AAAAA – Ex libris

Auf dem Bahnhof in Dresden, auf dem ich während meiner knapp 4-stündigen Heimfahrt 1 Stunde Aufenthalt hatte (verkehrstechnisch scheint mir dies nicht ganz optimal geplant, von wegen Anschlusszügen und so), fielen mir zwei Bücher in die Hände, über die ich mich besonders freue.

Zum einen war es ein Buch, das ich sozusagen „wiedergefunden“ habe: „Mein Leben“ von Marcel Reich-Ranicki. Ich hatte es, als ich ungefähr 15 war, schon mal aus der Bibliothek ausgeliehen und gelesen und war sehr beeindruckt, mit wieviel Mut und Durchhaltewillen Reich-Ranicki und seine Frau im Dritten Reich überlebt haben. Und nicht nur überlebt: Sie haben sich die Hoffnung auf ein besseres Land, auf die Besserung der Menschen und deren Erziehung zur Vernunft gemacht. So sehr ich Marcel Reich-Ranicki wegen seiner oft nahezu populistischen Kritik und derben Ausdrucksweise einfach unfein finde, so nahe geht er mich doch in dieser Biographie.

Aus der völlig anderen Richtung kommt das zweite Werk, mal wieder eines für meine Klo-Bibliothek. Diese wächst und wächst und es wird wirklich an der Zeit, dass ich mal wieder einen Handwerker-Tag einlege und endlich ein Lagerolk aufstelle. Aber wie auch immer: Das zweite opus heißt „Aus die Maus“ und beschäftigt sich – wer hätte es gedacht – mit dem Tod. Genauer gesagt: Mit Todesanzeigen. Matthias Nölke hat seit seiner Studienzeit solche Anzeigen gesammelt, die kurios waren, auffielen oder einfach nur sehr sentimental oder phantisievoll waren. Sein damaliger Kommilitone, Christian Sprang – mittlerweile sind beide promoviert -, hat einige kurze Texte beigesteuert und heraus kam ein wundervolles Buch, über den Tod, das Leben und den ganzen Rest.

Am besten gefallen mir die Selbstanzeigen, unter ihnen Klassiker wie „Ich bin dann mal weg…“ oder „Ich bin tot.“, aber auch neues: „Erhard M. meldet sich ab.“ Am trefflichsten für mich wäre wohl der Spruch, der ursprünglich für Büffel ausgesucht war: „Er kam oft zu spät, aber ging viel zu früh. Tschüss Büffel.“

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Eine Antwort to “AAAAA – Ex libris”

  1. AAABABA – Mein Jahr 2009 « Täglich laufen Says:

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