шесть – Thüringen Ultra Nr. 1

Es ist schon merkwürdig, wie sich die 100 km, die ja doch eine lange Strecke (sowohl von den Kilometern als auch von der verbrachten Zeit – 14 h) sind, im Rückblick verdichten. Von dem ganzen Lauf bleiben an konkreten Eindrücken nur eine handvoll zurück. Zum Beispiel, wie ich Donielle (die Amerikanerin vom MIAU) kurz nach dem Start überraschend getroffen habe und wir uns gegenseitig die Daumen gedrückt haben oder wie bei Kilometer 80 Hans-Dieter Weißhaar – wieder ein Weltrekordler, diesmal mit 126 Zielankünften der größte 100-Meilen-Sammler – neben uns den Berg hochstieg und zu Petra und mir scherzhaft-provokant meinte: „100 km – das ist das nichts halbes und nichts ganzes“.
Erinnerungsblitze, die immer wieder auftauchen, wenn ich an den Lauf denke und erst, wenn ich richtig eintauche, in die Erinnerung, zieht das ganze Panorama des Thüringer Walds vor mir auf. Ich will es, für den Bericht, noch mal versuchen.

Los ging es bereits um 4 Uhr morgens und auch, wenn der Lauf laut Aussagen vieler Lauffreunde „noch schöner als der Rennsteiglauf“ sein sollte, fand ich dies doch schon eine arge Zumutung. Als Entschädigung hatten sie aber brühend heißen, tiefschwarzen, starken Kaffee geladen und das ließ die Lider doch irgendwann oben bleiben. Und es ist ja auch zu verstehen: Bei 18 Stunden Zeitlimit (also relativ komfortabel), dass früh gestartet werden muss.
Am Frühstückstisch traf ich dann Martin wieder, wir schwatzten ein wenig über die Herausforderung – aber irgendwie waren wir beide ganz zuversichtlich, das Ziel auch zu erreichen. So war letztendlich gar nicht viel zu sagen und kurz vor vier begaben wir uns mit den anderen zum Start.

Dieser war schön illuminiert von Schwedenfeuern rechts und links des Wegrands und wenn man daran vorbei lief, ergab das einen prickelnden Gegensatz zur kalten Nacht, die draußen herrschte.
Kalt? Ja, so um die 8 Grad hatten wir wohl, aber da ich dachte, dass es warm werden würde, wenn die Sonne erst mal rauskommt, war ich nur im T-Shirt gestartet. Die Annahme stimmte wohl, bloß die Voraussetzungen nicht: Die Sonne kam während des Tages einfach so gut wie nie raus! So fror ich ganz schön, besonders an den Armen, aber das war ja auch letztendlich nur Motivation, noch weiter zu laufen.

Die ersten Kilometer lief ich mit RunningPetra und Ramona von den Streakrunnern gemeinsam. Petra wollte ihren ersten Hunderter schaffen (hat sie auch: 14:15 h :-)) und Ramona wollte einfach nur ein paar Kilometer gemeinsam laufen. Sie laboriert immer noch an ihrem Fuß und kann deshalb leider noch nicht wieder so lange Strecken laufen. Bis Kilometer 24 kam sie mit und tauchte später immer mal wieder mit Petras Mann – Rainer – an der Strecke auf.
Nach 8 Kilometern kam Martin dann vorbeigezogen und ich ließ mich einfach mitziehen und quatschte noch ein bisschen mit ihm. Er will demnächst wieder einen 48-Stunden-Lauf machen (in Köln) und nach meinen Erfahrungen beim 24er klappte mir da nur die Kinnlade herunter. Aber der Junge hat Begleitung (sein Freund Pascal und dessen Freundin) und so gemeinsam im Team, werden die 3 es schon packen!
Am 1. Verpflegungsstand – bei dem auch die 100-Meilen-Läufer zu uns stießen -, verlor ich ihn schließlich aus den Augen und lief also alleine weiter meinen Stiefel. Es kamen ja auch so immer wieder bekannte Gesichter vorbei, unter anderem Jörg Gerlach, den ich vom Deutschlandlauf kenne, und dessen 4-Wochen-Programm lautete: Biel (11.6., 100 km), Zugspitz-Ultra (25.6., 101 km und 5474 Höhenmeter) und schließlich die 100 Meilen vom Thüringen Ultra und alle erfolgreich beendet!

Tja, und eigentlich ist es wie immer: Je länger die Rennen, desto länger die Blog-Einträge und so brauche ich schon wieder zwei Artikel, um vom TU zu berichten. Dazwischen kommt natürlich noch fix die Wochenbilanz und dann hat sich der Laden. Ich hoffe, es ist nicht zu langatmig, wenn ich so von den langen Läufen berichte – falls doch bitte einfach eine diskrete Mail senden. Ich werde die Hinweise berücksichtigen 😉

Ausdauernde Grüße,
Stefan

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