227 – Bummeln nach Dresden

Ja, ich weiß: Eigentlich müsste an dieser Woche die Wochenübersicht folgen, aber da meine Laufwoche so kurz war, dachte ich, dass es sich gar nicht recht lohnt, ihr einen eigenen Eintrag zu widmen. So habe ich außerdem Platz für eine idyllische Marathonbeschreibung – von Königstein nach Dresden.

Schon die Hinfahrt war recht entspannend, da wir alle drei ab Pirna trotz des großen Andrangs im Zug Sitzplätze hatten. Den vierten Sitzplatz unserer Sitzgruppe belegte eine Marathon-Novizin, die schon ziemlich aufgeregt war. Leider habe ich es verpasst, mich nach ihrer Startnummer zu erkundigen, ich bin aber sicher, dass sie es gut geschafft hat.

In Königstein lag unterhalb der Festung auch schon die „Stadt Wehlen“ bereit – der Raddampfer, der meine Mama und Hanka den Weg nach Dresden erleichtern sollte. „Alle Mann an Bord!“ hieß es, eine kurze Wende, damit Dampfer und Läufer auch in die gleiche Richtung unterwegs sind und dann gab es schon Startschuss und -tuten des Dampfers und das Feld zischte ab (wie der Dampfer). Nach den guten Erfahrungen aus dem Spreewald mit Starts weiter hinten im Feld, stellte ich mich auch diesmal hinten an. So konnte ich dem Dampfer noch ein letztes Mal winken und dann mich auch elbabwärts in Bewegung setzen. Durch diesen Fehlstart habe ich zwar meinen „Zugläufer“ verpasst (ich wollte so um die 4:15 h laufen), ich dachte zu dem Zeitpunkt allerdings, dass das nicht so schlimm sei. Schließlich kenne ich mein Tempo und kann es ganz gut eischätzen. Was ich nicht wusste: Bernd Kalinowski – der Organisator vom MIAU – war der Zugläufer und mit dem wäre ich doch gern ein Stückchen gerannt.

So trabte ich also auf dem Radweg und der gleißenden Sonne meine Kilometer und nachdem ich beim Bahnhof in Rathen auch meinen üblichen Stop am Dixie gemacht habe, ging es mit stetigem Tempo weiter. Bei Kilometer 14 hatte ich den Zugläufer für 4:30 h wieder eingeholt – der mich während der Toilettenpause versägt hatte – und unterhielt mich kurz mit einer schwäbischen Läuferin. „Was hast du dir denn für heute vorgenommen“ wollte sie wissen und ich meinte „4:15 h – wenn es länger dauert, ist es aber auch nicht schlimm.“ Verwundert schaute sie mich an und fragte: „Und wann gibst du dann Gas?“

Es mag merkwürdig klingen, aber trotz des Umstandes, dass ich nach dem 1. Drittel noch bei dem Läufer war, der 4:30 h als Ziel-Zeit hatte, war ich mir relativ sicher, so um 4:15 h zu landen. Ich kann es selbst nicht so recht erklären, aber es hat etwas mit dem „Gefühl“ in den Beinen zu tun. Das Gefühl war diesmal gut und auch die Sonne prasselte mir zwar prächtig auf´s Haupt, aber es gab genug Wasser und Tee unterwegs. Und apropos Gefühl: Zwischendurch hatte ich das Gefühl, als würde ich nicht selbst laufen, sondern der Weg langsam, aber stetig, unter mir weggezogen würde. Es war wie Bilbo Beutlin sagt: „Die Straße gleitet fort und fort…“.

Vorbei am blauen Wunder und der äußerst hässlichen Waldschlösschenbrücke (noch im Bau), um die es so viel Streit in Dresden gegeben hat, liefen wir dann in die sächsische Hauptstadt, ließen uns von Wanderern und Spaziergängern beklatschen und kamen schließlich glücklich im Stadion an. Dank der schnellen letzten Kilometer (ich half der Straße beim Fortgleiten mit energischeren Schritten ein wenig nach) reichte es dann tatsächlich für 4:15 h.

Geschafft, aber glücklich, gab es noch ein spätes Mittagessen mit Mama und Hanka im Burgkeller bei herrlichem Sonnenschein in Tharandt und dann hieß es auch schon wieder: Heimweg.

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Eine Antwort to “227 – Bummeln nach Dresden”

  1. Ramona Says:

    Der Oberelbemarathon ist ein schöner Lauf! Ich war da 2007, allerdings bei überwiegend Regenwetter. Am Start drängelten sich alle Läufer unter dem Umkleidezelt, so goss es. 🙂

    Ich gratuliere dir zu Deinem Ergebnis! Dass Du das schaffst, war mir klar!

    LG, Ramona

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