Dört – Und dann müsst ihr nur noch die Skipiste rauf… (Fortsetzung)

Sich alleine im Wald zu verlaufen, ist eine ziemlich miese Geschichte: Es ist kalt, es ist ungemütlich, überall lauern wilde Tiere – wenn nicht gar Zamonische Laubwölfe – und außerdem ist es meistens, wenn man sich alleine im Wald verlaufen hat, stockdunkel.

Ganz anders ist es, wenn man sich zu zweit im Wald verläuft: Es ist kalt, es ist ungemütlich, überall lauern wilde Tiere – wenn nicht gar Zamonische Laubwölfe – und außerdem ist es meistens, wenn man sich zu zweit im Wald verlaufen hat, stockdunkel. Aber man hat jemanden, auf den man sich stützen kann und mit dem man den Laubwolf ordentlich vermöbeln kann. Theoretisch.

Als wir uns verlaufen hatten, hatten wir zum Glück ein Mobiltelefon dabei und so konnten wir einen Hilferuf in die 600 Höhenmeter entfernte, warme Brauneck-Hütte senden. Es ist natürlich schwer zu beschreiben, wo man sich befindet, wenn man

a) keine Ahnung hat wo man ist
b) alles gleich aussieht
c) es zappenduster ist

Schließlich half uns das einzige charakteristische, das uns auf dem Weg durch den Wald begegnet war: Der kleine Bach, der den Weg überschwemmt hatte. Er brachte uns nicht nur nasse Füße – die würden schon wieder trocknen -, sondern auch die Information, dass Mattin und Bernd (die beiden waren vorausgelaufen) nicht durch das Bächlein gewatet sind. Aha!
Watson, ich kombiniere: Das Verlaufen muss auf jeden Fall vor dem kleinen Gebirgsgewässer stattgefunden haben. Anders kann es nicht passiert sein!

Also einen guten halben Kilometer zurück und da in unmittelbarer Nähe noch ein beleuchtetes Fenster zu sehen war, fragten wir einfach kurz nach. „Brauneckhaus? Da müsst ihr aber die Skipiste hoch!“
„Skipiste?“ – Moment! So etwas ähnliches hatte Bernd mir am Telefon auch erzählt und als die nette Gruppe noch sagte: Einfach hier um das Haus und über den Kunstrasen, dann seid ihr schon auf der Piste, waren wir erst mal froh, wieder „on track“ zu sein. Meine Frage an Bernd, woran ich denn die Skipiste erkennen könnte, kam mir schlagartig genauso blöd vor wie ihm, als ich vor ihr stand: 150 Meter breit, steil wie nix, glatt planierte, geschlossene Schneedecke und gleich daneben ein Skilift. Oh Mann!, deutlicher geht es ja kaum!

Das einzige Problem: Wir hier unten, die Hütte da oben!
Bernd hatte sich in dieser Beziehung sehr unmissverständlich ausgedrückt und so half alles Fluchen nichts – wir mussten uns den Hang herauf quälen. Dass wir uns dabei am Anfang recht „beschränkt“ anstellten (wir liefen geradeaus den Berg hoch), fiel uns auf, als wir es mal mit einem „Zick-Zack-Kurs“ probierten. Das ging schon besser, aber am Ende brauchten wir für den kompletten Aufstieg dann doch 4 Stunden (für ca. 6 Kilometer!). Deshalb der kleine fiese Bruder des MIAU.

Oben in der Hütte war der Empfang durch unsere Freunde und Mit-Leider (Hanka, Marianne, Anna, Joy, Mattin, Bernd) dann aber um so schöner und wir konnten es richtig genießen, da zu sein. Und kaum einen Schritt mehr machen zu müssen 🙂

Am Morgen danach präsentierten sich die Alpen wieder im schönen Gewand und wir konnten noch mal den Blick auf „unseren“ Hang werfen. Steil ging es runter, überall vom Kunstschnee (der aber kaum vom echten zu unterscheiden ist) bedeckt und schon ein paar wagemutige Skifahrer auf dem Weg ins Tal. So richtig kapiert, wie viel wir geschafft hatten, habe ich erst bei diesem Anblick und ein biss´l stolz bin ich schon auf uns.

Ein gemeinsames Frühstück mit viel Lachen, Geschichten und Neckereien machten diesen schönen Lauf komplett und es ist Bernds Phantasie und Engagement zu verdanken (und dem Geburtstag seines Schwiegervaters Mirko), dass wir diesen schönen Lauf mitmachen konnten. Vielen Dank und auf gutes Gelingen für den großen Bruder!

WUFFige Grüße,
Stefan

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3 Antworten to “Dört – Und dann müsst ihr nur noch die Skipiste rauf… (Fortsetzung)”

  1. Hoppelchen Says:

    Was für ein schöner Laufbericht, das gefällt mir. Nur dabeigewesen wär ich eher nicht so gern. Wir haben da ja auch eigentlich nix zu suchen, wir Flachländler. Ich hätte mich an den Wegrand gesetzt und geweint bis mich jemand abholt. 4 Stunden einen steilen Berg rauf? Niemals. Gut dass uns solche Extreme beim MIAU erspart bleiben, ich glaub ich hätte sonst abgesagt.

  2. Dietrich Says:

    Gehört der Aufstieg eigentlich zum WUFF oder war er das AddOn?

  3. Stefan Bicher Says:

    Der Anstieg war Teil des WUFF – schließlich ging es von München nach Brauneck. Aber vielleicht habe ich es etwas drastisch dargestellt – soooo schlimm war es nun auch nicht 😉
    Und beim MIAU haben wir ja ein paar andere Extreme….
    Extrem nette Betreuung zum Beispiel 🙂

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