8 – 8 Minuten

Acht Minuten musste ich heute auf meine Straßenbahn warten, die mich von der Landsberger Allee direkt vor die Arbeit kutschiert. Das ist zwar etwas außergewöhnlich – die BVG holt mich normalerweise nach spätestens 4 Minuten von der Haltestelle ab -, aber heute war es zudem auch noch echt hart.

Wir hatten Temperaturen von -10 Grad in Berlin (wie wahrscheinlich im Rest von Deutschland auch) und zusammen mit dem scharfen Wind machte es gefühlte -20 Grad. Und da ich immer ein Buch in der Hand habe – jedenfalls, wenn ich eines zur Hand habe -, wenn ich mit den Öffentlichen unterwegs bin, pfiff mir die kalte Luft nur so um die Finger. Die waren nach der ersten Minute rot, schmerzten nach zwei Minuten. Nach drei kroch die Kälte dann die Hosenbeine herunter und nach vieren hatte es auch die Füße erwischt. Danach hielt ich nur noch sehnsüchtig Ausschau nach der Daisy, die viel zu langsam die BVG-Minuten herunterticken ließ.

Ich brauchte einen starken, heißen Kaffee auf Arbeit und ungefähr eine Stunde warme Büroluft, bis ich wieder aufgewärmt war. Und ich dachte: Mensch, dir geht es nur mal für ein paar Minuten auf dem Arbeitsweg so, aber da draußen gibt es eine ganze Menge Leute, die jetzt keine Alternative haben. Und heute abend. Und heute nacht. Ich hoffe bloß, dass es genügend Notunterkünfte und Aufwärmstuben für die Obdachlosen zur Zeit in Berlin gibt, denn bei diesem Wetter, da ist nicht viel mehr möglich, als das Erfrieren.

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