128 – Das hellblaue Band

Ja, ja – man hat es nicht leicht als Dauerblogger. Die Notwendigkeiten des Tages – Essen, Trinken, Langsamlaufen – liegen hinter einem, die Nacht hat sich über die Stadt herabgesenkt und fast alle schlafen friedlich in ihren Betten, da sitze ich noch am kleinen Bildschirm und hämmere Gedanken in die Tastatur. Schöne Gedanken sind es diesmal und sie verleiten mich dazu, sie als Farben zu beschreiben.

Aktuell ist die „Farbe“ zur Zeit am ehesten ein hellblaues Band, das durch einen lauen Sommertag weht. Luftigleise flattert es im Wind, kräuselt sich zusammen über der Blumenwiese und zieht sich in den Lüften wieder auseinander. Es weiß nicht so recht, wo es hinwill dieses Band und lässt sich somit vom Wind treiben.

Unten auf der Blumenwiese liegt indessen ein Wanderer, eine Rispe im Mundwinkel, die Augen halb geschlossen und lässt statt der Beine die Gedanken wandern. Er bemerkt das Band nicht, da seine Gedanken nicht hier verweilen und erst als das Band seine Stirn streift, wird er sich der Leichtigkeit des Augenblicks bewusst. Mit keiner Geste versucht er das Band festzuhalten – obwohl er es könnte -, nur bewundernd dreht er sich auf den Bauch und schaut, wie das Band in die Ferne entschwebt.

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