94 – Wo wir schon mal hier sind…

Die Nacht nach der Hochzeit war ziemlich schlafarm. Das lag aber nicht nur an der feierwütigen Stimmung, sondern vor allem an einem geheimen Plan, den ich mir gemacht hatte: Der Team-Marathon in Brandenburg war für mich ausgefallen, weil ich eine wichtige Verabredung mit einem Freund habe, aber dann wäre ja der 100. in Kiel in Gefahr! Hmm… was machen?

Nun, Jobst hatte am Sonntag, den 13.3. – einen Tag nach der Hochzeit – einen Lauf am Idaturm geplant und wie durch Schicksals Fügung liegt Bad Eilsen – der Veranstaltungsort – genau auf dem Weg von Bocholt nach Berlin. Also nach der Hochzeit kurz schlafen, ins Auto, Marathon bei Jobst und nach der Unterbrechung weiter nach Hause düsen. Klingt einfach – isses aber nicht.

Zwei Stunden Schlaf hatte ich gehabt und meine größte Sorge war, dass ich nicht nur übermüdet bin, sondern auch noch ein wenig Restalkohol im Blut habe. Da ich das aber schlecht überprüfen konnte, musste ich mich auf meinen Eindruck beim Fahren und das eigene Urteil verlassen. Hätte ich gemerkt, dass es nicht geht, wäre ich sofort rechts ran gefahren und hätte mich auf der Rückbank ausgebreitet. Es ging aber zum Glück und so kam ich nach knappen 3 Stunden gegen 9 Uhr in Bad Eilsen an.

Eigentlich wollte ich mich noch ein halbes Stündchen hinlegen, aber dann sah ich Jobst schon am Haus und dachte mir, dass ich wenigstens Bescheid sagen könnte, dass ich heute mitlaufen – besser:mitschleichen – will. Jobst war verständlicherweise sehr überrascht, hat sich aber auch riesige gefreut, dass er noch einen Teilnehmer hat – ein anderer hat sich nämlich per Mail abgemeldet. Ilse bot mir gleich einen Kaffee an und mit diesem Zauberwort war an Schlaf nicht mehr zu denken. Noch schnell die Sportklamotten angezogen und dann gemütlich zu Ilse, Lisa, Amadeo und Aris (Hund der Familie) in die Küche. Das tat gut – heißer Kaffee und nette Gesellschaft!

Währenddessen trudelten auch die anderen Läufer ein und Jobst kümmerte sich um sie. Ein paar kannte ich schon, auch von Idaturm-Läufen, wie zum Beispiel Kurt Gormanns, Manfred Matschke, Johann Spiker, Birte Siebe oder Heiner Schütte. Gegen 10 Uhr liefen wir dann wie immer von der Haustür eine kleine Runde zum Auftakt und dann hoch zum Idaturm, wo es den knapp 6 Kilometer langen Waldweg 7 mal zu umrunden galt.

Schlimm war´s – jedenfalls die ersten Runden. Mein Körper fühlte sich von dem vielen Tanzen, Feiern und diversen Getränken noch ziemlich ausgelaugt und das härteste war, dass der Kopf auch nicht so richtig wollte. Da half nur Stursein und immer einen Fuß vor den anderen zu setzen. Dieses Mittel hilft so gut wie immer über Tiefphasen hinweg und in den allermeisten Fällen lohnt es sich später noch. So auch diesmal: Bis zur 5. Runde war es zwar eher eine Qual als ein schöner Lauf, aber dann kam die Sonne raus, ich wurde nach 3 Stunden des Laufens ein bisschen wacher und schon ging es wie befreit. Es machte wieder den alten Spaß, war einfach schön, durch den sonnendurchfluteten Wald zu laufen und ich genoss tatsächlich jeden Schritt. Das Tempo wurde zwar nicht höher, aber das zählt ja auch am Ende nicht.

So schaffte ich auch noch die letzten 3 Runden und war stolz wie Bolle, dass ich mich durchgebissen habe. Bei Jobst, Ilse und Lisa konnte ich dann leider nur schnell noch eine Cola trinken und düste dann schon wieder ab nach Berlin. Mit dem Schlafdefizit, hatte ich zwei, drei Pausen für Nickerchen eingeplant und befürchtete, dass es sonst zu spät werden könnte. Ging aber alles recht glatt, ein mal musste ich mich für eine halbe Stunde hinlegen und dann ging es in einem Rutsch durch, sodass ich um kurz vor acht Uhr gesund (wenn auch nicht munter) bei mir vor der Haustür stand.

Ein wunderbares, unvergessliches Wochenende und ein wirklich tolles Brautpaar bleiben zurück. Ich wünsche Sebastian und Elisa, dass sie sich an die tollen Stunden erinnern, wenn es mal in ihrer Ehe schwierig wird – denn diese Stunden kann ihnen niemand mehr nehmen. Für die beiden geht es morgen in die Dominikanische Republik in die Flitterwochen und für mich jetzt gleich auf Arbeit.

Reisende Grüße,
Stefan

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