534 (ebm) – Beim Laufen in Berlin

Da stand ich nun an der Startlinie, neben mir flachsten Asterix und Obelix noch ein bisschen rum und nach ein paar Sekunden fiel schon der Startschuss und die Läufer sputeten los. Es war so ein schönes Gefühl: die Zuschauer klatschten an der Seite, die Sonne strahlte auf Berlin herab, die schönen Eindrücke vor dem Start des Rennens – all das war einfach nur zum Genießen und so sauste ich die ersten 400 Meter völlig unbeschwert an allen vorbei – die Straße vor mir quasi menschenleer. Wirklich ein seltenes Gefühl beim Berlin-Marathon 🙂

„Momement mal!“, dachte ich bei mir. Wenn vor mir niemand zu sehen ist, müssen alle hintendran sein. Das bedeutet, dass da einige zehntausend Läufer von hinten angerannt kommen??? Wahnsinn!
Das wollte ich mir ansehen und so stellte ich mich auf der Straße des 17. Juni auf den Mittelstreifen und ließ das Feld an mir vorbeifließen. Ich klatschte fleißig mit, feuerte meine Mitläufer an und lachte mit der Sonne um die Wette.
Es tat einfach so gut, die freudigen, erwartenden und manchmal auch ängstlichen Gesichter zu sehen, ein bisschen Aufmunterung zu geben und immer wieder ein „Hallo!“ zu bekommen. Das Feld floss um mich herum und ich fühlte mich wahrhaft als Teil eines großen Ganzen.
Mitunter bekam ich sogar ein bekanntes Gesicht zu sehen (und wurde trotz Kostüms auch erkannt): Uli und Hajo vom 100 Marathon Club kamen vorbei und Karin, die ich vom NOK-Lauf kenne.

Nach einer Viertelstunde Gaudi und Jubel machte ich mich dann auch auf die letzten 41,8 Kilometer und hatte, dank meines Kostüms an jeder Ecke lachende Gesichter vor mir. Jubelrufe und Staunen allerorten – und natürlich die häufigste Frage: „Ist dir nicht heiß?“

Aber schon für die Anfeuerung und für alle großen Kinderaugen hat sich das Schwitzen gelohnt und ich bin mir sicher: Wenn ich im nächsten Jahr wieder ein Kostüm auftreiben kann, dann wandele ich wieder verkleidet durch die Straßen Berlins. Es war einfach zu schön!
Und falls jemand fragt: Ja, auch beim nächsten Berlin-Marathon möchte ich wieder mit dabei sein. Natürlich ist total viel Kommerz mit dabei, die Veranstaltung ist viel zu teuer, wir bezahlen als Läufer mit dafür, dass Weltrekordler und Hasen eingekauft werden (wovon wir gar nichts haben). Aber es stimmt auch, dass Berlin ein ganz eigenes Flair hat, dass es ein prima Publikum ist, dass jeden (und besonders kleine Königstiger ;-)) anfeuert und einfach ein Flair, dass ich bei keinem anderen Marathon erlebt habe. Deshalb im nächsten Jahr: Auf ein Neues!

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