88 – Deutschlandlauf, ein Bericht

Ich glaube, Wigald Boning war es, der mal über einen 100-km-Lauf gesagt hat: „Dieser Lauf nimmt dir alles – und gibt dir so viel mehr wieder zurück.“ Ganz ähnlich geht es mir, wenn ich an den Deutschlandlauf denke. Er hat mich bis an meine Grenzen – und wahrscheinlich auch ein Stückchen darüber hinaus – gebracht und hat mir doch so viel gegeben. Aber fangen wir mal schön von vorne an, mit dem Berichten.

Es geht los!
Der Start war wie der Aufbruch in ein unbekanntes Land. Ich hatte keine Ahnung, wohin mich die 17 Tage führen würde, wie mein Körper – und vor allem meine Psyche – reagieren würden auf die Dauer(lauf)belastung und wie es sich mit der Regeneration verhält. 17 Tage mit durchschnittlich 11 h auf den Beinen zwischen Etappenstart und -ende, bedeutet eine größere Belastung als die Tour de France für die Radfahrer, die Ruhetage dabei haben und kürzer unterwegs sind. Natürlich führen wir unseren Körper nicht an jene Grenzen beim Laufen wie Profiradfahrer, aber allein von der Dauer der Belastung ist es schon erheblicher. Entsprechend vorsichtig ging ich die Etappen an, ganz gemäß des Tipps, den mir Klaus „Keule“ Neumann beim Triple-Marathon in Allermöhe gegeben hat: Lauf so langsam wie möglich! Es war dann auch fast Spaziergeh-Tempo, mit dem ich gelaufen bin (ca. 6,5 km/h), aber so konnte ich ewig laufen (oder hoppeln) und musste relativ wenig Energie dafür aufwenden. Nur einmal musste ich während der 1. Etappe in einen kurzen Sprint verfallen: Als es galt die Wittower Fähre zu erreichen, die gerade mit den Läufern vor mir (ich war letzter) ablegen wollte. Wildes Winken, wildes Rennen und ein flehentlicher Blick aus der Ferne (und die guten Worte meiner Mitläufer) überzeugten den Fährmann, noch 1 Minute auf mich zu warten und so sprang ich quasi in der letzten Sekunde noch an Bord und konnte mich mit übersetzen lassen.

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