Tag XXVIII – Schweden-Revue XI

Eine kleine Befürchtung hatte ich ja schon, dass mitten in der Nacht jemand an die Tür klopft und uns entweder fragt, was wir mit einem Wohnmobil auf dem IKEA-Parkplatz machen oder uns sogar freundlich bittet selbiges zu entfernen. Aber die Nacht verlief ruhig und zumindest ich habe nichts von klopfenden, bittenden oder mahnenden Wachleuten mitbekommen – wobei nicht ausgeschlossen ist, dass sie nicht da waren, denn normalerweise schlafe ich so, dass neben mir ein Erdrutsch passieren kann und ich am nächsten Morgen nichts davon weiß.

Frühstück – das war natürlich obligatorisch – musste bei IKEA eingenommen werden. Das Angebot unterscheidet sich ein wenig von dem in Deutschland – es gibt zum Beispiel keinen Lachs und keine heiße Schokolade -, war aber trotzdem sehr gemütlich. Viele waren da, um vor dem Einkauf noch mal kurz einen Bissen zu nehmen und stürzten sich dann in das Gewühl zwischen Schrank und Bett. Wir zogen es vor, nach dem Essen die Abkürzungen durch das Warenhaus zu nehmen (selbst mit diesen brauchten wir noch gefühlte 10 Minuten, um rauszukommen) und gingen zum Gratis-Bus, den IKEA zur Fahrt in die Innenstadt bereitstellt. Mit diesem Shuttle-Bus hatten wir erst mal alle Park- und Orientierungsprobleme gelöst und das Beste war, dass er uns auch abends wieder zu Heinzu zurückfahren würde.

Auf dem Programm der Stadtbesichtigung stand zunächst die Gamla Stan (Altstadt), die wir gestern schon mit dem Fahrrad unsicher gemacht hatten. Während wir da waren, wurde prompt eine Militärparade mit allem drum und dran abgehalten (Marschieren, Musizieren, Mitschwingen) – ich glaube allerdings nicht, dass wir der Anlass waren. So zogen wir also – zeitgleich mit den Musikern – zunächst in die Jakobskirche, in der sehr schöne Bilder von Jakobsweg-Pilgern zu sehen waren (passend, denn Hanka las gerade „Ich bin dann mal weg“ von Hape Kerkeling) und trafen sie dann wieder, als wir uns auf den Weg zum königlichen Schloss machten.

Dieses ist aus meiner Sicht relativ hässlich: sehr klobig, kaum bunt – Braun- und Grautöne dominieren – und es gleicht eher einer Feste als einem schönen Märchenschloss. Aber die Königsfamilie (die wir leider nicht getroffen haben) hat Glück: Sie muss in diesem Bunker nicht wohnen, sondern hat etwas außerhalb von Stockholm noch das Schloss „Drottningholm“, wo es sich sicher etwas schöner wohnen lässt. Nach dem Konungslotten und Abnahme der Militärparade schlenderten wir weiter durch die Altstadt und stießen dabei auf eine weitere Kirche: die St. Getrud-Kirche. Das Bemerkenswerte daran war, dass es eine Kirche der deutschen Gemeinde in Stockholm war und dementsprechend viele Bilder, Texte und ähnliches auf deutsch ausgegeben waren. Ich kam mir fast vor, wie zu Hause. Obwohl die Kirche relativ übersichtlich war, habe ich Hanka dort erst mal aus den Augen verloren, aber da ich Bücher mithatte und die Sonne so schön über Stockholm schien, vertrieb ich mir die Zeit einfach mit faulenzen, bis sie wieder auftauchte.

Was natürlich nicht fehlen durfte, war eine Stadtrundfahrt. Von meiner früheren Abneigung gegen solche touristischen Einrichtungen bin ich geheilt – mit Schrecken denke ich daran zurück, wie ich mich mit 14 Jahren in London gesträubt habe, an so etwas teilzunehmen -, und so mieteten wir uns auf einem Fahrgastschiff ein (laut Reiseführer sieht man Stockholm am besten vom Wasser) und umschifften mit Audioguide die Insel „Djurgarden“ (wörtlich: Tiergarten, sah aber nicht so aus, wie der in Berlin). Viele interessante Infos bekamen wir über die Geschichte der Stadt, berühmte Persönlichkeiten (Björn Borg, Per Gessle, Gustaf Dalen) und Lust, uns die Stadt bei einem späteren Besuch noch genauer anzusehen, denn an einem Tag ist einfach nicht alles zu schaffen.

Da wir im Reiseführer noch etwas über die Kubb-Spieler im „Haga Parken“ gelesen hatten, wollten wir uns diesen unbedingt noch anschauen und als sich herausstellte, dass er ein wenig außerhalb, östlich der Stadt liegt, beschlossen wir, zu Heinz zurückzufahren und der schwedischen Hauptstadt den Rücken zuzukehren. Natürlich nicht ohne vorher noch mal kurz bei IKEA vorbeizuschauen, um einen Hotdog zu essen – wer weiß, wann es wieder was gibt.

Da die hundert Wörter mehr als voll sind, ist für heute erst mal genug – Fortsetzung folgt.

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Eine Antwort to “Tag XXVIII – Schweden-Revue XI”

  1. Dietrich Says:

    Da komme ich nach einer Woche zurück, und … ???
    NICHTS!
    „Schweden“ verharrt bei Nummer XI, der Müritz-Lauf – und anderes – bleibt unerwähnt und wer weiß, was sonst noch fehlt.

    Deine Leser sind (eigentlich, und bleiben es hoffentlichauch) gespannt!

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