219 – Zurück aus Neubrandenburg…

… lud mich Hanka noch kurzerhand zu einem gemütlichen Nudel-Abendbrot ein und hungrig, wie ich nun mal immer bin, kann ich da natürlich kaum „Nein“ sagen. Aber: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen und so „überredete“ mich Hanka (netterweise!) dazu, vorher noch meinen neuen Personalausweis im Bürgeramt von Biesdorf zu beantragen.

Gesagt, getan! Und so fuhren wir noch schnell im NP-Auto zum Biesdorf-Center. Ich in´s Bürgeramt, Hanka – ganz die Gute Seele – zum Auffüllen der Vorräte ins Kaufland. Das Bürgeramt war mäßig besucht und so war die Nummer, die ich zog nur um ein paar Stellen höher, als die aktuell aufgerufenen. Kurze Wartezeit später, wurde ich zur Bearbeiterin an Tisch 4 gerufen und der Tanz begann.

„Was möchten Sie denn?“ wurde das Gespräch noch relativ neutral eingeleitet und auch meine Aussage, dass ich meinen Personalausweis beantragen möge, stieß noch nicht auf Skepsis. Scheinheilig reichte ich mein Personaldokument über den Schreibtisch, sie nahm es routiniert entgegen und nur kurze Zeit später: „Der ist aber schon ewig abgelaufen, warum haben Sie denn noch keinen neuen bestellt?“ „Keine Zeit!“ „Hm!“

So wurden kurz die Straffolgen geklärt, wenn ein harmloser Bundesbürger, wie ich, ohne Dokumente durch die Straßen läuft: Ab einem halben Jahr mind. 10 Euro Ordnungsgeld, vorläufiger Personalausweis für 14 Euro + Bearbeitungsgebühr für den richtigen Ausweis – das wird teuer! Aber es gibt ja noch die Computer.

„Sie haben ja noch einen gültigen Pass!“ triumphierte es von der anderen Schreibtischseite. Habe ich? habe ich mich kurz gefragt. Na ja, im Zweifelsfall und wenn ich dann ohne Ordnungsgeld wegkomme: „Ja!“ „Na, warum hammse denn das nicht gesagt?“ Kurze Ausflüchte später (ich war mir nicht so ganz sicher, ob mein Pass noch auffindbar war), wurde der vorläufige Personalausweis wieder weggesteckt, das Ordnungsgeld zurückgezogen und ich konnte „normal“ meinen Ausweis beantragen.

„Den alten behalten wir aber hier!“ waren die letzten Worte, die ich von Schreibtisch 4 zu hören bekam – aber ich war froh, den Antrag losgeworden zu sein. Der Pass würde sich schon irgendwo finden und wenn nicht… Ach, wird schon!

P.S.: Der Pass hat sich – was bin ich für ein ordentlicher Mensch! – genau da eingefunden, wo ich ihn erwartet habe. In der Schreibtischschublade. Wenn ich jetzt noch in 3 Wochen daran denke, den Ausweis abzuholen, ist das Bürgeramt Biesdorf bestimmt wieder mit mir versöhnt.

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4 Antworten to “219 – Zurück aus Neubrandenburg…”

  1. Dietrich Says:

    Ist ja noch ‚mal gut gegangen.
    Aber Achtung: Im Paß steht Deine Anschrift nicht, und für manche Erledigungen (z.B. Bank, Handy) braucht man diese auf einem offiziellen Dokument. Deshalb ist es ratsam, die Anmeldebescheinigung vom LEA beizulegen – ist ja nur für drei Wochen.

  2. Hoppelchen Says:

    Das hast Du lustig beschrieben, Stefan. Dietrich, Du bist Beamter oder Anwalt, stimmts? 😉

  3. Dietrich Says:

    @Hoppelchen:

    Beamter oder Anwalt?
    Auch eine lustige Variante; Pfarrer hat mir auch schon ‚mal zugetraut, aber:

    Weder noch, nur Lebenskünstler mit Kindern, die noch „künstlerischer veranlagt“ als ich sind 🙂

    Die bundesdeutsche Bürokratenpraxis ist eben lebensschulend und macht einen hellsichtig …

  4. 99woerter Says:

    Danke für den Hinweis Papa. So „ein bisschen“ Adresse steht ja auch im Pass. Wohnort: Berlin.

    Ich dachte schon, in unseren vernetzten Zeiten würde das ausreichen, aber eine kurze Suche mit „Bicher Berlin“ hat mich dann doch eines Besseren belehrt…

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