Doksan dokuz – 2 von 3

Der Samstag begann bereits um halb fünf mit dem Aufstehen. Dabei hatte ich noch Glück, da wir ja genau neben der Laufstrecke genächtigt hatten. Andere, wie zum Beispiel Helferin Claudi, mussten bereits um 3 Uhr aus den Federn, um es rechtzeitig nach Hamburg zu schaffen. Diesmal leider nicht dabei war unsere Statistikerin vom 100 MC – Erika. Sie braucht zur Zeit erst mal etwas Abstand vom Laufen und hat sich deshalb für dieses Jahr aus der Organisation zurückgezogen. Ihr Bruder Peter (ebenfalls 100 MC-Mitglied) und Uli schmissen die Veranstaltung aber auch so bravourös.

Pünktlich um 5 Uhr ging es dann auch los und wie um diese Zeit üblich kam noch nicht viel mehr als ein vernuscheltes „Morgen!“ über die Lippen. Aber die Luft war frisch, das Wetter zum Glück trocken geblieben und so freuten wir uns alle auf einen schönen Marathon. Und solch einer sollte es auch werden.

Ich musste mich ein bisschen ranhalten, da es nur bis 9:30 Uhr im Hotel Frühstück gab und ich das Frühstück aus dem letzten Jahr noch in lebhafter Erinnerung hatte. Genauso, wie sich der Frühstückskellner noch lebhaft an uns erinnern konnte, wie er erzählte. So spurtete ich also um den Platz und erreichte das Ziel tatsächlich in knapp 4:18 Stunden. Das bedeutete nicht nur, dass ich das Frühstück noch schaffen würde (Rührei mit frisch gebratenem Speck, Lachsbrötchen, frischer Orangensaft – lecker!), sondern auch, dass ich anderthalb Stunden bis zum Start des nächsten Marathons (11 Uhr) hatte. Eine ausreichende Zeit, wie ich dachte.

Aber ach! Manchmal denke ich es mir so einfach und dann wird es höllisch schwer. Natürlich hatte ich beim zweiten Marathon noch schwere Beine, weil ja schon 42,195 Kilometer hinter mir lagen, aber dass es so arg wird, hätte ich nicht gedacht. Bereits in der 4. Runde (nach ca. 9 Kilometern) hatte ich das Gefühl, als ob ich mich sofort hinlegen müsste. Aber ich dachte an Mirko und seine Verdammung des „DNF“ und quälte mich weiter über die Runden. Aufgelockert wurde es, als mich Rita zum Beispiel in der 8. Runde (von 16) versägte. Sie holte mich ein, wir liefen ein Ründchen zusammen (wobei sie mir erzählte, wie abenteuerlich es ist, von Itzehoe nach Hamburg Allermöhe zu kommen) und nach der Runde musste ich mich erst mal – wie nach jeder Runde beim 2. Marathon – am Verpflegungsstand ausruhen. Rita walkte unbeirrt (und schnell) weiter und ich kriegte sie bei diesem Lauf nicht mehr ein.

Die Kilometer zogen und zogen sich, aber ich wollte den Lauf partout nicht abbrechen. So wurde es am Ende eine Zeit von 5:38 h und ich bin zwar froh, dass ich mich durchgebissen habe, aber so möchte ich nicht laufen. Laufen soll Spaß machen und auch wenn es mal Quälerei ist, so möchte ich doch nicht nur laufen, um irgendwelche Rennen zu beenden (bzw. zu finishen). Ich bin mir nicht ganz sicher, woran es letztendlich lag, ob es am relativ flotten Auftaktmarathon (in Hinblick darauf, dass ich an diesem Tag drei laufen wollte) lag oder am zu wenigen Schlaf, den ich bekommen habe. Zweiteres ist wahrscheinlicher und so nehme ich mir mal wieder vor, pünktlicher ins Bett zu gehen. Wenn da nur das Bloggen nicht immer wäre 🙂

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