Tag XXXVIII – Lange Läufe

Am aufregendsten im Laufleben sind immer noch die langen Läufe. Ultramarathons, je länge desto besser. So einer stand auch am Samstag letzter Woche (22. August) an: Es ging gemeinsam mit Hanka wieder um die Müritz und obwohl wir das Abenteuer bereits 364 Tage zuvor geschafft hatten, bangte uns beiden doch erheblich vor der Herausforderung, da der Trainingszustand eigentlich nicht auf so lange Strecken ausgelegt war.

Aber der Reihe nach: Da das Rennen am Samstag bereits um 8 Uhr losging (man muss ja irgendwann auch mal fertig werden), fuhren wir bereits am Freitag an die Müritz und übernachteten in einer Pension (relativ preisgünstig und doch gemütliche Zimmer, wenn es auch zeitweise etwas nach kaltem Rauch roch). Das ganz Besondere an dem Lauf ist, dass sich die Organisatoren so engagiert kümmern. Wir waren eigentlich zu spät dran (20:15 Uhr), um die Startnummern noch abzuholen, wollten es aber dennoch versuchen, ob nicht noch jemand da wäre, um uns am Morgen den Stress zu ersparen. So fuhren wir also erst mal zum Hafen (da war der Start), bis uns einfiel, dass wir die Nummer im letzten Jahr im Hotel am Bahnhof abgeholt hatten. So hieß es also „Wenden“ und zurück zum Bahnhof und dort erwartete uns die Überraschung: Die Halle war relativ verwaist, bloß eine Hotelangestellte und augenscheinlich ein Tourist waren da. So erkundigten wir uns also, ob und wo wir die Startnummern abholen könnten und da meinte die Dame vom Hotel: Die Ausgabe ist eigentlich schon vorbei, aber es kommt noch mal jemand vorbei! Wahnsinn! Es ging mittlerweile auf 21 Uhr zu, die Organisatoren hatten sicher morgen alle Hände voll zu tun und mussten früh aufstehen und trotzdem machten sie sich noch mal auf den Weg, um 2-3 Zuspätkommern die Startnummer noch mitzugeben. So was erlebt man nur bei „kleinen Läufen“.

So kam ich zu meiner „72“ (genau 10 weniger als im letzten Jahr) und für den nächsten Tag war alles vorbereitet. Traditionell stimmten wir uns mit Abendessen beim Griechen auf den morgigen Tag ein und gut gesättigt, ein bisschen aufgeregt, aber mit freudiger Zuversicht fielen wir in die Betten.

Der nächste Tag begann (natürlich) viel zu früh. Hanka war bereits um 6 Uhr auf den Beinen, ich folgte schlaftrunken eine halbe Stunde später in die Vertikale und so konnten wir uns gegen 7 Uhr auf den Weg zum Hafen machen. Vorbei an der Jugendherberge (hier waren wir im letzten Jahr und würden sie auf dem 1. Kilometer um die Müritz auch wiedersehen) fuhren wir genau zum Startgebiet, wo extra ein Parkplatz für die Läufer abgesperrt war. Fahrrad raus aus dem Auto, Sachen gepackt, Helmkontrolle, Flaschen dabei?, Garmin aktivieren, kurz: Vorbereitungen für den großen Lauf. Wir waren nicht die einzigen – unter anderem bereitete sich der spätere Sieger und unser „alter Bekannter“ Jan Prochaska gegenüber von uns auf den Start vor. Wie wohlig war mir, als er zu einem Mitläufer sagte: „Ich bin eigentlich gar nicht so im Training, will heute bloß ankommen“. „Super!“, dachte ich, da geht es meinem Vorbild ja genauso wie mir. Dass „bloß ankommen“ bei Jan und bei mir eine leicht unterschiedliche Bedeutung haben, ließ sich am Ende sehr gut an den ca. 2:22 Stunden erkennen, die uns im Ziel trennten 🙂

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Eine Antwort to “Tag XXXVIII – Lange Läufe”

  1. AAABABA – Mein Jahr 2009 « Täglich laufen Says:

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