80 – Stefan mit h (Tag 3)

An was man bei so einem Marathon aber nicht auch alles denken muss: Anmeldung, Anreise, Übernachtung, Tagesform, Vorbereitung, Klamotten mit Laufschuhen, ausreichende Ernährung usw. Mit alledem habe ich normalerweise kein Problem, aber diesmal wäre es fast am Einfachsten (und Ersten) gescheitert: der Anmeldung!

Kiel war im Laufkalender eingetragen, Kiel war auch längst im Kopf programmiert als Station und so dachte ich überhaupt nicht daran, dass ich mich unter Umständen noch anmelden müsste. Bis Hanka mich dezent am Donnerstag auf diesen Umstand hinwies: „Du, Stefan. Du stehst irgendwie noch nicht so richtig in der Starterliste.“ Upps!

Anmeldung geschlossen am 16. Februar, Nachmeldung laut Veranstalter ausdrücklich nicht möglich (da in den letzten Jahren immer ausgebucht) und so blieb mir nur noch die Möglichkeit einer „Büdde, büdde“-Mail. Also schnell ein paar plausible Gründe für das Scheitern an dieser einfachen Hürde zusammengetextet (mehr oder weniger plausibel) und mit treuem Augenaufschlag die Mail in Richtung info@kiel-marathon.de abgeschickt. Die Antwort steht noch aus.

Zum Glück sind Hanka und ich aber jung und dynamisch und so hatten wir natürlich gleich ein halbes Dutzend Alternativen bei der Hand. Keine davon sah so aus, dass wir nicht nach Kiel fahren würden und so ging es dann am Freitag wie geplant (und überraschend staufrei) in Richtung Norden. Übernachtung im bekpek (einfach, aber günstig) und dann möglichst früh zum Ostseekai, wo die begehrten Startnummern ausgeteilt wurden. Lustigerweise trafen wir noch auf dem Parkplatz schon Freunde (Schneggi rechts, Familie Lomott und Sarah links), aber noch war die Wiedersehensfreude nicht ungetrübt, denn ich hatte die Anmeldung noch nicht in der Tasche. Also möglichst schnell rein und an den organisatorischen 1.-Hilfe-Schalter.

Puuh!, was fiel mir ein Stein vom Herzen, als die nette Dame von der LG Powerschnecken Kiel (= Veranstalter des Spektakels) sagte, dass eine Nachmeldung nicht möglich wäre (yep!), aber ein gewisser Burkhard seine Nummer quasi auf dem offiziellen Schwarzmarkt zur Verfügung gestellt hat. Burkhard? Ich nehme alles! Und so war ich glücklich geschmückt mit einer offiziellen Startnummer und konnte wie die anderen Kinder am Fest teilnehmen.

In so gelöster Stimmung begrüßten wir noch die anderen Streakrunner (Marion, Silke, Andrea), Uli, Hajo, Affenzahn (die sich als Hamburger das Spektakel natürlich nicht nehmen ließen), Sigrid, Dieter (beide aus Berlin), den laufenden Altkanzler Kohl, Quentsch und noch ein paar andere Laufgestalten – man sieht sich und man kennt sich halt.

Laufen wollte ich diesmal mit Frank und Sarah und unser Streakrunner-Trio stellte sich auch nicht schlecht an. Durchgangszeit bei 10 Kilometern wurde mit 1:01 h Stunden gemessen und wir dachten schon: Ist aber flott! Dies rächte sich jedoch leider schon gegen Ende der zweiten Runde, als wir die erste Gehpause machen mussten, da Sarah Magenprobleme bekam. Ist wohl kein unübliches Phänomen bei ihr zum Marathon (ihren ersten Marathon in Hamburg schilderte sie in bunten Farben des abdominalen Schmerzes), aber manchmal geht es auch ohne ab. Diesmal leider nicht und so waren wir ab der vierten Runde zum kompletten Walking-Schritt gezwungen. Machte aber nichts, da zum einen die Sonne wunderbar schien (bei eiskalten Temperaturen und einer zugefrorenen Kieler Förde) und zum anderen Sarah ganz nette Geschichten vom Studium und Kiel zu erzählen hatte. Außerdem hatten wir uns den Rekord vorgenommen, meinen langsamsten Marathon zu laufen.

Das haben wir mt 5:17:03 noch locker im Zeitlimit geschafft, waren dann aber doch froh, in einem Stück (und ohne Unter-brechung) im Ziel angekommen zu sein. Dort warteten schon Sarahs Papa, Hanka, Frank und seine Frau Heike auf uns, sodass wir sofort warm begrüßt wurden (wenn man ganz genau hinhört, hört man hier sogar noch Frank im Hintergrund, wie er uns als Zieleinlaufsprecher nach 42,195 Kilometern lautsprecherisch ins Ziel bringt.

Danach noch schnell Hoppelchen (die heute 2. Frau in der Gesamtwertung wurde!) noch schnell nach Altenholz gebracht und dann nix wie zum versprochenen Kaffeetrinken (inkl. Kuchen!) in die Studenten-WG von Sarah. Lecker!
Kurzum: Ein schöner Lauf mit Freunden, viel Spaß in Kiel (nicht nur für die Läufer ;-)) und auf jeden Fall ein Erlebnis, das nach Wiederholung schreit. Auf ein neues in KI-EL: 2012.

Nordische Grüße,
Stefan

Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Guttenberg zurücktreten muss.

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Eine Antwort to “80 – Stefan mit h (Tag 3)”

  1. Dietrich Says:

    Herrlich, dieses tägliche
    „Ceterum censeo Guttenbergam …“,
    mein lieber Burkhard!

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