Seksen iki – SH I

Breite grüne Wälder, Berg und Tal, durch die sich die Autobahn windet und eine frische Luft, die praktisch zum Greifen ist. Das war ich bisher nur vom Rennsteig gewohnt, aber so etwas gibt es auch im Saarland und Rheinland-Pfalz.
Gemeint ist der „Saar-Hunsrück-Steig“, ein Wanderweg, der sich – ohne auf lästige Ländergrenzen Rücksicht zu nehmen – quer durch das östliche Saarland bzw. die westliche Pfalz schlängelt.

Grund genug, in dieser schönen Landschaft einen Lauf zu veranstalten, dachte sich Bernhard Sesterheim (u.a. selbst Finisher des Badwater Ultra Race, Marathon de Sable und andren riesigen Herausforderungen) und stellte mit seinem Team (kräftig unterstützt von seiner Frau) einen schönen 2-Tages-Lauf auf die Beine. Limitiert auf 80 Teilnehmer – also ein überschaubares Feld – gelang diese Premiere rundherum und als nach zwei Tagen die Läufer und Betreuer gemeinsam im Ziel in Trier saßen – bei Bratwurst und Kartoffelsalat -, da hörte ich nur zufriedene Stimmen.

Aber vor den Kartoffelsalat hat Gott den Schweiß gesetzt und so lief ich gemeinsam mit Mirko an meiner Seite 120 Kilometer in den beiden Tagen. Aufbruch war an der „Edelsteinstraße“ – wobei ich gar nicht wusste, dass es in deutschen Landen so etwas edles gibt – und schon dort zeigte sich die ganze Schönheit des Wanderwegs: dichte Wälder, zerklüftete Kletterpartien, enge Wege – dann aber auch wieder einladende Alleen, praktisch Highways für Trail-Läufer.

Zunächst ging es eine kleine Runde im Kreis – knapp 7 Kilometer, wahrscheinlich um auf die angegebenen Kilometer zu kommen -, bevor wir uns von dem Startort in der Nähe von Idar-Oberstein in Richtung Braunshausen auf den Weg machten.
Lothar Preißler begleitete uns ein Stück, da er wegen einer kürzlichen Operation noch langsam laufen wollte. Aber wir hatten schon Befürchtung, dass er es nicht lange in unserem Tempo (ca. 10 min/km im Schnitt) aushalten würde und prompt nach der zweiten Verpflegung (19 km) verloren wir den Ungeduldigen aus den Augen.

Wer uns netterweise am VP aufhielt war Hanka, die überraschend früh aufgetaucht war und gerade auf einer der Sinnesbänke am Wegrand gemütlich sonnenbadete – gemeinsam mit ihren „Dienstagsfrauen“. Da mussten wir natürlich kurz anhalten, schwatzen, Erinnerungsfotos machen usw.
Als wir uns wieder in Bewegung setzten, war Lothar nicht mehr zu sehen, aber wir dachten uns, er würde das Ziel schon finden.
Ach!, wäre er doch bei uns geblieben! Kurz vor dem Ende (ca. 4 km vor dem Ziel), verlief er sich mit zwei Läuferinnen und gelangte schon auf den Abschnitt des nächsten Tages. 10 Kilometer Umweg, Erschöpfung, Frust – das ganze Programm. Da Lothar aber nicht nachtragend ist – auch nicht sich selbst gegenüber – war am nächsten Tag anscheinend schon alles wieder gut.

Aber zurück zum Steig: Wir setzten unseren Weg zu zweit fort, kraxelten über Bergesrücken, verliefen uns auch 2-3 mal (vor allem um Hoxel, VP 3), was aber irgendwie dazu zu gehören schien. Komischerweise haben wir uns am zweiten Tag gar nicht verlaufen – vielleicht waren unsere Augen da schon an das blau-weiß-grüne Abzeichen des Wanderwegs gewöhnt. Denn auch, wenn sie im Saarland fast nichts haben – schöne Wanderwegzeichen – die haben sie!

Zur Fortsetzung angedachte Grüße,
Stefan

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