Tag V – Aufholjagd

Eins, zwei, drei im Sauseschritt läuft die Zeit, wir laufen mit. Und so rennt mir die Zeit geradezu davon – wo ich doch noch so viel berichten möchte. Ich kann mich ja auch wohl kaum mit dem englischen Sprüchlein „No news is good news“ herausreden, denn als ich das letzte Mal nichts von mir habe hören lassen via Blog, lag ich kurz darauf darnieder mit Magen-Darm-Geschichten und die Zählung musste von vorn beginnen.

Aber aprospos Sprüchlein: Ich glaube, genau dieser Spruch wurde nur erfunden, um den Schülern beizubringen, dass das englische Substantiv „news“ immer in der Einzahl steht. Lässt sich dadurch ja auch ganz gut merken, die Frage bleibt aber: „Warum?“. Nicht nur, dass es so viele verschieden Sprachen gibt (allein für das EU-Parlament braucht man ca. 700 Übersetzer) – nein, diese Sprachen sind auch noch in sich kompliziert. Würde es denn einer Sprache Abbruch tun, wenn der Plural immer mit einer bestimmten Endung gebildet würde? Wenn ich ab jetzt „Bauches“ statt „Bäuche“ sagen würde oder „Schiffes“, statt „Schiffe“? Und selbst wenn ja – wer entscheidet das?

Ich denke, die Sprache ist deshalb so vertrickt, vielschichtig und verzweigt, weil sie durch eine Evolution entstanden ist und selber „lebt“. Wenn man in die Natur schaut, so gibt es so viele Angepasstheiten, unterschiedliche Ausprägungen desselben „Werkzeugs“ (wie bei unseren Bäuchen und Schiffen).

In der Natur hat das ganze seine Berechtigung – durch natürliche Selektion und Anpassung an die Umgebung. Aber – und das halte ich für dsa verwunderliche – ich glaube, dass eine ganz ähnliche Selektion in der Sprache stattfindet; eine natürliche Auswahl. Zunächst entsteht erst mal durch Zufälligkeiten ein neues Wort: Weil es dem Sprecher gefällt, weil es seiner Meinung nach den Gegenstand besser beschreibt, weil es sich für seine Zunge besser benutzen lässt oder weil es einfach neu ist und deswegen spannend. Jetzt kommt es darauf an, wie viele andere das Wort aufgreifen und weiter verwenden und genau das ist die Selektion: Wenn sehr viele das Wort verwenden, so muss man es einfach in seinen Sprachschatz aufnehmen, um nicht kommunikativ auszusterben – genauso stirbt aber das Wort aus, wenn es keiner benutzt.

Und da sich die Leute nicht bei jeder Benutzung eines Wortes, einer Redewendung oder einer grammatikalischen Fügung Gedanken darüber machen können, ob es auch den Regeln der bisherigen Sprache entspricht; da Sprache viel mehr zwischen Menschen vermitteln soll, als Dinge korrekt zu benennen – so bleiben Dinge unklar, ungenau und in der Grauzone. Und irgendwie macht das die Sprache ja doch spannend und ist auch gut so.

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Eine Antwort to “Tag V – Aufholjagd”

  1. AAABABA – Mein Jahr 2009 « Täglich laufen Says:

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