тридцать – Baltic Run 2011 Tag 4

In Ueckermünde wurde in diesem Jahr – wie auch schon in Prenzlau – auf einen anderen Essenslieferanten als im Vorjahr vertraut. Und wie in Prenzlau (ihr wisst schon: Koch-Show in der Turnhalle!) hatten wir auch diesmal totales Glück mit dem Wechsel. Der Neue – Betreiber des Eiscafés gegenüber der Schule, mit dessen Süßspeisen wir im letzten Jahr schon regen Kontakt hatten – hat ein Büffet hingezaubert, dass sich sehen lassen konnte: Fisch & Fleisch, Nudeln & Reis, Suppe & Obst, frisches Gemüse und ein tolles Nachtisch-Angebot. Und alles sooooo lecker! Schon für das Essen hat sich das Gerenne gelohnt und dabei waren wir ja noch nicht mal bei der legendären Frau Natzke angekommen.

Da wir am Nachmittag – kurz nach VP 6, ungefähr bei Kilometer 52 – über eine aktive Hubbrücke auf die Insel gelangten, mussten wir mit unseren Startzeiten Rücksicht nehmen und starteten somit erst um 7:30 Uhr (frühe Gruppe) bzw. um 8:15 Uhr (späte Gruppe). So waren Bernd und ich gemeinsam mit Marcus diejenigen, die die vierte unterschiedliche Startzeit an 4 Tagen hatten. Sigrid Eichner wäre zwar auch mit diesem Privileg bedacht worden, da sie am Tag zuvor das Zeitlimit jedoch deutlich überschritten hatte (unter anderem – aber nicht nur – weil sie sich in Prenzlau arg verlaufen hatte), konnte sie am Mittwoch und Donnerstag nicht mehr antreten.

Da wir diesmal wieder in einer größeren Gruppe starteten, war der erste Abschnitt wesentlich abwechslungsreicher als am Tag zuvor. Viele Läufer sahen wir noch bis zum 1. VP (wieder vorbildlich besetzt von Ecky und Jakob Stutzke) und konnten so auch ein bisschen mit den anderen quatschen. Das heißt: Ein wenig muss ich diese Aussage einschränken, denn gerade durch unseren frühen Start am dritten Tag, holten uns auch viele Läufer der ersten Gruppe nach und nach ein und es ergab sich oft die Gelegenheit – so zum Beispiel mit Klaus „Keule“ Neumann (u.a. erfolgreicher Trans-Europa-Finisher!) – zum Schwatz. Kirsten hat uns sogar so hartnäckig verfolgt, dass wir ihr ab Nicoles VP bei jeder weiteren Begegnung ein Liedchen singen konnten („Wir treffen uns täglich an VP4, ohoho, oh yeah!…“)
So ist es meistens bei den Etappenläufen (jedenfalls bei den dreien, die ich bisher mitgemacht habe): Nach und nach gleicht sich das Ende des Feldes an und ich (der ich ja immer am Ende laufe) sehe dann auch mal andere Gesichter.

Landschaftlich ist diese vierte Etappe eigentlich die schönste des Baltic-Runs, wenn auch nicht die einfachste! Man läuft einige Kilometer durch das Naturschutzgebiet „Rosenhagener Beck“ – eine wunderhübsche Moorlandschaft mit Enten, Schwänen und anderen Wasservögeln im Schilf. Der Pfad windet sich wunderbar zwischen den Wasserflächen und gibt einem immer wieder neue Eindrücke und Ausblicke.
Besonders hübsch war es anzusehen, als Antje Müller (führende Frau, schnelle Gruppe) an uns vorbeizog. Durch das mannshohe Schilf war weiter vorne immer nur ihr Kopf zu sehen, der sich fast wie von alleine durch die Landschaft vor uns schlängelte.

Ab dem Beck wurde es „ein bisschen zäh“, wie Bernd es so schön ausdrückt. Wir hatten halt doch schon ein paar Kilometer in den Beinen (u.a. hatten wir am Tag zuvor den 500. gemeinsamen baltischen Kilometer gefeiert :-)) und die machten sich so langsam bemerkbar. Das Gute – und Überraschende – war bloß, dass weder Bernd noch ich ernsthafte Probleme – z.B. muskuläre oder entzündungsbedingte – hatten. Und die Schwierigkeit voran zu kommen ist in erster Linie eine Kopfsache. Oder wie ein Streakrunner (ich glaube, es war Ole der Langsame) es ausdrückte: Laufen ist zu 80% Kopfsache und 20% menthal.

Ganz kurze Anmerkung noch: Das Pre-Finish-Bier gab es diesmal am Zwischen-VP, den unser Kofferträger Tom (ehemaliger Gewichtheber) und Carola zwischen 5 und 6 aufgemacht hatten. Der „Frische-Markt“ musste uns diesmal bedienen (wie übrigens auch schon im letzten Jahr). „So früh?“ werdet ihr vielleicht fragen. Ja!, ab und zu braucht es die Motivation mal ein bisschen eher, denn wir waren noch nicht auf Usedom und die Sonne brannte auf uns herab. Aber mit Bierchen und „Help!“ von den Beatles (Wunschlied an VP 6 bei Elisa und Rudi), schafften wir auch noch die letzten 12 Kilometer auf der Insel.

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