тридцать один – Baltic Run 2011 Tag 5

Und schon sind wir beim letzten Tag des Baltic-Runs angekommen. Und so schnell, wie es auch vielleicht beim Lesen der Berichte vorgekommen ist, kam mir auch der Lauf selbst vor. Dadurch dass wir (Bernd & ich) gar keine ernsthaften Probleme hatten und wirklich bis zum letzten Tag für uns alles glatt lief, flogen die Tage einfach nur so dahin.

Aber zum letzten Tag des Baltic-Run gehört natürlich auch traditionell der Vorabend bei Frau Natzke. Bei dieser tollen Wirtin, die ihr Gasthaus genau am Usedomer Stadttor hat, gibt es das leckerste Essen vom gesamten Baltic-Run und da ihr Motto zusätzlich lautet: „Hauptsache es werden alle satt!“, bleibt wirklich kein Wunsch offen.
Eine einzige, kleine Einschränkung mussten Bernd, Nicole und ich allerdings hinnehmen: Wir hatten „Hallendienst“ und mussten die Turnhalle bewachen (da wir keinen Schlüssel hatten), bis der erste vom Essen wiederkam. Es dauerte eine Weile, bis Jakob und Eugene auftauchten, aber dann stürzten wir mit dem Auto sofort zum Gasthof. Und obwohl das Büffet schon ziemlich geplündert war, fanden sich doch noch genügend Leckereien für uns: So zum Beispiel Broiler oder so zarter Kassler, dass er quasi auf der Zunge auseinander fiel. Frau Natzke machte ihrem Ruf wieder alle Ehre und aus meiner Sicht hat sie ihren Titel als beste Verpflegerin beim Baltic-Run auch in diesem Jahr wieder verteidigt.

Nun aber zur fünften Etappe 2011 und ich muss sagen: Es war die tollste Etappe, die ich beim Baltic-Run je erlebt habe. Da das Wetter sich ein bisschen zugezogen hatte – es nieselte sogar -, waren wir wesentlich frischer drauf und zogen wie befreit ab. Wir flogen praktisch an den ersten VP´s vorbei und kamen als achte Läufer überhaupt nach 31 Kilometern bei Nicole und Danae am 4. VP an. Mit einem Kilometer-Schnitt von 6:35 Minuten! Ab diesem Zeitpunkt war das Zeitlimit ganz offiziell aufgehoben – „Ab hier könnt ihr rückwärts laufen.“, wie Jörg es vor fünf Tagen in einer Turnhalle in Frohnau ausgedrückt hatte. Und anlässlich dieser wichtigen Marke – wichtig jedenfalls für Bernd und mich, die doch bis dahin immer auf die Uhr schauen mussten – gab es bei den Mädchen Sekt und Lachen. Eigentlich wollten wir auch noch auf Sascha warten, der mit Annett – unserer flinken Physiotherapeuthin – in der 8-Uhr-Gruppe gestartet war, um mit ihm unser Pre-Finish-Bier gemeinsam zu trinken. Sascha hat halt auch nichts gegen ein kühles Blondes auf dem Weg – aber für ein Treffen an VP 4 waren wir einfach ein bisschen zu fix und so machten wir uns schon mal auf den Weg in die Usedomer Berge.

Auch bei VP 5 – bei Hartmut und Sabine – kam er noch nicht angewetzt und trotz extra langer Pinkel-Pause war er noch nicht in Sicht. Als wir uns dann aber wieder in Trab setzten, holten die beiden uns bald ein. Sascha sah ein wenig erschöpft aus, weil Annett ihn über 40 Kilometer mit „Fahrtenspiel“ getrieben hatte. Auch wir versuchten uns kurz mit ihr, gaben es aber schnell wieder auf, denn die flotte Annett war auch nach der Marathon-Distanz noch so frisch wie auf dem ersten Kilometer.
Wir dachten schon: „Die beiden sehen wir erst im Ziel wieder“, als sie an einer der tückischen Steigungen (> 10%) aus dem Blickfeld entschwanden. Doch 2 Kilometer später – kurz vor VP 6 – standen sie im Biergarten an und Sascha bestellte das Kühle 🙂

So kamen wir also auch auf Usedom zum Pre-Finish-Bier – und dank Hartmut an VP 7 auch zu einem zweiten. Wir saßen so gemütlich da – das Zeitlimit war ja aufgehoben -, nuckelten am Bierchen und schauten amüsiert zu, wie Antje am Biergarten vorbeizog. „Nee, nee – ihr schon wieder“ (in breitem Leipzscher Dialekt), meinte sie freundschaftlich zu uns.
Doch da auch die schönste Zeit mal vorbei ist, waren die Flaschen bald geleert und Sascha und Annett zogen diesmal wirklich fort, sodass wir sie erst im Ziel wiedersahen. An VP 6 – nur 500 Meter danach – gab es aber schon die nächste schöne Begegnung: Elisa und Rudi hatten, extra für uns, wieder die Beatles aufgelegt und bei warmer Brühe kamen auch noch Dietrich, Kurt und Doris an und feierten mit uns gemeinsam das Ende aller Zeitlimits.

Mit diesen dreien blieben wir dann auch für die letzten 16 Kilometer ungefähr auf einer Höhe und die letzten 11 liefen wir komplett mit „Do-o-o-o-oris, oh-ohoho“. Es war alles so entspannt, befreit, glücklich, genial, unfassbar, toll! Muss ich noch erwähnen, dass wir uns 100 Meter vor dem Ziel noch unser letztes Pre-Finish-Bier abholten? Für Doris ein Glas Sekt und für die Jungs jeweils ein Lübzer im echten Bierglas vom Eiscafé. So zogen wir gemeinsam lachend in Karlshagen ins Ziel ein und grinsten über alle Backen.

Und so geht auch der schönste Lauf einmal zu Ende. Wie immer gäbe es noch hunderte von kleinen Begegnungen, Geschichten, Erlebnissen zu erzählen. Aber ein wenig davon muss ich ja doch noch für zukünftige, persönliche Begegnungen aufsparen und außerdem sind die 99 Wörter schon wieder mehr als voll.

Bis hierhin baltische Grüße,
Stefan

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2 Antworten to “тридцать один – Baltic Run 2011 Tag 5”

  1. Aussteiger T.H. Says:

    Hey,
    ich will auch mal mit Euch feiern !
    Das ganze alkoholfreie Weichei-Zielbier ging mir auch auf den Nerv.

    Viele Gruesse vom Aussteiger ohne Pre-Finish-Bier

    • 99woerter Says:

      Gerne – und erst recht gerne beim nächsten Baltic-Run 🙂
      Und du weißt ja, Thomas: Dort wo wir sind ist vorne – ganz unabhängig von der Platzierung 😉

      Stefan

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