71 – Die dicken Bücher und ich

Mit meinem aktuellen Buch („Jahrestage“ von Uwe Johnson) geht es mir irgendwie genauso wie mit „Ulysses“ von James Joyce. Nicht nur, dass sich die Ausgaben, die ich von diesen Büchern habe zum verwechseln ähnlich sehen (beide sind vom Suhrkamp-Verlag, schwarzes, dickes Paperback mit dunkelrotem Titel, der leicht aus dem Buch hervorsteht), auch mein Leseverhalten entwickelt sich parallel. Bei beiden bin ich anfänglich zügig vorangekommen. Der Stoff ist zwar nicht gerade so, dass man jede Seite verschlingt und gern abends noch zwei Stunden länger aufbleibt, um zu erfahren, wie es weitergeht, aber der Stil ist durchaus sehr interessant und auch wenn sich die Handlung nur langsam entwickelt, haben die beiden Bücher ihren Reiz, weil sie neue Perspektiven eröffnen und so oft abschweifen und sich sozusagen „Gedanken nebenbei“ machen.

Wahrscheinlich ist dies überhaupt ein Merkmal der modernen Literatur, dass gar nicht unbedingt eine Geschichte erzählt werden soll, sondern eher die Handlung als Transportmedium dient für Überlegungen, Gedanken und philosophische Schlüsse. Ob einem dies nun gefällt oder nicht, muss jeder für sich beurteilen, ich finde es zwischendurch mal ganz interessant, brauche aber auch immer wieder leichtere Kost, in der die Handlung im Vordergrund steht. Einfach Sachen, bei denen etwas passiert!

Aber auch ich bin von meiner eigentlichen Handlung abgeschweift, denn eigentlich wollte ich sagen, dass ich beide Bücher bis ungefähr zur Hälfte mehr oder weniger flott gelesen habe (immer mal wieder 20 Seiten auf dem Weg zur und von der Arbeit und dann mal wieder ein bisschen zu hause) und es dann irgendwie eingeschlafen ist. Mit den Jahrestagen ging es mir jetzt zum Beispiel so, dass ich sie nicht mit beim DL ausgepackt habe, da ich zu k.o. war, und jetzt stehen sie schon anderthalb Wochen bei meiner Schwester, weil ich sie da vergessen habe. Ich bin quasi schon aus der Handlung raus und wenn ich mich nicht sehr beeile, erleiden sie das gleiche Schicksal wie die Jahrestage: halbgelesen.

Also gute Tat für heute: Buch von der Schwester abholen und mindestens 10 Seiten in den Jahrestagen lesen. Zum Wiedereinstieg und als Disziplinierungsmaßnahme. Es kann ja nicht sein, dass ich die Sachen immer nur so halb mache.

Grüße mit guten Vorsätzen,
Stefan

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