Tag 95 – Englishman in New York

Die Frage, ob ich im Blog über meine Rasur berichten solle, stellte sich mir kaum, denn erstens wollte ich über das berichten, was mich bewegt, ich wollte nichts verschweigen und drittens habe ich „Feuchtgebiete“ gelesen – ich kenne mich aus!

Aber fangen wir von vorne an: Nachdem wir am Abend vorher erst in „My Fair Lady“ in der Volksoper in Wien waren und anschließend mit Brita im Bermudadreieck verschwunden waren – sprich: es wurde a bissi später – gönnten wir uns erst mal ein ausgedehntes Frühstück. Brötchen – Entschuldigung: „Semmeln“ – vom „Mann“ (Bäckerkette in Wien), dazu leckeren Ziegenkäse, Marmelade, Honig und Heringe (damit ich so stark werde wie Wolfgang) und – ganz britahaft – Kaffee und Tee zum Frühstück. Das ganze zog sich, wie es sich für ein gelungenes Frühstück gehört, über ein bis zwei Stunden hin.

Anschließend kam Hanka, nach einer Strombehandlung während des Frühstücks, noch auf die „Magnetmatte“, damit die Ferse langsam mal Ruhe gibt. Und dann mussten wir auch schon sagen: „Tschüss Wien. Hallo Würzburg!“ und so fuhren wir ca. 600 unserer 2200 Kilometer bei diesem Ausflug in Richtung Ulli. Dort kamen wir so gegen Viertel sieben an und da wir mit Ulli erst um sieben Uhr verabredet waren, blieb noch Zeit, schnell die Startnummern und (ganz wichtig!) das Startnummernband in der Congresshalle abzuholen. Ein Lauf-T-Shirt hatte ich diesmal nicht mitbestellt – war ja auch nicht notwendig.

Ulli trafen wir dann am Friedhof in Unterdürrbach (einem Stadtteil von Würzburg), da sie uns nicht ihre Adresse nennen konnte – nachdem sie uns dann hingeführt hatte, war klar weshalb:Ulli wohnt (zur Zeit noch) sehr schön gelegen – genau am Hang des Talkessels, an dessen Boden Würzburg idyllisch sich ausbreitet – aber auch quasi im Niemandsland. Nachdem wir unsere Sachen abgestellt hatten und uns kurz akklimatisiert hatten, ging es gleich weiter zum Mexikaner Ullis Vertrauens und es war wirklich sehr lecker da! Wir konnten, dank prächtigen Wetters während des Essens draußen sitzen und eine der vielen Junggesellinen-Abschieds-Banden an diesem Abend beobachten (wir haben mindestens zwei weitere gesehen; nicht schlecht bei 130.000 Einwohnern). Da einer von uns fahren musste (das Los traf mich), verschoben wir, nach einem kleineren Rundgang durch Würzburgs Zentrum (sehr schön und zu empfehlen – ein Eindruck, der sich am Sonntag verfestigt hat), die weiteren Cocktails auf Ullis Heim. Denn, wer es noch nicht weiß: Ulli macht die besten Caipis, die es gibt!

Doch: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Wenn ich am nächsten Tag den Borat machen wollte, musste zunächst die Wolle runter und so raffte ich mich – eher ängstlich – zur ersten Intimrasur meines Lebens auf. Mit viel Schaum, Geduld und etwas rabiatem Einsatz konnte sich das Ergebnis sehen, aber verständlicherweise nicht zeigen lassen. Zumindest die Mankinizone war frisch poliert und ich habe auf Steffens Hinweis hin natürlich auch die Bonsen nicht verschont. Das Ergebnis war dann aber schon ziemlich überraschend. Seit Walter Moers und dem „Kleinen Arschloch“ wissen wir zwar, dass die „Genitalien aussehen wie radioaktives Gemüse aus dem Weltraum“, aber erst die Haarlosigkeit meines Schambereichs ließ mir den Vergleich wirklich plausibel erscheinen. Ich dachte sofort an eine Zeile aus einem Lied von Sting, da alles so fremdartig aussah: „I´m an alien. I´m a legal alien. I´m an Englishman in New York“. Und hatte sofort Mitleid mit meinem „Englishman in New York“. 2,5 von Ullis Caipis lösten diese Art von Problemen aber problemlos und ließen alle Nöte und Ängste rasch verblassen. Wer denkt schon an die Peinlichkeit eines Quasi-Nackt-Auftritts, wenn er gemütlich nuckelnd und schwatzend auf dem Sofa sitzt? Jedenfalls eine sehr schöne Art des Mutantrinkens!

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Eine Antwort to “Tag 95 – Englishman in New York”

  1. AAABABA – Mein Jahr 2009 « Täglich laufen Says:

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