Elli dört – Shopping

Verschlafen! Morgens um halb neun – der vereinbarten Frühstückszeit – klopft es an meine Zimmertür (mein Zimmer ist der Essensraum) und mir bleibt nichts anderes übrig, als ein „Komme….“ zu rufen und in Nachtwäsche zur Tür zu schlurfen. Dass so noch nicht an Frühstück zu denken ist – zumal ich den Brötchen-Dienst habe – ist klar und so wird dieses kurzerhand um eine halbe Stunde verschoben. So habe ich Zeit, mich in eine zivilisierte Form zu bringen und Nicole und Yvonne können Brötchen einkaufen im Tesco um die Ecke.

Als wir dann endlich doch alle am Tisch saßen, fragte Martin ganz unschuldig: „Du Schatzi, hast du den Zimmerschlüssel?“ – Nicole hatte ihn jedoch nicht und dies ist wirklich fies an den hiesigen Zimmertüren: Sobald man den Raum verlässt und die Tür nicht festhält oder etwas dazwischen klemmt, fällt sie ins Schloss und lässt sich nur noch mit einem Schlüssel öffnen. Es kann also ziemlich leicht passieren, dass man mal den Schlüssel im Zimmer vergisst.
Zum Glück hat die Rezeption von 9 Uhr bis 5 Uhr morgens geöffnet und so konnte Martin gleich den Ersatzschlüssel besorgen und den richtigen Schlüssel wieder aus dem Zimmer holen.

Apropos ‚Martin‘! An dieser Stelle, wird es wohl Zeit, ein bisschen was über die Namen unserer Reisegesellschaft zu erzählen. Da wir zwei „Martin“s haben, mussten wir sie ja irgendwie unterscheiden und so wurde Martin Z. (der Kollege von Yvonne und Nicole) einfach „Kalle“ genannt (wie Yvonne darauf kam, kann ich nicht ganz sagen) und Martin B. kurzerhand „Mieze“, was auch sein Spitzname unter Freunden ist. Damit Kalle aber mit seinem Namen nicht ganz allein ist, kam es über ein paar ethymologische Umwege zu ähnlichen Namen für uns alle: Nicole ist Kolle, Yvonne „Polle“, Mieze heißt jetzt ab und zu „Kelle“ und ich selbst bin zu „Kulle“ mutiert. Besonders lustig ist das, wenn jemand in der U-Bahn durchzählt: „Kelle, Kulle, Kalle, seid ihr alle da?“

Unser dritter Urlaubstag war den Einkaufstempeln geweiht. Da es sowieso regnen sollte (Regenwahrscheinlichkeit: 75%), dachten wir uns, dass es am besten ist, den Tag drinnen zu verbringen. Und da Kaufhäuser meist überdacht sind, verband sich hier das nützliche mit dem angenehmen.
Zunächst kamen wir im ‚Harrods‘ an – dem wohl berühmtesten Kaufhaus der Welt. Besonders die Food-Abteilung war beeindruckend und am allerbeeindruckendsten dort waren die Preise. Ein Kilogramm Kirschen kostete dort ca. 95 Pfund (= rund 120 Euro). Wow!, dachte ich – das wird doch niemand für stinknormale Kirschen ausgeben. Als jedoch gleich darauf eine Japanerin an den Tresen trat und für 3 sehr kleine Schachteln Kirschen (insgesamt ca. 15 Stück) eben mal so 85 Pfund ausgegeben hat, musste ich wohl oder übel einsehen, dass es doch so jemanden gibt.

Weiter durch die Möbel-Abteilung (mit vielen antiquarischen Möbeln – sehr beeindruckend!), Spielzeug-Abteilung (viel zum Ausprobieren) und vorbei an der Diana-Dodi-Gedächtnis-Fontäne schlenderten wir durch Harrods. Wieder draußen brauchten wir erst mal einen Kaffee, aber nach dem Erlebnis mit den Kirschen, wollten wir lieber nicht ausprobieren, wie es ist, einen Kaffee im Harrods zu trinken. So suchten wir mal wieder das Goldene M auf und genossen dort Toiletten und Kaffee (der überraschend gut ist). Schließlich gibt es auch bei McDonald´s in London jeden 7. Kaffee umsonst („Buy 6, get 1 free!“).

Frisch gestärkt ging es nach Camden Town – einem früheren Hippie- und heutigen Flohmarkt-Viertel, in dem der Geist der alten Zeit sich merkwürdig und lustig mit dem Kommerz der neueren vermischt. Hätten wir gewollt, hätten wir uns den Körper vollständig tätowieren lassen können – genug Auswahl an Läden gab es auf jeden Fall. Da sich aber keiner so richtig sicher war, sprangen von diesem Einkaufsausflug nur ein bisschen Schmuck und ein schickes „Big-Lebowski“-Shirt (für Kalle) heraus, bevor wir uns wieder auf den Weg in die City machten.

Denn unsere Einkaufstour war ja noch nicht erledigt: „Pimwark“ (oder so ähnlich) in der Oxord Street stand noch auf dem Programm und was sich äußerlich als ganz normales Kaufhaus tarnte, entpuppte sich im Inneren als Schnäppchentempel allererster Güte. Überall standen, hingen und lagen günstige Klamotten rum und wir waren gefühlte zwei Stunden damit beschäftigt, unseren beiden Mädchen hinterher zu tapsen und die Einkaufstasche zu tragen. Die bedankten sich daführ gebührend und hatten wirklich am Ende fette Beute gemacht: Nicole hatte ca. 20 Teile in ihrer Tasche für zusammen 68 Pfund und Yvonnen ungefähr 15 für 49 Pfund.
Beeindruckend war zudem die Schlange vor der Damenumkleide. Die war ca. 70 Meter lang und obwohl ich schon gehört hatte, dass die Engländer prima im Anstellen sind, war ich dennoch massiv beeindruckt.

Abends dann in einen Pub am Hyde Park, Fish & Chips, Guiness und Fußball-Europa-Liga-Finale.

Geshoppte Grüße,
Stefan

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