577 – KILL (survived)

Ein Laufwochenende der besonderen Art, denn schließlich startete ich das erste Mal seit Biel 2010 wieder „in die Nacht“, indem wir um 18 Uhr aufbrachen.
Die Sonne war schon untergegangen, die Stirnlampen gaben ein Lichtkonzert und als sich der Tross der Läufer (ich glaube, es waren ca. 40 Teilnehmer) den Berg heraufwand, gab es ein tolles Bild ab. Ich konnte es besonders gut beobachten, weil ich zusammen mit Mirko und Lothar ganz hinten lief 😉
Diese Position änderte sich auch während des Laufes kaum – wobei wir jedoch den einen oder anderen (bzw. seine Stirnlampe) auch mal zu Gesicht bekommen haben.

Besonders fies bei diesem Lauf war tatsächlich die Dunkelheit. 80 km am Stück sind zwar auch sonst schon anstrengend, aber wenn man sich immer auf den Lichtkegel der eigenen Lampe konzentrieren muss, darauf, dass man nicht über eine Wurzel stolpert oder in ein Wildschwein rennt – das belastet doch ein bisschen. Von der Müdigkeit ganz zu schweigen. Denn schließlich bin ich ungefähr bei Kilometer 40 im Gehen (es ging bergan) eingeschlafen. Quasi Sekundenschlaf auf der Laufstrecke.
Zu diesem Zeitpunkt dachte ich auch, dass ich den Lauf wohl nicht mehr beenden würde. Wie sollte es erst werden, wenn noch 5 oder 6 Stunden vergangen waren? Aber zum einen, ist Müdigkeit nun wirklich kein Grund aufzugeben und zum anderen hatte ich ja auch noch zwei Mitläufer, die ich nicht enttäuschen wollte. Ich glaube, besonders Mirko wäre entsetzt gewesen, wenn ich den Gedanken zu dem Zeitpunkt auch nur angesprochen hätte. Und komischerweise ging es mir auch fast schlagartig besser, als ich mich einmal dazu durchgerungen hatte, wohl doch weiterzulaufen. Es ist und bleibt halt oft einfach eine Kopfsache, ob man solch einen Ultra erfolgreich finisht oder nicht. Und eine Sache des Magens! Denn eine unserer Mitläuferinnen hatte so schlimme Magenprobleme, dass sie nichts bei sich behalten konnte – und so ist der Lauf natürlich nicht zu schaffen. Sie schleppte sich noch bis Kilometer 50 (2. VP), aber dann war es vorbei.

Wir anderen hatten mehr Glück und kamen so (auch dank des GPS-Gerätes! Ohne das wären wir wohl verloren gewesen) nach 14:19 h ins Ziel. 14:19 h für 80 Kilometer? „Das ist ja langsam“, werden manche jetzt wohl denken. Und ihr habt recht: Es ist ziemlich langsam. Aber ich bin froh, dass wir die Strecke überhaupt geschafft haben – und da ist dann die Zeit auch ziemlich egal.

Am Sonntag habe ich dann quasi komplett gepennt. Das Geburtstagsfrühstück mit Hanka vor der Siegerehrung habe ich noch durchgehalten und auch die Siegerehrung noch halbwegs miterlebt, aber schon im Auto auf der Heimfahrt war kein kompletter vernünftiger Satz mehr aus mir herauszubekommen. Batterien leer.
So habe ich dann auch von Sonntag 14 Uhr bis Montag 5 Uhr früh geschlafen.
Und während ich auf der Laufstrecke noch dachte: „Na, mal sehen, ob das was wird, mit dem Run2Kill im Februar“, bin ich jetzt schon wieder optimistisch und freue mich auf neue Herausforderungen in und um Hildesheim. Schließlich wachsen wir ja mit unseren Aufgaben. Und beim Laufen gilt dies ganz besonders.

Vorfreudige Grüße,

Stefan

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Eine Antwort to “577 – KILL (survived)”

  1. Frank Lomott Says:

    Glückwunsch Stefan. Tja, so ein Stirnlampenlauf ist nicht einfach, kann aber auch viel bewirken.

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