одиннадцать – Wenn es denn mal vorbei ist

Ich bin immer noch auf dem Saarbrücker Flughafen, immer noch im relativ trostlosen Café, direkt gegenüber der Spielautomaten (wo sich gerade wieder ein armer Schlucker rangesetzt hat und scheinbar gelangweilt und stur auf die Tasten drückt) und im Hintergrund dudelt das Radio. Keine Angst, mir geht es besser, als diese Schilderung erwarten lässt, denn immerhin ist es relativ ruhig und ich kann Wartezeiten ganz gut ab. Außerdem hatte ich vorhin schon ganz nette Unterhaltung.

Was ich aber eigentlich sagen wollte und weshalb ich doch noch mal kurz zum Blog gegriffen habe, ist, dass ich im Radio eine Werbung für Organspende gehört habe. Seit Jahren schon hatte ich vor, mir einen Organspendeausweis zuzulegen, habe aber immer wieder vergessen, daran zu denken. Da ich jetzt aber sowieso gerade online bin, habe ich es schnell erledigt (hat nur 1 Minute gedauert) und muss meinen Ausweis jetzt noch ausdrucken und ins Portemonnaie stecken. Ich dachte eigentlich, dass es keine große Sache wäre, aber spätestens bei der Frage, welche Organe ich spenden würde im Todesfall („ohne Einschränkung“, „mit Ausnahme folgender Organe…“ oder „nur die Organe…“) wurde mir schon ziemlich mulmig zumute. Die Vorstellung des eigenen Todes wird dabei konkret und greifbar für mich – und bleibt doch emotional unbegreiflich.

Ich glaube, am besten komme ich mit dem Gedanken „Tod“ zurecht, wenn ich gerade nicht daran denke und in den allermeisten Fällen gelingt mir das ganz gut. Und wenn es mich dann doch mal so überkommt, wie eben, dann denke ich einen Gedanken, der mich immer wieder beruhigt: „Ich hatte keine Angst vor dem Geborenwerden. Warum sollte ich dann Angst vor dem Sterben haben?“

Aber genug für jetzt davon, ich will ja gar nicht so viel grübeln! Was ich bloß sagen wollte: Falls ihr auch mit dem Gedanken spielt, eure Organe nach dem Tod anderen Menschen zur Verfügung zu stellen: Zögert nicht. Man weiß nicht wann es vorbei ist und unter Umständen rettet ihr damit einem Menschen das Leben. Und wie ein jüdisches Sprichwort sagt: „Wer einen Menschen rettet, rettet eine ganze Welt.“

Nachdenkliche Grüße,
Stefan

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Eine Antwort to “одиннадцать – Wenn es denn mal vorbei ist”

  1. Lumi Says:

    Ich kann das mulmige Gefühl nachvollziehen. So ging es Micha und mir auch beim Ausfüllen – denn eigentlich will man nicht an den Fall der Fälle denken.
    Aber ich finde es gut und richtig, wenn die Menschen einen Ogranspendeausweis bei sich haben (selbst wenn „keine Entnahme“ angekreuzt ist) – damit wird den Hinterbliebenen ggf. die Bürde genommen, gefragt zu werden und entscheiden zu müssen. (wenn man denn Glück hat und man nicht wie bei meiner Oma auf Ärzte trifft, die den „Wunsch“ des Toten übergehen und trotzdem den Ehemann fragen.)

    Für mich ist es aber ein guter Gedanke, ggf. jem. anderem das Leben zu retten. Auch wenn ich Verwandte verstehen kann, die sowas gar nicht wissen wollen.

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