двадцать – Baltischer Vorabend

Am Samstag vor dem Baltic-Run findet in Berlin immer das Abholen der Startnummern ab. Da man den Baltic-Run durchaus als „familiären Lauf“ bezeichnen kann, gleicht dieser – eigentliche organisatorische – Akt auch eher einem Familientreffen – inklusive leckerem Büffet und alkoholfreiem Bier aus der Flasche.

Und wieder waren – wie das halt bei Familienfeiern so üblich ist – viele bekannte Gesichter da. Ich hoffe, dass ich alle zusammenbekomme und – vor allem -, dass die Aufzählung nicht zu langweilig wird. Falls ich jetzt jemanden vergessen sollte – was bestimmt der Fall ist -, dann taucht er ja vielleicht in dem einen oder anderen Etappenbericht mit auf.

Dabei fällt mir auf, dass an jenem „Vorabend“ – Samstag vor einer Woche – ja noch mehr passiert ist, was durchaus schilderungswürdig ist.
Zunächst war ich auf der Hochzeit meiner Kommilitonen Jenny und Martin. Ich bin eher mit Martin gut befreundet, verstehe mich aber auch mit Jenny gut und es war einfach toll, die Braut im wallenden Brautkleid zu sehen. Sie kam vor die Kirche in Köpenick in einer eigenen Kutsche angefahren, während Martin schon in Schlips und Kragen – und sichtlich aufgeregt – dort wartete. Fast wie im Märchen.
Die Trauung fand dann in der St.-Laurentius-Kirche statt und der Pfarrer sprach unter anderem – wie sein Kollege eine Woche zuvor bei der Hochzeit von Alex und Julia in Dresden – das Hohe Lied der Liebe aus dem 1. Korintherbrief an – eine Stelle, die wirklich schön und rührend ist in der Bibel.
Das Merk-würdige während der Trauung war bloß, dass ca. 80% der Anwesenden sichtbar und deutlich Nicht-Christen waren. Die kirchliche Hochzeit fand auf Jennys Wunsch statt und ihre Familie ist – so erschien es mir jedenfalls – auch durchweg gläubig. Da aber mehr Personen von Martins Familie da waren und die Freunde der beiden auch eher nicht-christlich sind, kam die hohe Quote zustande. So wurden die Lieder – aus Unkenntnis – eher mitgemurmelt und beim Vater-Unser waren nur wenige Stimmen zu hören.

Der Pfarrer machte es aber dennoch sehr souverän und schloss in die Bitten für das Brautpaar – obwohl an Gott gerichtet – doch ganz praktische und handfeste Tipps mit ein. Mit Bernd kam ich während einer Etappe des Baltic-Runs übrigens auch darauf zu sprechen, warum – bzw. mit welcher Rechtfertigung – sich gerade die Kirche als moralische Instanz ansieht. Warum ein Glaube an ein höheres Wesen, an einen „Schöpfer“, für die Beurteilung von Gut und Böse förderlich – ja: sogar notwendig – sein soll. Aber das ist eine Frage, die ich bestimmt noch mal ausführlicher aufgreife und in einem anderen Artikel behandele. Hier wollte ich bloß sagen, dass es auch bei der kirchlichen Hochzeit – wie bei der standesamtlichen von Elisa und Sebastian – gute Ratschläge für das Zusammenleben gab und dass den beiden einfach alles Glück zu wünschen ist.

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