Doksan beş – Fête avec les amis

„Wenn du keine Zeit für deine Freunde hast, hast du mit der Zeit keine Freunde mehr“ lautet ein Sprichwort, dass ich sehr weise finde. Und gerade weil ich so gerne so viel unternehme und eigentlich überall spontan zusagen, muss ich aufpassen, dass ich einzelne Freunde dabei nicht vernachlässige. Das soll natürlich auch nicht darin ausarten, dass ich mir Kalendereinträge mache, wie „Jetzt mal wieder mit XY treffen“ – das wäre mir dann doch reichlich suspekt! Und richtig gute Freunde zeigen sich aus meiner Sicht auch darin, wie es ist, sie nach langer Zeit, wenn man sich mal nicht gesehen, hat, wieder zu treffen. Wenn dann das alte Gefühl zurückkommt und die Stimmung einfach locker ist – ganz egal, was man macht -, dann sind es die richtigen Leute für mich. Und falls nicht – dann wird es vielleicht beim nächsten mal wieder so. Das Leben ist einfach zu kompliziert, um es auf simple Regeln zu reduzieren. Obwohl ich ja denke, dass die „letzte Ursache“ (oder die erste – je nachdem, aus welcher Richtung man sich nähert) eine wirklich überraschend einfache ist. Aber jetzt schweife ich schon wieder vom Thema ab…

Es war Zeit, dass wir wieder mal was mit Kommilitonen machen und so bot sich Mittsommer mit der „Fête de la musique“ geradezu an und Marcel, Thomas und ich verabredeten uns im Volkspark Friedrichshain. Es spielte eine befreundete Band von Marcel – ganz einfach mit Autobatterie, Verstärker, 1 Gittare, 1 Keyboard, 1 Cajón als Schlagzeugersatz und eine niedliche Sängerin mit einer echt tollen Stimme. Das reicht schon aus, um gute Musik zu machen und obwohl das Konzert sehr kurz war (nur ca. 6 Lieder), da die Band wahrscheinlich auch noch was von der Fête haben wollte, war es wunderbar, dort zu sitzen, im Takt zu wippen und im Sonnenschein auf der Wiese die Musik zu genießen.

Nach dem Ausflug zum Bürgerpark fuhren wir im geleasten Smart (mein erstes Mal im Smart!) zum Mauerpark weiter. Der war zwar erwartungsgemäß ziemlich voll, da er quasi die zentrale Bühne in Berlin für die Fête de la müsique ist, aber da er auch sehr groß ist, findet man praktisch immer ein Eckchen, wo man ein bisschen seine Ruhe hat. So saßen Thomas und ich noch, blickten in die untergehende Sonne über der Stadt, genossen die Stimmung und den Tag und ließen es uns einfach gut gehen.

Wirklich eine schöne Idee, diese Umsonst-und-draußen-Fete und man ist – anders als bei anderen Festivals – nah an den Bands dran. Es hat so etwas Guerilla-mäßiges an sich, wenn jeder, der möchte, einfach seine Gitarre oder ein Schlagzeug mitbringt und anfängt, seine Musik zu machen. Wem´s gefällt, der bleibt stehen und klatscht.
Zu Mittsommer immer eine tolle Sache!

Musikinfizierte Grüße,
Stefan

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