Marathon-Wochenende – 2. Teil

Es hat ein bisschen gedauert, mit der Fortsetzung, aber besser spät als nie 😉
Und auch Teil 3 wird wohl noch folgen…

In Senftenberg angekommen – nachdem wir uns zwischendurch bei McDonalds mit ein paar fetten Burgern gestärkt hatten (es musste ja alles schnell gehen) – sprangen wir quasi aus dem Auto (die Laufsachen hatten wir ja schon an), ich schnappte mir meine Schuhe (im Auto hatte ich sie aus Erholungsgründen ausgezogen) und flitzten in die Halle.
Dort waren überraschenderweise Dirk und Andreas aus Berlin nicht da. Die beiden hatten wir gebeten, sich um unsere Startunterlagen zu kümmern, weil wir ja bereits ahnten, dass es knapp werden würde. So mussten wir also selbst noch mal zum Schalter und mit der Dame um unsere Unterlagen verhandeln. Sie hatte schon alles weggeräumt, wir schwitzten, weil die Zeit natürlich gegen uns lief und nach ein paar Bitten und Betteln und reumütig-zeigen, kramte sie schließlich erst unsere Unterlagen hervor und anschließend noch zwei Transponder. Ob die zu uns passten oder nicht, war nicht so ganz klar – das sollten wir mit Frau Krüger unten in der Halle klären.
Also runter zu Frau Krüger, die natürlich auf Grund des laufenden Rennens auch nicht tiefenentspannt war, und noch mal die Transponder gecheckt. Bernds war in Ordnung, meiner passte noch nicht. Aber die verwendete Technik war immerhin so gut, dass sich das Problem in Sekunden beheben ließ und dann schickte uns Frau Krüger – 18 Minuten, nachdem der Startschuss fiel – auf die Strecke.

Ein tolles Gefühl! Für mich wohl mit das beste des Wochenendes – wenn man von dem Zeitpunkt absieht, an dem ich mir eine kleines Schräubchen aus der Fußsohle ‚operierte‘ -, als wir auf der Bahn waren, ganz offiziell im Rennen zugelassen, mit einem eigenen Transponder (wir also auch offiziell gewertet würden) und einfach alles irgendwie geklappt hatte. Ich kam aus dem Grinsen gar nicht mehr heraus 🙂

Das verzog sich aber nach 3-4 Kilometern, nachdem ich auf Toilette war (recht früh – aber der Team-Marathon hat die Verhältnisse wohl etwas verschoben) und bemerkte, dass sich meine Knöchel in den Schuhen wundscheuerten. Das lag daran, dass ich die Socken im Auto vergessen hatte und dachte, ich könnte ohne Socken in den Schuhen laufen. Anscheinend nicht!
Da ich zu aufgeregt war, um Hanka und Nicole darum zu bitten, einfach ein Paar aus dem Auto zu holen (bzw. sie in dem Moment nicht gesehen habe, als es mir auffiel), lief ich einfach barfuß weiter. Die Füße klatschten zwar ziemlich auf dem Tartanuntergrund, aber ansonsten ging es ganz gut. Und ich wollte ja sowieso schon immer mal einen Marathon barfuß laufen.

Runde um Runde zogen wir dahin, Nicole und Hanka waren inzwischen beim Griechen und feuerten uns später wieder an und auch wir kamen ganz gut in unseren Rhythmus. Das einzige, was mich störte, waren die Blasen an den Füßen, die sich abzeichneten, aber als Marathonläufer bin ich schlimmeres gewöhnt. Als eine Blase aber nach ca. 30 Kilometern immer doller weh tat (genau in der Mitte der Fußsohle) und ich dachte, dass es von Runde zu Runde schlimmer würde, entschied ich mich doch, traurigen Herzens, meine Schuhe wieder anzuziehen. Lieber blutige Knöchel, als so eine fiese Blase und dem Fuß, die bei jedem Schritt brennt.
Als ich mir dann die Blase anschauen wollte, stellte sich heraus, dass es gar keine war, sondern eine kleine Schraube (wie sie z.B. an Computergehäusen oder Uhren vorkommt), sich in meinen Fuß gebohrt hatte. Sie muss auf der Bahn gelegen haben und ich habe sie quasi per Anhalter mitgenommen. Und bei jedem Schritt hat sie es sich gemütlicher eingerichtet. Immer feste rein!
Das Problem konnte natürlich gelöst werden und nachdem die Schraube einmal entfernt war, lief es sich wie auf Wolken. Während ich die vorangegangenen 10 Runden um jeden Schritt kämpfen und beißen musste, flog ich jetzt praktisch über die Bahn, vor Freude, dass es so einfach ging.

Diese Euphorie machte sich auch in der Zielzeit bemerkbar: Mit 4:14 h wurde ich gemessen und auch Bernd kam mit 4:38 h noch im Zeitlimit ins Ziel. Kein schlechter Lauftag also – und jetzt galt es erst mal, die müden Knochen zu regenerieren, denn noch war das Wochenende ja nicht geschafft.

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