214 – Das schönste Ziel der Welt…

… befindet sich in Schmiedefeld.

Der Rennsteig rief und wie immer, konnten es Dutzende von Streakrunnern (ganz zu schweigen von Tausenden von anderen Läufern) nicht unterlassen, seinem Ruf zu folgen. So auch Hanka und ich.

Pünktlich um 16 Uhr ging es von der Arbeit aus los und nachdem wir uns nach einer guten Stunde durch den Berliner Feierabendverkehr geschlängelt hatten, ging es mit Vollgas auf der Autobahn gen Süden. Die Strecke kannte das alte Auto ganz gut (Rennsteig, Würzburg, MIAU, …), aber auch das neue kam ohne Probleme zurecht, sodass wir gegen 20:45 Uhr bei Familie Geck in Ruhla landeten. Schnell noch ein Abendbrot in der „Klosterschänke“ von Thal und dann aber auch ab in die Heia – schließlich hieß es um 4:45 Uhr am nächsten Morgen aufzustehen.

Müde und eigentlich recht unternehmungsunlustig ging es dann am nächsten Tag in Richtung Eisenach. Zum Glück fuhr Hanka, sodass ich noch ein wenig vor mich hin dösen konnte und auch die Vorfreude auf die anderen Streaker war ja da. Und so standen sie auch am Brunnen in Eisenach schon erwartungsfroh da: Elkli, Laufmaus Elke, Kolibri, Ole der Langsame, Ramona, Billy, Petra, Silke, Eckie – alle warteten am Brunnen auf den Start und es gab ein fröhliches Wiedersehen. Noch das obligatorische Vorher-Foto und dann auf zum Start.

Alles lief planmäßig, wenn da nicht mein Darm und sein eigener Kopf gewesen wären. Denn pünktlich 10 Minuten vor dem Start bekam ich plötzlich Bauch-Grimmen und wusste gar nicht so recht, wie ich stehen, geschweige denn laufen sollte. Zum Glück geht es nach den ersten paar Metern gleich steil bergan, sodass ich die Zeit für ein paar Atem-Übungen nutzen konnte. Doch auch das half nix und so musste ich mich erst mal in die Büsche schlagen.

Von dort zurück – wesentlich besser, die Bauchschmerzen waren so schnell weg, wie sie gekommen waren -, erwartete mich schon der Besenwagen in Form von zwei Cross-Motorrädern, aber ich lächelte nett und meinte, dass ich schon noch das Feld von hinten aufrolle. Auch wenn es nicht mehr zum 1. Platz reichen sollte…

Diese Von-Hinten-Starten (es scheint mittlerweile zur Tradition zu werden) bietet den Vorteil, dass man viele andere Läufer trifft und so sah ich auf der Strecke noch Elke und Petra, Michael (jeweils von den Streakrunnern), Sigrid und Hajo (vom 100 MC), Billy, Laufmauselke und Wolfgang, um nur einige zu nennen. Sigrid musste ich natürlich gleich erst mal gratulieren, weil sie es geschafft hatte, am Rennsteig ihren 1500. Marathon (oder mehr zu laufen). Wahnsinn! Erst zwei Menschen (Horst Preisler und Christian Hottas) haben überhaupt erst mehr geschafft. Und Sigrid ist dann auch noch mit einer prima Zeit von knapp 10 Stunden ins Ziel gekommen!

Die Verpflegung unterwegs war mal wieder traumhaft! Alles was das Herz begehrt gab es: Bananen, Äpfel, Salz, Schmalzbemmen, heiße Würstchen (bei der Hälfte), Haferschleim (klingt eklig, ist aber sehr lecker!) und natürlich Getränke wie Wasser, Tee, Cola, Limo und Bier in Hülle und Fülle. Dazu so nettes Personal an den Verpflegungsstellen, dass ich am liebsten gleich dageblieben wäre.

Ab der Hälfte bin ich mit Laufmaus-Elke und Wolfgang (Havelwolf) utnerwegs gewesen und wir hatten ein so schönes, gemütliches Wohlfühl-Tempo, dass die 37 Kilometer, die wir noch zurückzulegen hatten, wie im Fluge vergingen. Durch öftere Pausen (Pullern, Trinken, Pullern) überholten uns immer wieder Läufer und wir diese dann wiederum auch, sodass wir schon unsere „alten Bekannten“ hatten. Darunter waren auch Oliver und Iris vom MIAU, die am Ende etwas vor uns ins Ziel kamen – und dabei noch genau so frisch aussahen wie am Start!

Im Ziel konnte ich dann auch noch kurz Klaus und Tina begrüßen und Gerhard Bracht – ein weiterer MIAU-Finisher – lief mir beim Duschen über den Weg. Somit wieder ein Lauf mit vielen netten Gesichtern, tollen Wegbegleitern, einer geduldigen Guten Seele (die 90 Minuten im Ziel auf mich gewartet hatte) und danach 12 Stunden Schlaf (ich glaube, ich hatte sie nötig). Und im nächsten Jahr heißt es natürlich wieder: Wir sehen uns in Eisenach!

Laufende Grüße,
Stefan

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2 Antworten to “214 – Das schönste Ziel der Welt…”

  1. Elkli Says:

    Danke für deinen schönen Bericht vom Rennsteig, Stefan.
    Arg gefreut hat mich unser kleines Treffen auf der Strecke. Dein laufendes Strahlen ist einfach unbeschreiblich.
    Ich habe es sehr bedauert, Euch anschließend nicht mehr getroffen zu haben.
    Ja, Schlafen. Das hatten wir alle nötig.

    Herzliche Grüße Elke

    • 99woerter Says:

      Danke für die netten Worte, Elke! Ich hoffe, das nächste Mal haben wir ein bisschen mehr Zeit – und Ausdauer 😉

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