Seksen beş – Görlitz-Marathon

Nicht sehr oft habe ich die Gelegenheit nach Freiberg zu kommen. Ich weiß, ich könnte öfter – wie mein Papa sagt: „Alles eine Frage der Prioritäten.“ 😉 – und meine Mama würde mich liebend gern auch öfter empfangen, allein: die Termine! Es gibt ja auch noch so viel anders zu tun!

So blieb es auch diesmal nur bei einem ganz kurzen Abstecher. Wir kamen aus Trier an (23:30 Uhr), machten kurz Zwischenhalt bei „Wiener Nudeln“ und einem Gespräch; frühstückten noch mit meiner Mama und dann hieß es am nächsten Morgen auch schon wieder: Auf nach Görlitz!

Görlitz? Ja, genau! Diese Stadt im östlichsten Zipfel von Deutschland, grenzend schon an Polen (wo es, glaube ich „Gorelec“ heißt – Recherche gerade nicht möglich, leider) und hübsch saniert und herausgeputzt. Gerade für den Sommer.
In Görlitz findet alljährlich der „Europa-Marathon“ statt und in den Ankündigungen las es sich immer prima, wenn davon erzählt wurde, dass er – ähnlich wie der Usedom-Marathon im Norden – die beiden Nachbarländer miteinander verbindet. Nun, die Idee ist ja auch wirkilich gut – enttäuscht war ich dann aber davon, wie wenig wir von Polen sahen. Es ging, nach ca. 3 Kilometern, auf die andere Seite des Flusses xxx (auch hier fehlt die Recherche!), der die Grenze zwischen Polen und Deutschland bildet. Auffällig war natürlich sofort die anderssprachige Werbung, Schilder, Straßennamen – ansonsten war aber wenig „charakteristisches“ zu entdecken. Bis auf eine Blaskapelle, die lustig-schmetternd ihr Repertoire zum besten gaben. Mit viel Engagement und Spaß bei der Sache.
Durch´s Örtchen ging es aber leider nur ein kurzes Stück, bevor wir auf die Landstraße ausgespuckt wurden. Dies bedeutete 3 Kilometer (ungefähr) schnurgeradeaus in die eine Richtung, wenden und die 3 Kilometer wieder zurück. Als Ausblick gab es hier nur Felder und Wiesen. Anschließend wieder auf fast dem gleichen Weg durch die Görlitzer Nachbarstadt, über den Fluss und nach ungefähr 12 Kilometern war unser polnischer Ausflug schon wieder vorbei. Ich fragte noch, ob wir noch einmal über die Grenze kommen, weil ich so verwundert war, dass das schon alles gewesen sein soll, aber ich bekam nur ein „Ja, das war´s“ zurück und lief ein bisschen desillusionierter weite.

Der restliche Teil der Strecke war zwar stellenweise ganz hübsch – ich glaube, wir lernten halb Görlitz auf der Tour kennen – hatte aber auch ziemliche Längen, z.B. als es nach ca. 25 km aus der Stadt raus und auf die Landstraße ging, wo wir stur der Hauptstraße folgten. Zum Glück hatte ich Heiko – ein Kollege aus dem 100MC und ebenfalls 82er Baujahr – dabei und so wurde die Tour nicht allzu monoton.
Richtig anstrengend wurde es, als wir in die 30er Kilometer kamen. Die Hitze war inzwischen ziemlich angestiegen (gefühlt über 30 Grad) und obwohl die Verpflegungspunkte wirklich nah beeinander standen, konnten wir den nächsten immer kaum erwarten.
Aber so ein bisschen Hitze haut uns ja nicht um und obwohl ich Heiko auf den letzten Kilometern verlassen musste, kamen wir beide noch gut und lächelnd ins Ziel.

Zusammengefasst heißt es für mich, dass Görlitz ein Marathon ist, den man nicht unbedingt machen muss, aber eine Stadt, die man unbedingt mal besuchen sollte. Und wenn man schon mal da ist, kann man ja doch den Marathon laufen.
Nach einem Kaffee und einem Eis ging es dann wieder nach Berlin und ein schönes Wochenende mit 3 weiteren Zählern und – viel wichtiger! – vielen schönen Eindrücken geht zu Ende.

Hunsrück-Görlitz-sche Grüße,
Stefan

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Eine Antwort to “Seksen beş – Görlitz-Marathon”

  1. Dietrich Says:

    Was man im Einheitsdeutschland so alles nicht lernt, ist schon interessant:
    Der Fluß heißt Neiße (vgl.Oder-Neiße-Grenze, deren Anerkennung übrigens im Vertrag von Görlitz 1950 staatlich besiegelt wurde, und nicht erst vor 20 Jahren, wie Geschichtsvergessene dieses Jahr feiern), der ehemalige Stadtteil östlich der Neiße heißt heute Zgrozelec.

    Und wo war der Meridian?

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