551 – Dresden-Marathon Tag 3

Marathon in Dresden. Das verspricht gutes Wetter, eine tolle Stimmung – die Sachsen sind quasi berühmt dafür – und natürlich einen herrlichen Blick auf das Panorama von „Elbflorenz“. So sollte es auch diesmal werden, denn das Wetter strahlte mit uns um die Wette und die Dresdner machten mit ihrem Jubel ihrem Ruf wieder alle Ehre.

Wir waren eigentlich ganz pünktlich gestartet, aber durch die etwas erschwerte Parkplatz-Suche (schließlich wollten ja noch mehr zum Marathon) und dem Umstand, dass wir meinen Chip noch registrieren lassen mussten, wurde es am Ende doch ein wenig eng. So kamen wir erst um 10 Uhr an die Startlinie, konnten aber noch den Countdown mitzählen und das Feld erstmal an uns vorbeiflanieren lassen. Wir wollten sowieso hinten starten – was sollten wir den Kenianern vor den Füßen rumstehen, wenn wir doch eine 6-Stunden-Zeit eingeplant hatten.

Um fünf nach zehn ging es dann auch für uns über die Startlinie und mit unseren orangenen „Kostümen“ ernteten wir so viel Lächeln, tolle Sprüche und Aufmunterung, dass die erste Hälfte quasi wie von alleine lief. Wir hatten eingeplant, nicht zu schnell anzugehen (etwas unter 3 Stunden für die erste Hälfte), aber da machte uns Thomas einen Strich durch die Rechnung. Thomas war der Besenwagen – in Form eines Fahrradfahrers – und machte uns nicht nur darauf aufmerksam, dass wir schon für einige Kilometer uns am hinteren Ende tummelten (das machte uns ja nicht viel aus!), sondern auch, dass wir uns ein wenig sputen müssten. Er hatte die strikte Anweisung, alle, die nach 10:40 Uhr noch nicht die 2. Runde (bei ca. 20 km) angefangen hatten, aus dem Rennen zu nehmen. Das bedeutete, wir müssten die erste Runde in 2:35 h laufen – denn 5 Minuten fehlten uns ja schon vom späten Start.

Natürlich versuchten wir es nicht gleich mit sportlichen Antworten auf diese Herausforderung, sondern versuchten zunächst Thomas zu bestechen. Mit Charme, Aussicht auf viel Geld und letztendlich einem Appell an seine Gnade. Aber Thomas stand wie ein Fels – er wankte nicht und ließ sich nicht überzeugen. Immerhin meinte er aber, dass wir es bestimmt schaffen würden und dass er uns auf jeden Fall die Daumen drückt. Na gut: So hieß es also, in der ersten Runde ein bisschen mehr Gas zu geben – dafür könnten wir uns ja in der zweiten umso mehr ausruhen. Prompt flitzte Nicole auch los und war auch durch die aufgebauten Verpflegungsstände einfach nicht zu bremsen. Wir behielten die Uhr im Blick und nicht nur, dass wir die Rote Laterne nach ein paar Kilometern abgeben konnten – und somit Thomas auch ein wenig Abwechslung bieten konnten -, nein! wir liefen auch noch eine richtig gute Halbmarathon-Zeit. Ich glaube, unsere Durchgangsmarke lag bei 2:31 h – was schon sehr nahe an Nicoles Rekord über diese Strecke heranreicht..
Zwischendurch wurde natürlich trotzdem viel geschwatzt, geulkt und mit den Zuschauern gespaßt, sodass wir jede Menge Freude hatten. Bei Kilometer 18 musste ich meine übliche Toiletten-Pause einlegen (die diesmal etwas länger dauerte, aber das ist eine andere Geschichte ;-)) und so mussten Bernd und ich einen kurzen Zwischenspurt einlegen, um Kolle wieder einzuholen, aber es war auch die reinste Freude, sie in ihrem leuchtenden Dress durch den Großen Garten laufen zu sehen!
Die schönsten Bezeichnungen, die uns übrigens vom Publikum verpassten wurden, waren: „Stadtreinigung“ (bzw. „Müllabfuhr“ – das war eindeutig der Favorit!), „Holländer“ (auch oft gewählt) und einmal sogar „die 3 Spermien“ – wie derjenige darauf gekommen ist, kann ich aber beim besten Willen nicht sagen!

Ziemlich genau auf der Hälfte – als wir unsere Zeitvorgabe so bravourös geschafft hatten – begegneten wir dann meiner Mama und Lukas (die beiden waren aus Freiberg mit dem Zug nachgefahren) und Hanka, die ganz in der Nähe das Läuferfeld an sich vorbeiziehen ließ. Natürlich gab es ein großes Jubeln, Winken, Freuen – und wir gingen auf unseren zweiten Abschnitt, während die anderen 3 sich ein hübsches Eiscafé suchten. Nach Schilderung von Hanka waren wir aber noch weit, weit zu sehen – so sehr haben wir gestrahlt 🙂
Die zweiten 21 Kilometer wurden dann ein bisschen zäher, denn bei Nicole fing das Knie wieder an zu mucken. Der Fuß hielt – dank Bandage – sehr gut durch und auch konditionell war alles prima, aber irgendwie mag das Knie die langen Läufe zur Zeit noch nicht so sehr. So legten wir ab und zu Gehpausen ein, versuchten das Knie zu entlasten und doch dauerte es bis Kilometer 40, bis Nicole einen Laufstil fand, den auch ihr Knie mochte. Aber Nicole wäre ja nicht Nicole, wenn sie sich da nicht durchbeißen würde und so biss sie die Zähne zusammen und schaffte mit uns gemeinsam auch noch die restlichen Kilometer. Wir hatten sogar noch Begleitung von einem weiteren Besenwagen – einem Auto mit Musikanlage, dessen Besatzung sich bei jedem VP, bei jeder Sambaband (von denen es nicht wenige gab) für die tolle Unterstützung bedankte. Und das noch mal das Publikum anheizte, die „deg-Renner“ zu unterstützen. Was die dann auch gern taten. Kurz: Es waren sehr schöne, wenn auch anstrengende letzte Kilometer und im Ziel waren wir einfach überglücklich, dass alle es geschafft haben. So ganz nebenbei hat Nicole damit auch ihre bisherige Marathon-Bestzeit um 21 Minuten(!) unterboten und hat – mal wieder – gezeigt, was in ihr steckt und wozu sie in der Lage ist. Ein paar mal dachte ich einfach: „Wow!“

Tja, das war’s schon….
Wir ließen unseren Dresden-Ausflug noch mit Erdinger Alkoholfrei und Bratwurst, Pommes, Langos auf dem nahe gelegenen Rummel ausklingen. Lukas durfte sich noch mal im Autoscooter austoben (was ihm sichtlich Spaß gemacht hat) und dann ging es schon wieder auf die Heimfahrt. Wir hatten ein wunderbares Wochenende, viele schöne Erlebnisse und denken bestimmt noch oft zurück an unseren Auftritt als „Holländer“ im „Team Hanka“.

Bis zum nächsten Mal und „vaarwel“.

Stefan

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2 Antworten to “551 – Dresden-Marathon Tag 3”

  1. Annimistrator Says:

    Besenfahrrad find‘ ich cool; das wäre glatt was für mich! Allerdings würde ich im Moment noch lieber selber laufen, wenn auch nicht gleich Marathon … aber sollte es je wieder klappen mit dem Laufen, dann laufe ich einen Halbmarathon, das ist hiermit versprochen!

    Annimistrator

  2. Frank Lomott Says:

    Hallo Du holländische Spermie,

    ein sehr amüsanter Bericht. Hab mich drüber gefreut. Was ist eigentlich mit Nicol los. Hat die den Elkli-Virus? Richte ihr auch mal bitte herzliche Grüße aus und Dir Glückwunsch zum 1xx.? Marathon.

    Viele Grüße aus Hamburg
    Frank

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