Tag XVI – Noch nicht ganz Schweden

Und wie war es nun eigentlich in Schweden? Schön war es. Die Reiseberichtserstattung muss aber um noch einen Blogtag verschoben werden, da ich, ganz entgegen meiner Gewohnheit, erst mal etwas abschreiben werde:

Es ist die Zeit, wo die Sonne nur noch unwirklich durch die Wolken leuchtet. Ihre Strahlen fallen blendend in meine Augen, meine Seele, mein Heil. 6000 Grad heiß ist es auf ihrer Oberfläche, denke ich, während ich davon träume, einfach hinzufliegen. Leise Musik, warme Luft und der Sommer lassen mich träumen.

Was braucht der Mensch um glücklich zu sein? Schöne Gedanken.

Wie bekommt der Mensch schöne Gedanken? Durch Träume.

Wie kann der Mensch träumen? Das weiß nur Gott.

Da war er also wieder der Alte. Hat sich in die Gedanken und zwischen die Zeilen geschlichen, wie Robin Hood im Sherwood Forest. Wie lange kann man dasitzen, zuhörend nichtdazugehören und passiv mitagierend? Ewig.

Die Worte schreibe ich, auf meinem roten Reisekoffer sitzend, mitten unter Leuten die von der Arbeit kommen, zur Arbeit gehen, einkaufend hetzen und sich mit letzter Kraft in den Bus retten. Meine Ruhe ist ein kurzes, lebhaftes Ausbrechen aus diesem Trend. Rechts von mir spielt ein Mädchen mit Akkustikgitarre und Verstärker Lieder von Alanis Morissette und leichte Country-Musik. Beifall weht ab und zu herüber. Werber vom SOS-Kinderdorf wuseln um mich herum, quatschen Leute an, bitten um kurzen Aufenthalt an ihrem Stand, „2 Minuten nur“. „DIE junge Dame hat bestimmt kurz Zeit für mich!“ Hat sie nicht.

Ich hätte Zeit. Ich nehme mir innerlich vor, mir alles anzuhören, was sie sagen, jeden Zettel durchzulesen, den sie mir reichen – vielleicht sogar Spender zu werden. Aber mein Schreiben schützt mich. Wenn auch jeder – egal ob allein oder Pärchen, jung oder alt, schnieke oder abgezottelt – angequatscht wird, scheine ich ins Bild gerückt zu sein. Genauso wie es unmöglich wäre, die Sängerin zu bequatschen, scheide ich aus – gerade weil ich ruhig bin, an dieser hektischen Zeit.

Und irgendwann muss ich raus aus dem Traum und rein in den Bus.

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Eine Antwort to “Tag XVI – Noch nicht ganz Schweden”

  1. AAABABA – Mein Jahr 2009 « Täglich laufen Says:

    […] hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, […]

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