19 – Iamsterdam

„Komm, wir fahr´n nach Amsterdam“, dachten wir uns und ließen uns von Petra in die entsprechende Richtung leiten. Von Cholland (wie die Ureinwohner es aussprechen) haben wir dabei schon einen ganz guten Eindruck bekommen: Es ist flach, unspektakulär, aber irgendwie zum liebhaben.

In Amsterdam selbst erlebten wir dann, wie die Holländer (oder zumindest diejenigen aus der Kapitale) sich Respekt verschaffen, beim Über-die-Straße-gehen: Blickkontakt, Finger hoch (Zeigefinger, nicht verwechseln!), sicherer Gang und dann einfach alle Autos ignorieren. Klappt totsicher. So auch bei uns – wir ließen alle, die uns so begegneten unversehrt passieren.

Die nächste merkwürdige Tradition erwartete uns bei den Parkgebühren. Für das Halten an der Gracht verlangen die Amsterdamer flotte 5 Euro pro Stunde. Solche Preise sind nicht mal wir nicht gerade park-verwöhnten Berliner gewöhnt. Na ja – zusammengelegt ergaben sich 3 Stunden für den Stadtbummel. Und dieser lohnt sich wirklich, denn Amsterdam (eine Stadt, die im Mittelalter auf Holzpfählen errichtet wurde) hat wunderschönen Fassaden zu bieten. Durch das modernde Holz sind zwar einige der verzierten Giebel ein bisschen schief geraten, aber das macht den Eindruck nur noch lieblicher.

Wir nutzten unsere 3 Stunden für einen Flohmarktbummel (leider eher Ramsch als echte Schnäppchen), einem Kaffee (der Frequentierung des Kaffeeladens nach zu urteilen ein durchaus typisches Hobby der Leute von der Amstel) und Schlendern durch die Stadt (unter anderem das berhmte Rotlichtviertel, wo sich die Frauen in Schaufenstern anpreisen – was auf mich aber eher abstoßend wirkte, fast wie Fleisch in der Auslage) und einem Einkauf im Käseladen. Schließlich ist Holland ja berühmt für seinen Käse.

Der Weg nach Roden – wo unser Hotel stand – war dann schon komplett dunkel, sodass wir vom Land hier nicht mehr viel mitbekommen haben. Nicole und ich sind nach unserer Ankunft gleich auf ein Läufchen gegangen (wir mussten ja Ausschau halten, wo wir günstig essen können) und anschließend ging es zu viert ins „Zentrum“ (na ja: holländische Kleinstadt). Dort hatten wir auf unserer Runde einen netten Italiener entdeckt, dessen Preise auch moderat genug für unsere Geldbeutel waren.

In diesem Etablissement war es auch durchaus lecker und auch an der netten Bedienung (die sehr gut deutsch konnte) gab es nichts auszusetzen. Dennoch wird uns dieses Lokal mit Schrecken in Erinnerung bleiben, denn als Nicole den ersten Bissen von ihrer Lasagne nahm, verdrehte sie plötzlich die Augen und kippte einfach um! Sie war komplett ohnmächtig geworden, nicht mehr ansprechbar und wir haben natürlich sofort Panik bekommen, weil wir weder wussten, was los war, noch was wir tun konnten. So also erst mal runter vom Stuhl, auf den Boden gelegt und mit Ohrfeigen und lautem Rufen der Versuch, sie wieder an die Oberfläche zu bringen. Nach ca. 10 Sekunden kam sie zum Glück wieder zu sich und es schien ihr weiter nichts passiert zu sein. Das letzte, was sie wusste, war, dass sie die heiße Lasagne herunter geschluckt hat, daraufhin etwas trinken wollte (weil es doch gar zu heiß war) und dass sie dann auf dem Boden lag und wir sie gerufen haben. Oh Mann, mir wird jetzt noch ganz übel, wenn ich daran denke!

Den Rest des Abends war Nicole natürlich unter besonderer Beobachtung, aber zum Glück ist nichts weiter passiert. Wir können uns die Sache alle nicht so recht erklären, außer dass vielleicht das Essen zu heiß war und ihr Körper mit einem Schock reagiert hat, denn ansonsten gab es an diesem Tag (und in der letzten Zeit) keine außergewöhnlichen Vorfälle.

Zum Glück erholte sich Nicole schnell von dem Vorfall und so konnten wir den Abend noch gemeinsam auf dem Hotelzimmer beschließen und in Hankas Geburtstag reinfeiern (auch wenn wir sie dafür ein bisschen wachhalten mussten ;-)). Bis auf den großen Schreck beim Abendbrot also ein sehr schöner Tag!

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