Yetmis sekiz – kino.tot :-(

kino.to wurde geschlossen, wie der Spiegel heute berichtete und wie mit einem Aufruf der Seite einfach nachzuvollziehen ist.

Ziemlich schade, denn immer wenn es draußen zu sehr geregnet hat, wenn der Abend noch nicht verplant war oder wenn ich einfach wissen wollte, wie denn dieser oder jener Film nun ausging, lautete die Anlaufstelle http://kino.to.
Wie heute Spiegel Online berichtet, sind die mutmaßlichen Betreiber der Seite festgenommen – mit der Begründung der Bildung einer „kriminellen Vereinigung“. Was das kriminelle ist, scheint mir noch nicht ganz klar, denn wie kino.to immer behauptet hat (und ich bin mir relativ sicher, dass dies stimmt), haben sie keine Medien (Filme, Serien, etc.) auf ihren Servern zwischengespeichert oder vervielfältigt. Eine „Raubkopie“ durch kino.to liegt also nicht vor.
Was bleibt dann noch übrig als Klageerhebung? „Beihilfe zur Raubkopie“? Wohl kaum!
Ich bin gespannt was die Dresdener – ausgerechnet Sachsen! – Staatsanwaltschaft daraus zimmert und denke, wir werden in den nächsten Tagen noch einiges davon hören. Sicher bewegen sich hier die Staatsanwaltschaft und die Verhafteten auf rechtlich sehr dünnem Eis.

Aber zurück zum eigentlichen „Problem“. Ist denn kino.to wirklich so schlimm? Gut, man kann Filme schauen, für die man im Kino sonst Eintritt bezahlen müsste. Aber zum einen ist die Qualität wesentlich schlechter (von der Problematik der Bandbreite und ständiger Filmunterbrechung wegen „Pufferung“ oder anderer technischer Probleme ganz zu schweigen!) und zum anderen kann ich mir (relativ) aktuelle Filme ja auch im Privatfernsehen ansehen, ohne dafür zu bezahlen!

Wo ist also das Problem?
Ich schätze, der Dorn im Auge der Gesetzeshüter (oder besser gesagt: Der Interessenten aus der Medienwirtschaft, die Druck auf die Politiker ausüben, die wiederum Druck auf die Polizei ausüben) ist einfach, dass es nicht zu kontrollieren ist. Man kann den Nutzern von kino.to einfach nicht vorschreiben, welche Filme (und vor allem: welche Werbung!) sie heute abend ansehen sollen. Das Objekt der Fernsehlandschaft wird zum Subjekt im Selbstbedienungsladen Internet.

Dem hat die Staatsanwaltschaft jetzt erst mal einen Riegel vorgeschoben, aber ich bin mir sicher: Einen solchen Trend – zur individuelleren Gestaltung, sofortigen Abruf, einfacheren Zugriffen etc. – kann man nicht mit Verhaftungen oder Einschüchterungen aufhalten. Es ist ein gesellschaftliches Phänomen und wird sich – wenn vielleicht nicht auf kino.to, dann halt auf http://www.movie2k.to/ oder anderen Alternativseiten – durchsetzen.

Ist das Kino damit tot? Keineswegs! Ich gehe ja nicht in erster Linie ins Kino um einen Film anzuschauen (dafür gibt es ja auch Videotheken, Filmabende, Fernsehen, …), sondern um die Atmosphäre zu genießen, den tollen Sound, die riesige Leinwand, die Spannung in der Dunkelheit und manchmal auch ein gemütliches Schläfchen!

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