Tag 131 – Todesmutig

Ich kann es doch! Verabredungen Monate im Voraus treffen und von selbst daran denken. Der Beweis wurde diesen Sonntag erbracht, als ich mit Nicole das erste „Vorbereitungstreffen“ für den diesjährigen Berlin-Marathon hatte. Sie hat sich nämlich erbarmt und will mich auf den 42,195 Kilometern Sightseeing durch Berlin begleiten. Da das auf Rollen – genauer gesagt auf 8 Rollen – geschehen soll, war unser gestriges Ausflugsziel fast zwangsläufig der Fläming-Skate.

Doch vor den Erfolg (bzw. bei uns den Spaß) haben die Götter den Schweiß gesetzt. Deshalb mussten wir uns folgerichtig zunächst mit ungefähr 10.000 anderen Autofahrern durch Berlin wälzen. Der Kurs ging von Weißensee (ungefähr nördlich von Mitte) über Kreuzberg nach Marienfelde. Aber nicht etwas geradeaus, wie jetzt mancher vermuten mag! Obwohl die Strecke minutiös geplant war, Ampelphasen genau abgepasst und selbst das Fahrverhalten der anderen Autofahrer in die Routenplanung mit einging, haben wir einen entscheidenden Faktor übersehen: Auf dem Mehringdamm (ziemlich große Nord-Süd-Straße im Süden Berlins), den wir entlang fahren wollten, jazzte Kreuzberg. Und das auf der Straße. Na gut, 30 Minuten Verzögerung wegen kleinerer Umwege und Rückstaus an diversen Ampeln… Aber wir mussten nicht ein einziges Mal nach dem Weg fragen 🙂

Endlich raus aus Berlin ging es dann auch, dank einiger Autostraßen, auf der geliebten B 101 gen Luckenwalde und – mir kam es so vor, als ob die Zeit wie im Fluge verging; wahrscheinlich weil ich kurz hinter Berlin eingeschlafen bin – wir kamen dann doch nach 2 Stunden am Anfang des Flämingskates an. Dort schnell die Rollen untergeschnallt und abgezischt. Die ersten Meter waren zwar ein bisschen wackelig (ich war seit letzten September nicht mehr geskatet), aber mit dem Inline-Skaten ist es wie mit dem Fahrradfahren: Man verlernt es einfach nicht. Und so konnten wir nach ein paar Minuten mit maßvollem Schwung, einigen Umwegen und idyllischen Ausblicken durch die Brandenburger Landschaft flitzen.

Bis zum ersten Sturz! Ich weiß nicht, ob es an mir liegt, aber der Verdacht liegt wortwörtlich nahe, dass Frauen in meiner Gegenwart beim Skaten immer stürzen. Letztes Jahr beim Marathon traf es Caro, diesmal setzte sich Nicole unsanft auf die Knie. Aufgerissene Hosenbeine, zerschrammte Kniee und ein „Weiter geht´s“ waren die Folge. Auch dass war ein dejá vu: trotz Sturzes fuhr Nicole tapfer weiter. Dieser (der erste) passierte kurz vor der Hälfte, ungefähr bei Kilometer 13 und da wir die 15 Kilometer noch vollkriegen wollten, zuckelten wir noch ein bisschen auf dem Rundkurs 1 entlang. Und dann kam sie: Die Piste! Gut, es war nicht die Streif und auch nicht so steil wie in Val d’Isere, aber immerhin so abschüssig, dass wir mit über 30 km/h den Berg runtersausen konnten und mir, auf Grund wackliger Füße, schon ordentlich die Muffe ging.

Über Wurzel-Unebenheiten, Berge und lange, schöne, ebene Strecken ging es dann wieder zurück zum Ausgangspunkt und nach 1:55 h und 29 Kilometer waren wir beide ziemlich kaputt, aber glücklich. Ach ja, ich hatte noch den zweiten Sturz vergessen: Wir fuhren gerade ein wenig abwärts und wollten noch fix eine Radfahrerin einholen, als zunächst ein Fuß und dann auch der andere bei Nicole wackelten und sie dann schließlich noch mal in die Knie ging. Diesmal auf den Hosenboden und so, dass das andere Knie auch noch etwas abbekam. Autsch! Aber: Kurz gelacht, Zähne zusammengebissen und die letzten 3 Kilometer noch abgespult. Respekt! Ich glaube, Nicole ist für den Marathon gerüstet.

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Eine Antwort to “Tag 131 – Todesmutig”

  1. AAABABA – Mein Jahr 2009 « Täglich laufen Says:

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