Üç – Und dann müsst ihr nur noch die Skipiste rauf…

Da ich sowieso mit dem Bloggen kaum hinterher komme, zäume ich heute mal das Pferd von hinten auf und fange mit dem WUFF an. Der WUFF (= Winziger Ultralauf für Frühlingsfreunde) wird auch gerne der kleine Bruder des MIAU genannt. Wie ich jetzt weiß, ist es ein fieser kleiner Bruder.

Begonnen hat alles in München: 5 tapfere Läufer, statt 50 Leute (die es wohl in wenigen Wochen werden), hatten sich am Siegestor in München getroffen und nach einer kleinen Quizeinlage durch Organisator und Mitläufer Bernd [„Nach welchem Vorbild ist das Siegestor in München entstanden?“

a) L´Arc de Triomphe (Paris)
b) Konstantinsbogen (Rom)
c) Brandenburger Tor (Berlin)
d) Washington Square Arch (New York City)
] ging es – fast pünktlich – um 7:30 Uhr in Richtung Englischer Garten los.

Da die Strecke seit dem letzten Jahr nichts von ihrer Schönheit eingebüßt hat (sogar viele der netten rot-orangen Pfeile waren noch zu sehen), wurde es wieder ein wunderbarer Lauf. Immer entlang der leise plätschernden Isar und ab und zu stießen wir auf unsere tolle Marketenderin Hanka. Diese hatte Bananen, Würstchen, Haselnusstafeln, Frischkäse und Camembert und viele andere Leckereien im Gepäck und dies war kein unwichtiger Grund, dass wir (Mirko und ich) für die 74 Kilometer bis Lenggries knappe 12 Stunden gebraucht haben. Diverse Umwege, um die einzigartige Schönheit der bayerischen Landschaft kennen zu lernen, taten ihr übriges.

Es war ein sonniger Vormittag und so hätte es eigentlich auch bleiben können, aber die Alpen hatten diesmal für uns auch etwas Nieselregen im Gepäck. Aber mit angenehmer Begleitung (und Mirko ist da wirklich ein feiner Zeitgenosse), macht auch solches Wetter nichts aus und so trabten wir im gemütlichen Ultraschlappschritt unsere Kilometer. Und wenn ich nicht gerade wieder triefte, rief ich Mirko zur Geschwindigkeitskontrolle alle 5 Kilometer ein „ACHTUNG – 5 km sind um!“ zu. So verging die Zeit wie im Fluge und ehe wir uns versahen, waren wir schon an der letzten Station unserer freundlichen Versorgerin. Dort deckten wir uns eilig mit langärmeligen Oberteilen ein (schließlich war es doch ein wenig kühl geworden) und stürzten noch ein paar Schluck Cola herunter, ehe Hanka hektisch aufbrechen musste. Bis Lenggries waren es noch gute 20 km (Hanka war etwas ab vom Schuss) und 45 Minuten später fuhr die letzte Bergbahn auf den Brauneck-Gipfel. Außerdem mussten noch ein paar Utensilien im Hotel „Alpenrose“ verstaut und das Auto geparkt und die Koffer geschnappt werden und und und.

Um es gleich vorwegzunehmen: Hanka hat es bravourös geschafft und ist – schwer beladen, aber glücklich – in die quasi allerletzte Gondel um 16:28 Uhr gefallen. Als um 16:31 Uhr der Anruf mit dem OK kam, war ich erst mal beruhigt – Hanka hatte es schon mal geschafft. Jetzt mussten wir nur noch folgen.

Bis Lenggries verlief alles ganz planmäßig – sogar die 2 oder 3 Verlaufer waren vorauszusehen – und als wir 19 Uhr – mittlerweile war es dunkel draußen – im Hotel „Alpenrose“ ankamen, um Wanderstöcke (für die Gipfelbesteigung) und das übrige Equipment abzuholen, fühlten wir uns noch ganz frisch. Die weit aufgerissenen Augen der Wirtin, als wir ihr sagten, dass wir noch zum Brauneckhaus hoch wollten, hätten uns vielleicht warnen sollen – bestätigten uns in unserer Tollkühnheit aber eher noch.

Der Aufstieg begann dann auch ganz harmlos. Jetzt schien der gemütliche Teil des Tages zu kommen, denn schließlich konnten wir den Berg hochschlendern. Dank Stirnfunzel fanden wir auch den Wanderweg recht gut und obwohl er an einer Stelle von einem kleinen Bächlein überschwemmt war, ließ er sich doch gut laufen. Bis zu jener Stelle, als auf einer Lichtung 3 Wege sternförmig abgingen und alle in einer Sackgasse endeten!

Beim ersten wollten wir es zunächst noch nicht einsehen und dachten erst, dass der Weg ein bisschen unwegsamer geworden wäre. Das traf es aber auch zu genau: Un-weg-samer. Es war kein Weg mehr, sondern ein ausgetrocknetes Bachbett und als wir die Stöcke beiseite legen mussten, um über die aufragenden Steine zu klettern, kam uns doch die Idee, dass dies nicht mehr der Wanderweg sein könne. Als sich die anderen Alternativen der Kreuzung dann auch als Sackgassen entpuppten, half nur noch ein rascher Griff zum Telefon…

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