534 – Am Start in Berlin

Es gibt eigentlich so viel zu berichten, was mir in den letzten Wochen Schönes, Gutes und Nettes widerfahren ist, dass ich gar nicht so recht weiß, wo ich denn beginnen soll. Aber immer, wenn es mir so geht, fange ich einfach da an, wo es mir gerade einfällt und das ist diesmal: der Berlin-Marathon.

Ich habe da nämlich noch etwas offen, dass ich (den meisten) Blog-Lesern bisher vorenthalten habe: Bilder zum Ereignis und natürlich die „Geschichte dahinter“. Bilder gibt’s unter dem Link am Ende des Artikels – die Geschichte gibt es sofort.

Alles hatte damit angefangen, dass ich bei allen meinen Berliner Marathon-Teilnahmen schlichtweg begeistert war von den Läufern in „Ganzkörperkostümen“. Wer jetzt gleich an Frank Drebin und „Ganzkörperkondome“ denkt, der liegt damit gar nicht so falsch. Was ich meine, sind relativ unbequeme Verkleidungen, die den ganzen Körper umhüllen und beim Publikum und unter den Läufern für gute Stimmung sorgen. Genau so etwas wollte ich auch haben und dank Hankas diesjährigem Geburtstagsgeschenk (im Juli) habe ich genau so etwas erhalten. In meinem Fall war es ein „Tiger-Kostüm“, inklusive Kopf und einem niedlichen Schwänzchen.

Gestartet bin ich mit dem Kostüm von zu Hause aus und habe in der S-Bahn schon die ersten bewundernden und verstörten Blicke geerntet. Viele habe gelächelt, ihren Nachbar angestupst und sich einfach gefreut über die lustige Aufmachung.
Da ich dann beim Start meine Mitläufer Silke, Micha und Thomas ganz klassisch verpasst habe, war ich ca. 1 Stunde vor dem Start des Laufes mit allem fertig und wollte mich in die (noch sehr leere) Startaufstellung einreihen, um den Startschuss von Wowi und Henry Maske abzuwarten. Da mir dies aber letztendlich zu langweilig erschien und ich erfahren hatte, dass mein Startblock (G) sowieso erst um 9:10 Uhr gestartet wird, dachte ich mir, dass ich mir auch noch den Start der Elite, ganz nah und in echt ansehen könnte. Es würde ja noch genügend Zeit bleiben, um mich wieder in das Feld einzureihen.

Als ich dann vorne zwischen den Zuschauern stand, sprach mich gleich eine Frau an, dass sie totaler Katzenfan sei und tatsächlich: an Ihrer Hand, die sie mir stolz präsentierte, prangten mehrere Ringe mit Katzenmotiven aller Art. Da die Frau mir aber ein wenig aufdringlich schien und ich eigentlich in Ruhe den Start des Rennens sehen wollte, habe ich mich – ich gebe es zu: das war nicht nett – als Brite ausgegeben und mich nur Englisch mit ihr unterhalten.
Das ging etwas holprig, da ihr Englisch eher mit Händen und Füßen funktionierte, aber so wurde es dennoch ein ganz nettes – wenn auch nicht zu tiefgründiges – Gespräch über das Laufen, die Leute an der Strecke und natürlich „Haile“. Ein ganz schlechtes Gewissen hatte ich, als sie mich fragte, wo aus England ich denn herkommen würde und ich flunkerte „near London….“.
Gegen 8:40 Uhr tauchte dann auf meiner anderen Seite noch eine echte Britin auf und sprach mich an und ich dachte, dass mein Schwindel spätestens jetzt auffliegt, doch obwohl ich glaube, dass sie es gemerkt hat (ich spreche Englisch mit a strange accent), hat sie mich nicht auffliegen lassen.
Was dann das allerbeste war: Die Britin neben mir erzählte mir, dass wir genau richtig stünden. In der Gasse vor uns (es war eine Art abgesperrter Gang) würden die Elite-Läufer zum Start geführt werden. Quasi zum Greifen nah. Und wirklich: Ungefähr 10 Minuten vor 9 Uhr kamen sie alle an uns vorbei: Haile Gebrselassie, Patrick Makau, Falk Cierpinski (der den Lauf leider nicht beenden konnte :-(), Paula Radcliffe, Irina Mikitenko und die anderen Großen der Laufszene. Schon dafür hat es sich gelohnt, aber als ich dann in „meinen“ Startblock gehen wollte nach dem offiziellen Start, wurde es noch besser. Vom Startblock „E“ (der letzte vom 9-Uhr-Start) gingen die letzten über die Startlinie und „F“ rückte langsam nach. Genügend Platz für mich, um mich vorne mit einzureihen (wo ich schon mal da stand) und so konnte ich aus der zweiten Reihe starten. Und das beim Berlin-Marathon – ein tolles Gefühl.
Wie es dann weiterging, das hören wir im nächsten Blog-Artikel. Schließlich habe ich meine 99 Wörter bereits kräftig (und genussvoll) überzogen 🙂

Bilder vom Berlin-Marathon gibt es übrigens hier: https://picasaweb.google.com/109716790720652427111/BerlinMarathon2011?authkey=Gv1sRgCKGS-oT8-ryMbg#5656714048668764018.

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2 Antworten to “534 – Am Start in Berlin”

  1. Laufmauselke Says:

    cooles Kostüm, aber bestimmt kein cooles feeling 🙂
    Toll Stefan, was Du (und Hanka) Dir immer wieder einfallen läßt.
    Und Mary Poppins wae meine Freundin Monika. 🙂
    Danke für den schönen Bericht und die tollen Bilder.
    Bin gespannt auf die Fortsetzung.
    Liebe Grüße
    Elke

  2. 99woerter Says:

    Das ist ja toll – ich habe sie gar nicht erkannt, obwohl ich sie sogar auf der Strecke gesehen hatte!

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