72 – Immer auf den Theo

Ich gebe zu – und habe das wohl auch schon ein paar mal geäußert laut verkündet -, dass Karl-Theodor zu Guttenberg ein Politiker ist, den ich einfach nicht ausstehen kann. Diese Plagiats-Vorwurf-Verarbeitung stinkt mich aber mindestens genau so an!

Hier wird die Hau-Drauf-Stimmung aber mal richtig prima ausgenutzt, vielleicht kann man ja noch ein paar Sympathiepunkte bei den Studis sammeln? Und falls dass noch nicht reicht, so kommt bestimmt in der Diskussion, die man mit „Mehr dazu“ erreicht, so eine Stimmung auf, dass sich alle mal wieder richtig gut fühlen. Dachte ich jedenfalls….

Als ich aber „Mehr dazu“ anklickte, kam zu meiner Überraschung, die „StudiVz-Seite“ von stern.de. Kein Hinweis auf der ersten Seite, dass es sich hier um eine (sicherlich gut bezahlte) Anzeige handelt. Lediglich ein kleiner Quertext mit dem Feigenblatt „DPA | gefunden (sic!) bei stern.de“ ziert senkrecht(!), links unten in die Ecke gequetscht, das Bild. Schleichwerbung par excellence.

Und wenn man schon mal bei auf der stern.de-Seite gibt, muss man ja auch gar nicht bei Guttenberg weitermachen: Unter dem Deckmantel einer „Tierschutz-Aktion“ (Deckmantel für stern.de – nicht für die produzierende Organisation PETA) wird ein schlüpfriges Video lanciert. Man will die (hoffentlich bald zahlende) Kundschaft ja bei der Stange halten!

So werden heutzutage anscheinend Medien und soziale Netzwerke „produziert“: Auf Kosten anderer und immer schön eine Prise Sex dazu. Wird schon passen.

P.S.: Bei den Plagiats-Vorwürfen, sollte aus meiner Sicht die Unschuldsvermutung gelten – wie für jeden, dem in Deutschland etwas vorgeworfen wird. Lasst die Uni Bayreuth doch die Sache erst mal aufklären. Zu Guttenberg sollte man viel mehr mit den Sachen zusetzen, die längst klar und bewiesen sind: Gorch Fock, Afghanistan, Stephanie zu Guttenberg. Da immer feste drauf!

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4 Antworten to “72 – Immer auf den Theo”

  1. Dietrich Says:

    Alles richtig, aber Plagiat ist Plagiat!
    Und dann noch so plump: Schon der Beginn soll absatzweise (ohne Quellenangabe!) aus der FAZ abgeschrieben worden sein.
    Es scheint wohl doch mehr zu sein, als nur „ein paar fehlende Fußnoten“!
    Und interessant ist ja: Diesmal war er’s wohl wirklich selber und kann keinen Untergebenen (Inspekteur, Kapitän u.a.) vor’s Loch schieben.
    Mal sehen, wie er da ‚raus kommt!
    Wahrscheinlich werden ein paar hochnoble Gutachter feststellen, daß trotz dieser wissenschaftlichen Schmuddeleien der sonstige Gehalt ausreicht, um ihm den Titel zu belassen …

  2. Dietrich Says:

    Fortsetzung:
    Heute wurde in einer WDR-5-Hörerdiskussion („Tagesespräch“) von mindestens zwei Hörern (man muß ja nebenbei aus arbeiten) der Verdacht geäußert, die Dissertation sei gar nicht von „Gutti“, sondern von einem Ghost-Writer.
    Das wär’s natürlich …

    Une eben lese ich, daß sogar Absätze aus einer als besonders gelungen anonymisiert vom Betreuer ins Internet gestellten Erst-Semster-Arbeit des Berliner OSI quellenlos Eingang in die Arbeit gefunden haben.
    Mal sehen, wie’s weiter geht …

  3. 99woerter Says:

    Ja, die Lawine geht ganz ordentlich los. Und mittlerweile habe ich – u.a. auf http://de.guttenplag.wikia.com/wiki/Plagiate – so viele Belege gesehen, dass ich auch ohne Prüfung der Bayreuther Schirmherren überzeugt bin, dass Guttenberg einfach abgeschrieben hat und es für seine Ideen ausgab.

    Dann aber weg mit dem Titel. Mit dem Amt. Mit dem Guttenberg!

  4. laufmauselke Says:

    ohne Kommentar.
    Unterschreibende Grüße
    Elke

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