ABAB – Es ist wie Urlaub…

…, nur mit Schmerzen.“, lautet der wohl bekannteste Spruch, wenn es um das Thema „Ultralauf“ geht. Dementsprechend fuhren Hanka und ich auch mit einem vollgepackten Auto (wirklich randvoll, obwohl wir nur zu zweit waren) nach Bernau, um an den dortigen „24 Stunden von Bernau“ teilzunehmen. Die Packliste für das Urlaubswochenende umfasste (u.a.): Zelt, Plane, Schlafsäcke, Decken, 3 x Laufsachen (und die waren nötig!), Verpflegung für 3 bis 4 Tage, Luftmatratzen, Luftpumpe, Fahrrad, und und und.

Ausgepackt war dann aber alles ziemlich schnell und selbst das Zelt haben wir fix und zuverlässig aufgebaut. Jetzt noch schnell die Luftmatratzen aufgepumpt (quasi Erwärmung), Sachen im Zelt verstaut, umziehen und dann war auch schon fast der Start da. Aber halt! Wir mussten ja noch Sybille, Elke und Marc von den Streakrunnern begrüßen. Billy und Marc liefen die 6 h, Elke lief in der Staffel. Und dann ging es auch schon los: Erwartungsgemäß sehr gemütlich.

Ich hatte mir vorgenommen, 100 Kilometer am Stück zu laufen, aber nachdem ich die ersten 40 absolviert hatte – was schon einiges an Kraft gekostet hat -, war mir klar, dass das heute noch nicht zu schaffen ist. Das Umfeld stimmte zwar – eine schöne Strecke, Anfeuerung durch Hanka, Anne und diverse Staffeln, gute Versorgung (aller 1,6 Kilometer) -, aber ich bin einfach noch nicht genügend vorbereitet, eine so lange Strecke am Stück zu laufen. So brach ich nach ca. 55 Kilometern meinen ersten Durchgang ab (immerhin ein echter Ultra) und war froh, aus den Schuhen herauszukommen. Die Socken qualmten, die Beine waren staubig von der Strecke und vom T-Shirt will ich gar nicht erst reden.

Die Pause tat sehr gut, zumal Hanka Nudeln vorbereitet hatte und ich so die Kraftreserven wieder auffüllen konnte Dazu noch ein Stündchen Schlaf und ich fühlte mich praktisch wie neu. Da wir direkt bei Start und Ziel lagen, hörten wir immer wieder ein „Pieps“, wenn Läufer die Linie überquerten und alleine das motivierte mich schon, die nächsten Runden unter die Füße zu nehmen. Und die ersten Runden nach jeder Pause waren auch die schönsten: Ich musste mich erst wieder vorsichtig an das Laufen gewöhnen, als das dann aber soweit war, konnte ich die ruhige Atmosphäre, die mittelalterliche Stadtmauer mit Stadtpark und die klare Luft in vollen Zügen genießen. Jedenfalls für 2, 3 Runden – bevor die alten Leiden wieder anfingen. Womit wir beim zweiten Teil des Ausspruchs über den Ultralauf sind: die Schmerzen. Die gab es diesmal auch mit dazu und besonders ein Stechen im linken unteren Schienbein macht mir Sorgen. Ich vermute, es ist eine Überlastungserscheinung, hoffe aber, dass es sich nicht zur Entzündung auswächst. Es kam nach ca. 45 Kilometern das erste mal auf und machte sich vor allem bei den Geh-Pausen bemerkbar. Was mich beruhigt, ist, dass es nach einer kurzen Pause immer wieder zunächst problemlos mit dem Schienbein ging – es ist also erstmal nichts chronisches.

Der Rest der Geschichte ist schnell erzählt: Unterbrochen von einzelnen Pausen – durchaus auch mal länger, wie z. B. nach 77 Kilometern, als wir 4 Stunden „schliefen“ – rannte ich Runde um Runde im schönen Bernauer Park und bis auf die Rampe, die ein paar Treppenstufen überbrückte und meinem Schienbein alles abverlangte, war die Strecke wirklich sehr, sehr schön. Das „schliefen“ steht in Anführungszeichen, weil wir nicht nur unmittelbar neben Start und Ziel unser Zelt aufgebaut hatten, sondern auch vor der Haupttribüne, wo die Lautsprecherboxen standen. Und „Ich bau´ne Stadt für dich“ (Ich und ich) mit 100 Dezibel fördert nicht gerade das Einschlafen.

Was bleibt sonst noch? Nette neue Bekanntschaften (z. B. Heike, die die ganzen 24 Stunden ohne Pause durchgelaufen ist und dabei nur 1 Banane gegessen hat – ansonsten nur getrunken), sehr angenehme Laufkollegen vom GSJ Laufteam, die die ganze Strecke „spazierengegangen“ sind und mit denen man immer ein paar nette Worte wechseln konnte und ein dritter Platz in meiner Altersklasse (was aber nicht so schwer war, weil hinter mir nur die Spaziergänger waren). Fazit: Ich denke, ich bin nächstes Jahr wieder mit in Bernau dabei. Vielleicht ja dann als Staffel, wenn ich genügend Leute überreden kann mitzumachen. Denn die Lagerfeuer, die Grills und die Ausruh-Möglichkeiten der Staffelläufer, die am Wegesrand zu sehen waren, hatten wirklich ihren Reiz.

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2 Antworten to “ABAB – Es ist wie Urlaub…”

  1. rechthabewoman Says:

    ne kleine bemerkung zu dem lied aus den boxen: das ist cassandra steen (früher mit glashaus unterwegs) feat. adel tawil (nur ein Teil von ich + ich nämlich die stimme, der kreativteil annette humpe fehlt) und das lied heisst nur stadt =)

  2. AAABABA – Mein Jahr 2009 « Täglich laufen Says:

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