72 – Selbsterkenntnis

In dieser wilden Hetz der Aufholjagd, muss ich kurz innehalten, sozusagen Atem schöpfen, und mich umsehen. Was ist bisher geschehen? Läuft alles noch so, wie es sein soll? Und was mache ich hier eigentlich?

Nun – da ich ein analytischer Geist bin und zusätzlich im Nebenberuf (natürlich neben dem Blogging) Informatiker, fällt mein Rückblick auch eher technisch aus. Besonders interessiert hat mich, welche Wörter ich eigentlich im Blog verwende. Gemäß meiner alten Einstellung – „So wie ich spreche, so denke ich. So wie ich denke, so handle ich.“ – versuche ich Wert auf die Sprache und die Ausdrucksform zu legen. Nun kann mancher sagen, das wäre übertrieben und – zugegebenermaßen – der Rückblick in Form der Analyse ist an dieser Stelle nicht einhundertprozentig ernst gemeint, aber ich denke, es steckt schon ein Körnchen Wahrheit und Selbsterkenntnis darin.

Aber worum geht es eigentlich genau? Ich habe mich daran gemacht, mit einem Programm zu zählen, welche Wörter – und vor allem in welcher Häufigkeit – ich in meinen bisherigen 573 (mit diesem 574, aber er floss in die Analyse ja noch nicht ein) Blog-Artikeln ich bisher verwendet habe. Netterweise bietet WordPress die Blog-Einträge als XML-Download, anschließend eine kurze Extraktion der eigentlichen Einträge aus diesen Daten mit einem Programm und dann galt es nur noch, die unterschiedlichen Wörter in den Texten zu zählen. Aber genug schwadroniert, ich will euch nicht mit technischen Details nerven, sondern mit psychologischen!

Hier schon mal die Top 20 meiner „Wörter im Blog“:

  1. und (5872)
  2. ich (4259)
  3. die (4074)
  4. der (2871)
  5. es (2486)
  6. in (2049)
  7. das (1830)
  8. zu (1742)
  9. so (1640)
  10. ein (1637)
  11. nicht (1618)
  12. den (1591)
  13. ist (1579)
  14. mit (1496)
  15. noch (1479)
  16. auch (1425)
  17. auf (1391)
  18. wir (1346)
  19. aber (1318)
  20. dass (1245)

Das „und“ war wohl zu erwarten. Ich bilde gern lange Sätze, verschachtele sie mit ein paar Verflechtungen und schwupps! ist schon wieder ein „und“ dazwischen gerutscht. Aber gleich auf Platz 2 das „ich“? Das war im ersten Moment wirklich ein bisschen erschreckend, denn ich (schon wieder!) hätte nicht gedacht, dass ich so egozentrisch schreibe. Aber was will ich machen? Schließlich berichte ich hier ausschließlich über meine Erlebnisse, Erfahrungen, Eindrücke und Gedanken. Und immerhin taucht unter den Top 20 ja immerhin auch noch das „wir“ auf, was meinen sozialen Status hoffentlich rettet.

Interessant finde ich noch, dass ich häufiger „ist“ (1579) statt „war“ (1168) schreibe – ich fühle mich halt doch in der Gegenwart verankert. Und natürlich dass das „aber“ es in die Top 20 geschafft hat. Immerhin 1318 mal Widerspruch, Einschränkung, Abschwächung. Ich glaube übrigens, dass ich sehr wenige Tage schaffe, an denen ich kein „aber“ sage, aber das ist eine andere Geschichte 😉

Hochinteressant – aus psychologischer Sicht – finde ich noch die Personen, die in meinem Blog so erwähnt werden. Das lässt schon tief gucken. Beispiele gefällig? Kein Problem:

  1. „hanka“ (288)
  2. „nicole“ (109)
  3. „silke“ (51)
  4. thomas“ (49)
  5. oma“ (49)
  6. mama“ (45)
  7. martin“ (45)
  8. monique“ (44)
  9. micha“ (38)
  10. sigrid“ (37)
  11. papa“ (33)

Besonders froh bin ich noch darüber, dass „ja“ (575) viel öfter vorkommt als „nein“ (64) und dass nicht 1 mal (!!!) das Wort für die AA vorkommt. „scheißidee“ – das ist das höchste der Gefühle. Ihr könnt euch die vollständige Liste unter https://99woerter.files.wordpress.com/2010/10/woerter.pdf herunterladen. Kleinere Macken gibt es noch wegen der HTML-Formatierung, aber das sollte nicht zu sehr stören.

Psychologische Grüße,
Stefan

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5 Antworten to “72 – Selbsterkenntnis”

  1. Hoppelchen Silke Says:

    Mich verwundert aber dass im Ranking nicht einmal das Wort Lauf oder laufen erscheint. 😉
    Analysierende Grüße
    Silke

  2. Dietrich Says:

    Mich wundert, daß „Informatik(er)“ völlig fehlt, dafür taucht wenigstens „Mathematik(er)“ 5mal auf. 🙂
    Allerdings habe ich „laufen“ 224mal (andere Formen kommen noch dazu) und alleine „Lauf“ 198mal und „Deutschlandlauf“ 20mal gefunden.
    Leider tauchte „Muttersprache“ nur einmal auf …

    Auswertende Grüße (Ctrl+F)
    Dietrich

    • 99woerter Says:

      Na dann gab es doch tatsächlich im Blog „72-Selbsterkenntnis“ eine Premiere: Ich habe mich als „Informatiker“ geoutet 🙂

      Bekennende Grüße,
      Stefan

  3. 99woerter Says:

    Was mir ganz entgangen war:

    1) Die Ziffern (1-9) sind beinahe in chronologischer Reihenfolge. Nur die beiden Anzahlen von „6“ und „7“ sind vertauscht

    2) Das Wort „Marathons“ kommt genau 42 mal vor – ist ja passend 🙂

  4. Sherry Lady Says:

    Liest sich wirklich lustig!
    Für jemanden der Verallgemeinerungen ablehnt, schreibst Du aber ziemlich häufig das Wort „immer“.
    Man erkennt den eingefleischten Programmierer. Dafür bin ich zu faul, ich würde einfach ein fertiges Programm zur Worthäufigkeitsstatistik im Internet suchen. 😉 Zu Testzwecken hab ich das sogar getan und wurde fündig.

    Aber wenn’s Spaß macht … 🙂

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