Otuz sekiz – Landsauna Lilienthal

„26 Grad und es wird noch heißer, mach´ den Beat nie wieder leiser!“ schoss es mir am Ostersamstag des öfteren durch den Kopf und ich fragte mich mehr als einmal: „Wo ist hier noch ein Fitzelchen Schatten?“
Es war heiß, besonders heiß für April und an Schatten war auf der flachen, offenen Fläche in Bremen Lilienthal leider kaum zu glauben. Gegen die Sonne halfen da nur das Basecap und das reichhaltige Getränkeangebot von Carsten. Ach so: Es geht um den 2. Lauf der Lilienthaler Marathonserie – diesmal passenderweise in unmittelbarer Nähe der Landsauna Lilienthal – manchmal hatte ich das Gefühl, wir laufen mitten in jener.

Aber ganz in Ruhe von vorne. Der erste kleine „Kampf“ war schon vor dem eigentlichen Start zum Marathon auszufechten, denn ich musste zum ersten Mal – wie auch Mirko beim WUFF schon eindrucksvoll berichtet hatte – einen Marathon-Termin mit meiner Familie „abstimmen“. Vorschlägen für gemeinsame Aktivitäten wie Fußball (Neffen), Spazierengehen (Schwester, Mama), Spiele (Schwager) oder einfach gemeinsame nette Zeit (Hanka) stand meine Bitte um einen kleinen Marathon gegenüber. Das erforderte Verhandlungsgeschick!

Erst mal mit der harten Wahrheit rausrücken („Ich würde gerne…“), dann die ersten Zugeständnisse („Es muss ja nur einer sein…“), Flexibilität beweisen („Ist mir eigentlich egal, ob Samstag oder Sonntag…“) und natürlich Bereitschaft für den Verzicht („Ich muss ja gar nicht unbedingt, aber schön wäre es ja schon….“).
Mit diesem Cocktail aus Argumenten, dem Versprechen, abends dann nicht schlapp zu machen und der Idee, dass der Marathon auch für einen gemeinsamen Ausflug genutzt werden könne, erhielt ich schließlich meine Startlizenz. Angemeldet war ich natürlich schon, aber mit dem Segen der Familie ist es natürlich gleich viel besser 🙂

Frühmorgens fuhr erst mal unsere Vorhut nach Lilienthal: Hanka, meine Mama, mein Neffe Lukas und ich brachen bereist um 7:45 Uhr aus Ganderkesee auf und kamen vorbildlich pünktlich in Lilienthal, an der Arbeitsstätte von Carsten, dem Organisator, an. Das war überraschenderweise ein Fitness-Studio: Er ist Trainer (oder so ähnlich) für Fahrradkurse. Aber kein Spinning, denn „das ist, wo die Leute tot vom Fahrrad fallen!“, laut Aussage von Carsten.
Neben Carsten waren noch Martin Traeder (das jüngste 100 MC-Mitglied), Dietrich Eberle, Heiner, Michael Kienle (der später in guten 4 Stunden Erster wurde), Abbi Henne (Marathon-Organisator aus Lübeck) da, sodass wir ein kleines, übersichtliches, aber sehr nettes Läuferfeld bildeten.

Der Kurs war eine 2,3-Kilometer-Runde, die 19 mal gelaufen wurde. Sie befand sich zwar in einem Gewerbegebiet, war aber dennoch abwechslungsreich genug, sodass es nicht langweilig wurde. Das beste war, dass der Kurs auf einer sehr kleinen Grundfläche lag, sodass meine Familie immer wieder an Teile der Strecken kommen konnte und meine Neffen und meine Schwester sogar ein paar Runden mit mir gemeinsam laufen konnten. So hatte ich auf ungefähr 5 meiner 19 Runden Begleitung und diese trug mich wirklich über die harten Kilometer des Marathons. Aber nach 4:45:02 h war auch die sonnenheiße Strecke hinter mich gebracht und ich konnte mich endlich unter eine schattige Jacke flüchten. Dazu ein alkoholfreies Weizen, eine warme Dusche und erst mal ausruhen und Kräfte sammeln für den nächsten Tagesordnungspunkt: Bewegungszentrum für Kinder.

Was sich dahinter verbirgt, wie wir die Aliens abwehrten und uns gleichzeitig als Piraten und Cowboys prächtig schlugen und jede Menge Spaß – all das folgt im nächsten Beitrag. Für heute sind es ja auch genügend Worte.

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