ABBAA – Berlin vorher

Wegen der ganzen Aufholjagd habe ich ja noch gar nicht geschafft, über den Skate-Marathon vom Samstag zu berichten. Nicole und ich machten uns auf 8 Rollen (jeweils) auf die Berliner Straßen und selbst Straßenbahnschienen, 30-Kilometer-Schilder und verlockende Wasserstände konnten uns nicht zum Anhalten überreden.

Los geht so ein Marathon natürlich traditionell mit dem Abholen der Startnummer und schon das ist in Berlin ein Ereignis für sich. Während man bei vielen Läufen (z. B. in Marienwerder), die Startnummer eine halbe Stunde vor dem Start abholt und dann ganz gemütlich zum selbigen wandert, beginnt die Prozession (passenderweise als „Messe“ deklariert) in Berlin schon 3 Tage vor dem eigentlichen Lauf. Zum ersten mal gab es die begehrten Zettel im alten Flughafen Tempelhof, aber egal ob im ICC, im Kabelwerk oder halt im Flughafen: Die Startnummer gibt es erst, wenn man sich kilometerweit durch Sport-Verkaufsstände, Aussteller und Zettel-Verteiler gewälzt hat. Zusammen mit rund 2000 anderen Menschen, die zeitgleich ihre Startnummer abholen.

So hat man also genügend Zeit, um Vorfreude aufkommen zu lassen, ein bisschen an den Ständen zu schauen (ein bisschen aber nur, schließlich warten zu Hause die Gäste) und sich dann in aller Ruhe an eine 20 Meter lange Schlange anzustellen. Ohne Witz: So lang (geschätzt) war die Menschenschlange, die bei den Skatern (männlich) vor den Nummern 1000 bis 2000 anstand, zu denen ich leider gehörte. Das peinliche war, dass ich meinen Beleg für die Startnummer nur für den Laufwettbewerb ausgedruckt hatte. Ich dachte einer reicht, um auf die Messe zu kommen und die Startnummer für die Skater kann ich ja dann wohl auch bekommen. Die Lauf-Nummer habe ich auch ohne Probleme gekriegt, ich musste nur kurz mein Zettelchen vorweisen und bekam das Starter-Kit (Nummer, Schwamm, 2 Kilo Werbezeitschriften) in die Hand gedrückt. Der Nächste bitte.

Ich dachte, bei den Rollies funktioniert es genau so einfach und nachdem ich nach kurzer Rücksprache mit meiner guten Seele (die wirklich in allen Lagen hilft) meine Startnummer herausgefunden hatte, konnte ich mich an der längsten Skater-Schlange anstellen. Als ich dann voll wissbegierigem Stolz dem jungen Nummern-Boy meine Zahl ansagte, fragte er nur schroff: „Zettel?“ „Äh… zu hause.“ „Dann musst du zum Helpdesk und dir eine Ersatzbescheinigung holen.“ „Aber…“ holte ich aus, wollte von meinem Personalausweis erzählen, von meinen Erfahrungen beim Lauf-Nummer-Abholen, von wartenden Gästen und langen Schlangen, aber in diesem Moment wurden mir zwei Dinge bewusst:
1. Der nette Mann von der Nummern-Ausgabe würde seine Meinung nicht ändern, selbst wenn ich mit Geld, ewiger Jugend oder dem Himmelsreich aufwartete.
2. Hinter mir standen 100 Skater, die Nummern zwischen 1000 und 2000 vor ihrer Brust tragen wollten und die morgen einen harten Tag vor sich haben würden.

Ich zog den Schwanz ein, verwarf jedoch sofort die wahnwitzige Idee – ich meine, den gutgemeinten Hinweis – mich am Helpdesk anzustellen, wo Zustände herrschten, wie auf dem Arbeitsamt im Hochbetrieb. Ich zog es statt dessen vor, mir meine Skaternummer am nächsten Morgen abzuholen und mich stattdessen um die Gäste zu kümmern.

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Eine Antwort to “ABBAA – Berlin vorher”

  1. AAABABA – Mein Jahr 2009 « Täglich laufen Says:

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