn gerade als es mir am dreckigsten ging, fingen Hanka und Nicole an, jede Runde ein Aufmunterungslied zu singen. Und sie ließen sich wirklich konsequent alle 250 Meter ein anderes Lied einfallen. So war ich so abgelenkt, weil ich gespannt war, welcher Hit denn als nächstes kommt, dass ich gar nicht so recht merkte, wie die zähen Runden umgingen und als ich nur noch 20 Kilometer zu laufen hatte, ging auch alles schon wieder besser.
Natürlich ließ ich es mir als „singender Marathonläufer“ (wie mich der Hallensprecher am Vorabend tituliert hat) nicht nehmen, auch den Damen ein Ständchen zu singen. Ich holte mir Verstärkung, indem ich mir Andrea Berg mit „Du hast ich 1000 mal belogen“ bei der Sprecherin wünschte und prompt 2 Runden später bekam ich den Wunsch erfüllt. Na und beim Refrain stiegen wir natürlich alle ein: Hanka, Nicole, Bernd und ich sangen aus voller Kehle (dafür reicht es immer noch – egal wie kaputt ich bin) und die „Mauerweg-Performance“ (<i>Du warst der Wind in meinen Flügeln</li>) schuf bei mir endgültig das Gigagrinsen.
 
Mit so netten Gedanken auf der Strecke – und natürlich der Verpflegung alle 250 Meter, ein unschlagbarer Vorteil des Hallenmarathons – konnte auch der dritte Tag zu Ende gelaufen werden und zwei Kilometer vor Schluss bekam ich noch mal richtig Auftrieb. Bernd war gerade ins Ziel gelaufen und ich begriff, dass ich es auch nicht mehr weit hatte und stürmte einfach los. Runde um Runde sauste ich um die Bahn („sausen“ für meine Verhältnisse – für Jan Prochaska wäre dies wahrscheinlich das Einlauf-Tempo :-)) und strahlte, strahlte was das Zeug hielt. Es war fast so wie das legendäre „Runners High“: Alle Sorgen fielen von mir ab, es zählte nur der Moment, ich war einfach froh, die Beine schmeißen zu können und ich war mir absolut sicher, dass mir nichts passieren konnte. Ist schon komisch, dass ich für einen solchen Augenblick erst 132 Kilometer zurücklegen muss 🙂
 
Dank Hanka, kamen wir auch noch ganz gemütlich nach Pankow zurück – bloß sie hat es leider erwischt: Eine fiese Erkältung hat sie sich eingefangen (eventuell in Leipzig, wo es arschkalt war?) und auch uns andere 3 hat es mit einigen Symptomen erwischt (aber so weit ich weiß, kein Totalausfall). Bei uns war es ganz sicher wegen Leipzig, denn die Strampler-Anzüge halten Schneeregen und Minustemperaturen einfach nicht so gut ab.
So konnte Hanka also leider nicht noch abends zu Reunion mit Sascha im „Augustiner“ kommen, wo wir unter strömenden Edelstoffkonsum noch mal gründlich das Wochenende im Speziellen und das Leben im Allgemeinen auswerteten. Martin stieß dann auch noch dazu und so plauschten wir zu fünft, bis wir vor Müdigkeit fast von den Stühlen fielen.
 
Und so endete unser „Lenftenberg“-Wochenende. Fazit: Hart, aber schön 🙂
 
Advertisements

Eine Antwort to “Marathon-Wochenende 3. Teil”

  1. Hoppelchen Says:

    Stefan, Du bist schon einmalig. Wobei, Bernd hat das ja auch geschafft. 😉 Schon ziemlich besonders. Lass Dich mal beglückwünschen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s