ABBABBB – Umsteigen in 30 s

„Mea culpa!“, wie der Papst sagen würde – ich bin selber schuld. Alles hätte ganz ruhig ablaufen können – und lief es zum größten Teil auch. Lediglich bei den Zugfahrten setze ich mich noch ein wenig künstlichem Stress aus. So zum Beispiel, dass ich die Hinfahrkarte nicht schon am Freitag abend geholt habe, sondern so etwas partout erst am Reisetag mache. Man weiß ja nie was passiert…

Auch das wäre noch nicht so schlimm, wenn ich nicht einen Bus genommen hätte, der 6:42 Uhr am Hauptbahnhof ankommt und mein Zug nicht 6:51 Uhr abgefahren wäre. 9 Minuten. Fahrkarte holen, zum Gleis 2 sausen, einsteigen – machbar! Aber am Berliner Hauptbahnhof muss man immer damit rechnen, dass jeder Fahrkartenautomat, den man sieht (und das sind nicht so viele) chronisch überbesetzt ist, selbst zu so einer unchristlichen Zeit wie Samstag morgen vor sieben Uhr. Das bestätigte sich dann auch, sodass ich auf das Nachbargleis ausweichen musste, wo zwar ebenfalls schon jemand am Automaten stand (um eine Reiseverbindung auszudrucken!), der aber schnell fertig zu werden schien. Jetzt noch die üblichen Knöpfe drücken („Borna-1Erwachsener-Bahncard25-2.Klasse-nurHinfahrt-keineSitzplatzreservierung-SchnellSchnell“) und dann nix wie rüber auf das richtige Gleis, wo auch schon der ICE in Richtung Leipzig einfährt. Puh!, geschafft!

Ich weiß, dass jetzt eigentlich eine Schilderung des sehr schönen Gruppenmarathons rund um Borna folgen müsste, aber ich bin thematisch gerade so in meinem Bahnchaos, dass ich die Ereignisse kurz überspringe (kommen morgen) und den Rückweg schildere.

Dieser war relativ komfortabel geplant: 16:33 Uhr Richtung Geithain, von da nach Leipzig und zur Hauptstadt, sodass ich 19:10 Uhr am Hauptbahnhof wäre (21 Uhr begann das Konzert). Da wir 15:00 Uhr (nach 4:30 h) zurück sein wollten und der Bahnhof eine halbe Stunde von der Strecke weg war, schien mir das sehr großzügig geplant. Als ich jedoch auf dem Bahnhof in Borna stand und mir (unvorsichtigerweise!) den Fahrplan noch mal anschaute, sprang mir ein Zug ins Auge, der schon 16:27 Uhr fuhr. Er fuhr direkt nach Leipzig (kein Umsteigen in Geithain) und war bereits eine Minute nach fünf da, was mir Zeit geben würde, mich noch ein wenig auf dem recht schicken Leipzige Hauptbahnhof umzusehen.

Als die Zeit jedoch so ungefähr ran war, fuhr zunächst ein Zug einfach durch. Bei dem stand – komischerweise – auch „Leipzig Hbf“ vorne dran, aber ich dachte: „Vielleicht ist es ein Schnellzug…“. Auf dem anderen Gleis kam in der Zeit mein regulärer Zug (16:33 Uhr) – der Direktzug hätte längst da sein sollen -, aber ich war so perplex oder ko (oder bescheuert), dass ich einfach nicht reagiert habe und diesen „normalen“ Zug genommen habe.

Die Folge war, dass ich noch mal einen Blick auf den Fahrplan warf, wo mir jetzt ein klitzekleines (max. Schriftgröße „8“) Detail auffiel. Unscheinbar, aber grausam, stand da: „Mo-Fr“. Uff! Das heißt, ich müsste den nächsten Zug nach Leipzig nehmen, der zwar schon immerhin 17:01 Uhr fuhr, aber über eine Dreiviertelstunde bis Leipzig brauchte! Ich sollte somit 17:49 Uhr in Leipzig ankommen, von wo mein Zug nach Berlin 17:51 Uhr weiterfuhr. Mmmmhhhh… das wird knapp. Aber was blieb mir anderes übrig? Zu allem Unglück hatte mein RE (so einer, der wirklich überall hält) auch noch 2 Minuten Verspätung und so hechtete ich in Leipzig aus dem Waggon, sprintete die Bahnsteige entlang (immer mit Ausschau nach ICEs) und erreichte schließlich das Gleis meines Berliners – und er stand noch da!

Wie knapp es war, kann ich daran ermessen, dass der Schaffner hinter mir die Tür zumachte und der Zug anfuhr. Mit ein wenig mehr Planung wäre ein bisschen Stress bestimmt zu vermeiden gewesen, aber ob mir das noch mal gelingt? So; jetzt habe ich aber genug über meine Bahngewohnheiten gelästert, morgen dreht es sich um den Laufbericht zum Bornaer Marathon und ich werde mit keinem Wort die Deutsche Bahn erwähnen. Versprochen!

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Eine Antwort to “ABBABBB – Umsteigen in 30 s”

  1. AAABABA – Mein Jahr 2009 « Täglich laufen Says:

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