Doksan sekiz – Auf dem Weg nach Allermöhe (HH)

Wie fast immer, war es quasi unmöglich, pünktlich von Arbeit wegzukommen. Manchmal ist es eine Diskussion, die sich noch etwas länger hinzieht, manchmal muss ein Programmteil oder Problem unbedingt noch zu Ende gebracht werden und manchmal ist es – wie in diesem Fall – eine Beratung, die sich in die Länge zieht und den Abflug verzögert. Ich hatte noch mit zwei anderen Kollegen eine Beratung zu einem Projekt, das wir gern durchführen wollen und da konnte ich nicht einfach sagen: So, ich muss los! Zumal die potenziellen Auftraggeber mit an der Beratung teilnahmen.

Aber weg vom beruflichen, zurück zum sozialen. Denn darum dreht sich doch ziemlich viel beim Laufen. Der Sport ist mehr, als von A nach B (oder oft: von A nach A) zu kommen. Es geht darum, nette Leute kennenzulernen, immer wieder mal zu treffen (unregelmäßig zwar, aber doch irgendwie erwartet) und dann Gespräche über den Sinn des Laufens, des Lebens und des Universums zu führen. Oder manchmal eben auch einfach nur darum, was denn der andere so macht, um seine Brötchen und Laufschuhe zu verdienen.
Durch den späten Aufbruch von Arbeit (ca. 17:30 Uhr) hatten wir zwar das Glück, dass wir nicht in einen Stau kamen (bei der Strecke Berlin – Hamburg weiß man ja nie so genau!), waren aber auch erst kurz vor 21 Uhr in unserem Hotel in Hamburg Allermöhe angekommen. Da die (warme) Küche um neun schloss, bestellten wir noch schnell etwas zu essen und verschoben den Bezug des Zimmers (das gleiche wie vor einem Jahr) und das Läufchen, das noch ausstand einfach nach hinten.

Das Restaurant in Allermöhe ist wunderbar eingerichtet: Von der Decke hängt allerlei Klimperzeug und Gefaddel, aber es macht nicht den Eindruck, als ob es da nicht hingehören würde. Es prägt so dermaßen den Raum, dass ich wirklich erstaunt wäre, dorthin zu kommen und es nicht zu sehen. Neben alten Geigen und Bügeleisen hängen dort Nudelhölzer, Armbanduhren, Backformen und ein Akkordeon. Alles hübsch durcheinander an Schnüren befestigt und die Sammelwut des Chefs kennt anscheinend noch keine Grenzen: Eine der aktuellsten Anschaffungen ist ein ausrangierter Herzschrittmacher.

Nach dem Essen, das eigentlich viel zu viel war, drehte ich noch eine „Proberunde“ um den Allermöher See und konnte mich so bei Sonnenuntergang schon mal auf den morgigen Tag einstimmen. Eine schöne, ruhige Gegend am Südrand von Hamburg – wenn da die Mücken nicht wären. Aber davon ließ ich mich nicht stören, trabte weiter in die beginnende Nacht und freute mich auf den morgigen Tag.

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