Tag 39 – Nichts rührt mich an

Es gibt wenige Tage, an die ich mich noch ganz explizit erinnern kann und ich kann gar nicht sagen, ob dieser Tag auch zu diesen zählen wird, aber es ist sehr wahrscheinlich. Doch eigentlich ist nichts passiert: Stefan hatte uns morgens zum Brunchen in das Cafe <a target=“_blank“ href=“http://www.cafe-100-wasser.de/“>100Wasser </a> eingeladen (sehr zu empfehlen! Leckeres Essen und nette Bedienung und ich glaube, wenn man sonntags geht, bekommt man sogar Kaffee und Tee mit zum Brunch) und so saßen wir gemütlich bis gegen 15 Uhr, schlemmten, schwatzten, schwelgten in Erinnerungen, schmiedeten Pläne. Was man beim Frümi halt so macht.

Anschließend bin ich mit Thomas, Stefan und Marie Richtung Pankow gefahren, wo uns Stefan abgeladen hat. Thomas und ich wollten uns eigentlich mal Tonis Baby ansehen, aber er war leider nicht zu Hause und, wie es schien, das Kind auch nicht. Danach habe ich noch bis gegen halb acht am Computer rumgedaddelt (ich arbeite an einem netten neuen Feature für meinen Blog – wird aber erst bekanntgegeben, wenn es soweit ist :-)) und bin dann Richtung Köpenick gefahren, da Hanka, Maritta<sup>*</sup>, Daniel, Martin und ich uns im TexMex „<a target=“_blank“ href=“http://el-loco-berlin.com/“>El Loco</a>“ („Der Verrückte“), dem schärfsten Restaurant Berlins, treffen wollten. Netterweise haben sich dann auch noch Andreas und Steffi eingefunden, sodass wir uns zu siebt über Cocktails und tolles Essen hermachten. Und wenn ich schon das 100Wasser toll fand, so muss ich beim El Loco einfach ins Schwärmen kommen: Der Wirt ist total lustig, erzählt auch mal nette Geschichten und war vor allem sehr aufmerksam. Ich hatte meinen Cuba Libre kaum ausgetrunken, da fragte er schon, ob ich nicht noch etwas wolle. Wollte ich natürlich. Und so wurde es ein sehr netter, gesprächiger und zugegebenermaßen auch feuchter Abend. Aber ich greife vorweg.

Das Sensationelle an dem gestrigen Tag war nämlich eigentlich die „Anreise“ zum El Loco. Ich habe keine Ahnung, warum mich diese Anwandlungen immer in der S-Bahn überkommen, aber es war mal wieder so weit: Ich musste einfach schreiben. Da mein einziger Kuli, den ich dabei hatte, nicht funktionierte, blieb mir nichts anderes übrig, als die Buchstaben ohne Farbe in das Papier meines Buches zu drücken. Ich glaube kaum, dass ich das, was ich da geschrieben habe, später noch mal lesen können werde (außer ich freunde mich mit einem guten Archäologen an, wenn Hanno das liest, soll er sich mal bitte kurz bei mir melden 🙂 ), aber es ging einfach um den Prozess des Schreibens. Es war ein unglaublicher Moment der Inspiration und das tolle ist, dass die Eingebung diesmal etwas sehr konkretes war, mich persönlich betreffend. Bisher waren diese Erleuchtungsmomente eher abstrakt, mehr ein Gefühl, dass ich die Wahrheit ganz nahe vor Augen habe (Hanka und Daniel werden wissen, wovon ich rede, sie waren beim letzten Mal dabei). Damit kann man – auch wenn es wundersam schön ist – nicht viel anfangen. Nein, diesmal war es ein Wissen was mich erfüllte und zwar das Wissen, dass ich Schriftsteller bin. Jetzt ist das ganze natürlicherweise ziemlich schwer zu beschreiben und zu erklären und ich befürchte, dass es mir gestern auch nach 7 Cocktails nicht gelungen ist, die Sichtweise verständlich auszuformulieren, aber immerhin haben alle ganz anerkennend genickt. Fast so, als ob man einem kleinen Kind über den Kopf streichelt und beruhigend sagt: „Ist ja gut, du bekommst schon noch deinen Lolli“.

Das tolle an diesem Wissen ist aber, dass es, unabhängig davon, ob es wahr oder falsch ist, wirkt. Es putscht mich so auf, dass ich tatsächlich singend durch die Straßen gerannt bin. Es ist das Wissen, dass mich in diesem Moment nichts anrühren kann. Ich nenn´ es Freiheit!

Tja, jetzt wollte ich eigentlich noch was zum Abend sagen, aber mir fehlen die Worte. Nicht, dass ich den Abend mit seinen Gesprächen, Albereien, Kletterpartien und erfolgreichen Ausreißversuchen nicht schildern könnte. Nein, der Beitrag umfasst einfach schon wesentlich mehr als 99 Wörter (ihr müsst nicht nachzählen, ich habe es schließlich auch nicht getan) und somit ist mein eigenes Limit weit überzogen. Deshalb hier erst mal Schluss. Kompromiss: Vielleicht erzähle ich später noch mal von dem Abend – es ist ja einer, an den ich mich erinnern werde.

<sup>*</sup>Name von der Redaktion geändert 🙂

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2 Antworten to “Tag 39 – Nichts rührt mich an”

  1. AAABABA – Mein Jahr 2009 « Täglich laufen Says:

    […] hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, […]

  2. 211 – Berlins beste Bürger « Täglich laufen Says:

    […] ich mich kurzerhand mit ein und wir gingen ins El Loco (Berlins schärfstes Restaurant, 99woerter berichtete). Der Wirt erkannte uns wieder und gab uns den Hinweis schnell zu bestellen: Eine gefräßige […]

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